Gedichtewettbewerb "Kugel"
Die Teilnehmer hatten vier Wochen Zeit (23. März bis 23. April 2003), um Ihre Werke an Diome zu schicken. Folgendes Bild und Textausschnitt sollten der Inspiration dienen:
Das Bild von Escher: "Drei Sphären"
"spar aus dem schönen bild den menschen aus (...);
nichts erinnere an etwas;
außer weiß an weiß, schwarz an schwarz,
rot an rot, gerade an gerade, rund an rund"
(Ernst Jandl, das schöne bild)
Es waren anschließend zwei Wochen Zeit, um seine Stimme nach folgendem Schema zu vergeben: 2 Punkte für den Favoriten, 1 Punkt für das zweitliebste Gedicht.
Die Platzierungen
und das Gedicht "Entscheidende Kugel " von Sethai, das leider zu spät eintraf und sich somit nicht mehr platzieren konnte.
Die Gewinnerin erhielt ein Buch von Morgenstern.

Planetenbillard
Dem lieben Gott sein Billardtisch
ist unser Weltenall
ein buntes Kugelweltgemenge
und Ball an Ball an Ball
Am Anfang gabs den großen Stoß
auch Urknall oft genannt
und schon verteilten sich die Kugeln
im Zentrum und am Rand
Der Teufel spielt die halben Kugeln
und Gott, der hat die vollen
das hat der Mond geschickt gemacht
mal voll, mal halb zu rollen.
Hab ich mit meiner These recht
dann sag ich nur: gut Nacht
doch vielleicht ist die Erde ja
auch Kugel Nummer Acht
© by ~ Szandor duBois ~


Die Kugel
Ein Tröpflein von des Morgen Tau
von einem Blatte fällt,
es schimmert golden, es schimmert blau
von der Sonne Strahl erhellt.
Als Kügelein aus Wasser nur
verzaubert´s kurz die Welt
mit seinem frohen Farbenspiel,
weil´s gleich am Stamm zerschellt.
© by ~ Orga ~


Schneekugel
meine eigene welt,
hinter kunstglas
steht sie euch offen.
macht euch ein bild;
verzerrter blick
in mein innerstes.
rollt mich umher
wie es euch beliebt.
schüttelt mein leben
und genießt es
in vollsten zügen.
doch verzerrt mich
mir nicht allzu stark,
denn berstet mein
rundgläserner himmel,
dann sterbe auch ich
und lebenssplitter
schneiden eure herzen.
© by ~ Nibrir ~


Die andere Welt
Sie hält sie hoch
Und schüttelt sie.
Betrachtet sie voller Staunen.
Sanft fällt der Schnee
Auf das kleine Land,
macht es zauberhaft friedlich.
Dort würde sie gerne wohnen.
Mit Freunden. Mit Harmonie.
Auf jeden Fall ohne Streiterei.
Der Schnee ist zu Ende gefallen
Und durch die Plexiglasscheiben
Dringt die Wirklichkeit zu ihr hin.
Und durch die Tür dringt
Die Streiterei der Eltern.
Wie im wirklichen Leben.
Und sie wünscht sich weg.
Hinein in die Schneekugel.
Weg von der Wirklichkeit.
© by ~ Lyra ~


Kugel
"Bin ich nicht schön..", fragt sie selbstgefällig,
"vollkommen?"
"Ich bin eine Schöpfung der Götter.",
sagt sie hochmütig.
"Die Planeten des Kosmos gleichen mir,
und ebenso die Gestirne - Sonne und Mond -
die Lebensbringer von Milliarden!"
"Doch eigentlich hasse ich das Leben"
verkündet sie bösartig,
"Darum wirst du jetzt sterben!"
Bam.
© by ~ Razoreth ~


KugelSein
Wäre die Welt eine Kugelbahn
Und die Menschen Kugeln darauf
Würden nicht alle so leicht fahren
Nicht wenige hätten Schwierigkeiten mit ihrem Lauf.
Die glatten, glänzenden in der Enge,
von so vielen gelobt und von der Minderheit gehasst,
leben gerne in der Menge
die so viele gleiche umfasst.
Die Farblosen im Schatten des Lebens
Fallen doch niemandem hier auf
Wenn sie sich drängen vergebens
Und dann doch nehmen die Trostlosigkeit in Kauf.
Doch was ist
mit den anderen
die nicht glänzend oder farblos
rollen,
mit der individuellen Form
mit den eigenen
Gedanken
und
Gefühlen?
Wer meint sie sollten sich eben anpassen
Und versuchen wie die Elite zu leben
der sollte sich doch einmal an den kopf fassen
und den anderen eine Chance geben.
Wer ist es denn, der erfindet und erschafft
Nicht die immer gleiche glänzende Elite
Sondern die "Anderen" mit der Kraft
Ihrer Träume und Hoffnungen.
Wir.
© by ~ Nele ~


Mutter Erde
Wie eine Kugel,
ganz aus Glas,
hast Du mich durchschaut.
Wie ein Vampir,
Dir Deinen Hals,
hast Du mich verletzt.
Wie eine Schlange,
nur aus Gier,
hast Du mich erdrückt.
Wie eine Mutter,
ihrem Kind,
bin ich Dir geblieben.
© by ~ HaerDalis ~


Entscheidende Kugel
Die Kugel, sie rollt;
Ein kurzer Stoß nur,
gewollt;
gerade genug,
aber nicht zuviel.
Schnell,
doch nicht zu schnell,
rollt sie zum Ziel.
Zu dem kleinen Loch -
wie lang braucht sie noch?
Alle Augen
ruhen auf Ihr,
kein Blick gilt mehr mir.
Dabei hab ich doch gestoßen.
Mein ist die Kraft,
die sie treibt.
Doch was bleibt
ist die Kugel,
im Geiste als Bild.
Wie sie trifft,
wie sie fällt.
Groß ist der Jubel,
und alles, alles
wegen einer Kugel.
© by ~ Sethai ~

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