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1. CT Mai 2002

Am 09. Mai war es also soweit: das erste Treffen der Weltenstädter Forums-Members. Hier gibts die Bilders und weiter unten findet ihr einen ausführlichen Bericht. ;) Die drei Tage haben wir verbracht auf der Jugendherberge Burg Bilstein in der Nähe von Olpe (Hessen). Für derartige Gelage allerdings weniger zu empfehlen, da die Herbergseltern ab 22.00 Uhr auf Zimmerruhe bestehen. Der Abend auf dem Parkplatz in der Nähe wurde uns auch vermiest, deswegen... Bilstein: einmal und nie wieder *ggg*

1. CT Mai 2002

Für alle, die's wirklich wissen wollen:

Obere Reihe v.l.n.r.:
Karilla, Malakai, TianShi, Niniane, Carenus, davor Aeyolscaer, Mottenfänger, liya

untere Reihe v.l.n.r.:
TokRa, dahinter Trineas, boretsch, Nevermore, HaerDalis und dahinter Kizumu

Das CT - in Worte gefasst von Nevermore

Donnerstag - Tag X:
Nach einer kurzen Nacht bei Kizu, in der wir vor lauter Aufregung so gut wie gar nicht geschlafen hatten, verließen wir Berlin um 8:15 Uhr in Tokis lieben kleinem Schorschl. Eine entspannte und lustige Fahrt von 5 ½ Stunden später hatten wir Bilstein gefunden, und obwohl uns ein holländischer Fahrradtourist nicht den Weg zur Burg weisen konnte ("Nein, nicht Boot, Burg!"), fanden wir sie problemlos. Bei strahlendem Sonnenschein stapften wir also nach oben, rannten erst mal auf der Suche nach weiteren Teilnehmern an einer unscheinbaren Gruppe von Touristen im Hof vorbei, die sich dann doch als ein Teil der Weltenstädter herausstellte.

Ein bisschen bizarr war es schon, als ich mich als Steffi vorstellte und in lauter ahnungslose Gesichter schaute - Nemo war den Anwesenden dann schon eher ein Begriff. Doch es dauerte nicht lange, und jeder hörte auf seinen forumsüblichen Spitznamen. Bei zwei Christians, einem Christoph und zwei Christinen war das auch immer noch übersichtlicher.

Unermüdlich holte Nan so nach und nach die restlichen Teilnehmer vom Bahnhof in Olpe ab, und eine rührende Begrüßungsszene jagte die nächste. Da wurde nur so geknuddelt, Gesichter studiert, verglichen, ob man sich die einzelnen so vorgestellt hatte, wie sie aussehen, und über Dialekte gestaunt und gelacht. Nicht nur übereinander, sondern auch miteinander über die vielen wahnsinnigen Kinder, die im Hof waghalsige Stunts hinlegten oder dem süchtigmachenden Seilzug-Fass verfielen. Wahnsinn, wie 14 Leute, die sich größtenteils zum ersten Mal leibhaftig gegenüber sitzen, sich verstehen und einen derart ähnlichen fiesen Humor haben können!

Vor dem Abendessen schoben wir noch eine kleine Wanderung durch den herrlichen Wald um die Burg ein; der Hunger wollte ja irgendwie verdient sein.

Den übrigen Abend verbrachten wir draußen; wir hatten uns sofort einen gemütlichen Platz mit Grill und Mauer sowie Blick auf den Dorffriedhof mit den anheimelnden roten Grablichtern gekrallt. Dort ließen wir zum Beispiel meine grüne Gitarre Günther kreisen - leider gibt es keine Tonaufnahmen von Motti, Haeris und Bori, wie sie uns "My Bunny is over the ocean" darboten... Gegen 22 Uhr beschloss unser Herbergs-Vader, den wir da bereits lieben lernten, auch Musik zu machen und blies auf seiner Trompete den Zapfenstreich (wirklich!). Wir verstanden den Wink und setzten uns noch ein Weilchen in das niedliche kleine Gewölbe, das uns als unser persönlicher Aufenthaltsraum zugewiesen wurde, bevor wir gar nicht mal so spät schlafen gingen.

Freitag:
Wider Erwarten, doch zu unserer allgemeinen Erleichterung weckte uns der Vader nicht mit einem militärisch-zackigen Trompetensolo. Den Vormittag verbrachten einige von uns mit einer Shoppingtour, die anderen mit lustigen Gesprächen über Gott und die Welt am Kippsche-Friedhof. Das Mittagessen gestaltete sich abenteuerlich: Wir durften in der Burg nichts essen oder trinken, das nicht dort gekauft wurde. Also wurde kurzerhand von Nan und Trini Pizza aus dem Nachbardorf organisiert, die wir dann, clever wie wir sind, auf dem Parkplatz vor der Burg verputzten. Ätsch!

Nachmittags wurde der ernsthafte Versuch gestartet, an den Immerlanden zu bauen, was allerdings recht schnell in eine Blödelorgie ausartete. Dort wurde unter anderem eine Schwuchtelwelt geboren, doch dazu später mehr.

Netterweise hielt sich das Wetter am Abend ganz gut, so dass wir auf unserem Stammplatz grillen konnten. Leider wurde das Vergnügen empfindlich gestört durch Dönertiere a.k.a. Kinder von höchstens 6 Jahren, die uns ständig belästigten und unsere Drohungen, sie auf den Grill zu packen, überhaupt nicht zur Kenntnis nahmen. Erst als Haeris sich tatsächlich einen Steppke unter den Arm klemmte, der ihn postwendend drei-, viermal ins Schienbein trat (jawollja, verteidigen muss man sich können!), schienen sie uns ernst zu nehmen. Der Knirps kehrte zwar noch mit einem Erwachsenen zurück, dem er haarsträubende Geschichten über unsere Gewalttätigkeit erzählt hatte, doch schließlich war das Kind als Lügner enttarnt und wir konnten endlich in Ruhe in lauer Mainacht exzessiv Met konsumieren. Nicht jedem bekam das gut, manch einer oder eine hatte schwer mit aggressiven Treppenstufen zu kämpfen, bekam trotz ungehinderter Geradeaus-Sicht schon komische Ränder, fürchtete sich vor dem bösen blinkenden K.I.T.T.-VW vor dem Tor, bezeichnete Andy und mich als Beistelltische oder ließ andere Sprüche vom Stapel, die ihm oder ihr noch lange anhängen werden. Das Dämönsche und ich blieben zwar nüchtern, doch das hinderte uns nicht daran, klammheimlich im Schutze der Nacht das Seil des Fasses abzuknoten (man muss als verantwortungsbewusster Erwachsener der Sucht der lieben Kleinen ja Einhalt gebieten) oder das Schlaflied von den Ärzten einzuüben, um es später vor den Zimmern der Kinder singen zu können.

Einer von uns hatte gelobt, nicht zu blasen, doch der Vader kannte derartige Skrupel nicht - statt des Zapfenstreichs trompetete er uns diesmal "Don't Cry For Me Argentina", eine Gelegenheit, die unsere Stimmbänder nicht ungenutzt verstreichen ließen. Dann zogen wir uns jedoch nach drinnen zurück. Von des Mottenfängers Glanzstunde müssen euch andere berichten, die bekam ich leider nicht live mit; ich habe nur gehört, dass der Bursche ein talentierter Entertainer sein soll!

Samstag:
Schon am Morgen stellten wir enttäuscht fest, dass irgendwer (vermutlich der Vader) das Seil am Fass wieder festgeknotet hatte. Wo soll das mit den Kindern nur enden...

An diesem Tag machte die Entwicklung der Immerlande enorme Fortschritte, erst gegen Abend konnten sich die Weltenbauer endlich losreißen, und wir veranstalteten erneut ein Pizza-Parkplatz-Picknick bis spät in die Nacht. Bei der Gelegenheit gaben Carenus und Haer unter dem Künstlernamen "Pogopuschels" ihre Schwuchtelwelt zum Besten, was die Zuschauer zu wahren Begeisterungsstürmen hinriss. Wieder bereuten wir es, keine Videokamera dabei zu haben, doch bei den nächsten CTs werden wir schlauer sein! Irgendwann erschien bei uns ein sichtlich genervter Vader (merkwürdig, die lauten Touristen auf dem Hof und die Kinder, die brüllend die Gänge entlangtobten, schienen ihn dagegen gar nicht zu stören...) und fragte uns schüchtern, was wir heute Nacht noch auf dem Parkplatz vorhätten. Statt ihm die Antwort zu geben, die eine derart dumme Frage verdient hätte ("Wir werden ein paar Autos anzünden und darauf Kinder grillen, und hier ist Ihr Schild."), zogen wir uns in unseren Dungeon zurück und zögerten das Ende unseres letzten gemeinsamen Abends noch lange hinaus.

Sonntag:
Der Tag des Abschieds. Traurig. Dramatisch! Reißen wir die frisch vernarbten Wunden nicht schon wieder auf; sagen wir einfach nur, dass wunderschöne 4 Tage mit lauter unglaublich lieben Leuten ein Ende nahmen. Die vielen herrlichen Fotos künden noch von dem Spaß, den wir miteinander hatten, und sollten den Leuten Mut machen, die es zum Pilotprojekt nicht geschafft haben, zu den nächsten bereits in Planung befindlichen CTs zu kommen!

Andy, Bori, Carenus, Haeris, Karillchen, Kizu, Liya, Mala, Motti, Nan, Shi, Toki, Trini - fühlt euch bei der Gelegenheit mal wieder ausgiebig von mir geknuddelt!

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