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Community Projekt "Totenacker"
Mitschnitt der Hauptprobe von -Totenacker-
Das © für diese Geschichte liegt bei Flothemil
Mitschnitt einer Drama Probe oder Immer Drama mit dem Drama
Totenacker - ein unbürgerliches satirisches Teufelsluststück in drei Akten
Von Beatrix Huhnen und Wilhelm Friedrich Pfälzer
Darsteller:
Bettina Loewenich als Cecilia
Carmen Sonnetti als Tara
Markus Weck als Leon
Gabriele Karatass als Claudine
Nikolaus Bergwand als Graf Grünhochhügel
Julia Talentiert als Georgiane Grünhochhügel
Theodor Wolkensen als Höllenhund
Regie:
Sebastian Kastaan
Regieassistenz:
Christina Grohl
Regiepraktikant:
Linus De Vriees
Maske:
Monika Schneid
Kathrin Dörfeld
Technische Leitung:
Christoph Mortens
Hans-Joachim Larkwoll
Fridolin Bestand
Technische Assistenz:
Viktor Hermann Losarm
Tobias Kralls
Akt eins, Szene eins
Es ist sehr dunkel. Leise schleicht sich eine Gestalt auf die Bühne.
Gestalt: "Pssst... seid ganz still... heute wollen wir tanzen. Ja, dem ewigwährenden Tanz frönen (lacht)... Er nimmt kein Ende und seinen Anfang haben wir vergessen. So lange sind wir schon hier, dass wir uns einfach nicht mehr erinnern können, einfach nicht mehr erinnern. Keiner von uns, nein. Wir wissen auch nicht, was der Tanz bedeutet... denn auch das haben wir vergessen. Wieso erinnern wir uns nicht mehr? Alles ist so düster... vernebelt. Der Tanz ist alles, was wir haben, alles wofür wir leben (lacht erneut)... habe ich "leben" gesagt?"
Neben der Gestalt öffnet sich eine Platte. Ein weiteres Wesen kommt hervor.
Gestalt: "Tara... was machst du hier? Ich erkläre gerade etwas."
Tara: "Cecilia, was erklärst du schon? Du hast alles vergessen, du kannst nichts mehr erklären."
Cecilia: "Stimmt (nachdenklich). Was macht dein Rosenkranz-behangener Liebling?"
Tara: Er ist auch nicht mehr das, was er mal war. Mit der "Motorik" funktioniert es nicht mehr so ganz, wenn du verstehst."
Cecilia: "Was erwartest du? Er ist schon über zweihundert Jahre hier... Da funktioniert es nicht mehr so, wie am Anfang... Schicke ihn in den Westteil, wo er auch längst hingehört und suche dir doch was neues... einer von den Ankömmlingen. Gestern haben sie einen hübschen blonden Typen hier abgeliefert. Autounfall, eine gute Partie."
Tara (säuerlich): "Warum nimmst du ihn dann nicht, wenn er doch eine so gute Partie ist?"
Cecilia: "Ich steh eher auf dunkelhaarige... latin lover... (grinst) Aber die haben scheinbar erstaunlich gute Überlebenschancen, sonst würde sicherlich öfter mal einer von denen hier landen."
Tara: "Vielleicht liegt es auch daran, dass hier nicht so viele latin lovers gibt, die sterben könnten?"
Cecilia: "Ach - hör auf. Du desillusionierendes Miststück (abwinkend)."
Tara (kichernd): "Ich sage nur unumwunden die Wahrheit. Außerdem hast du mit dem Thema angefangen."
Cecilia: "Ich weiß, ich weiß... aber wenn ich nicht bald einen hübschen, süßen, muskulösen, dunkelhaarigen Italiener, Spanier oder Portugiese bekomme, für die eine oder andere heiße Sarg-Nacht, dann sehe ich mich gezwungen..."
Tara: "draußen ein bisschen zuzubeißen?"
Cecilia: "Genau."
Tara: "Nun. Wie auch immer... ich schau erst mal nach dem Alten, der hat Hunger. Wir sehen uns morgen beim Tanz."
Tara verschwindet wieder in dem Loch und schließt den Deckel.
Cecilia: "Das war Tara. Eine gute Freundin, im übrigen genauso alt wie ich - nicht das dies hier eine Rolle spielt. Denn zwei Dinge muss man wissen, wenn man hier nicht lebt. Punkt eins: Männer werden auch nach ihrem Leben alt, also im Tode. Sie verfaulen, kein schöner Anblick. Gerüchte, dass schwule Vertreter dieser eigenartigen Rasse diesem Vorgang entgehen würden, wurden wissenschaftlich noch nicht bestätigt. Frauen hingegen bleiben immer jung - vorausgesetzt sie sind jung gestorben. Punkt zwei: Wir ernähren uns hier entweder von Blut, was wir den friedliebenden Bürgern auf der Strasse abnehmen oder aber von... Sex. Leider herrscht momentan ein absoluter Männermangel. Die letzten zehn Kerle die hier angekommen sind waren über siebzig und litten an Inkontinenz. Widerlich. Wir jungen Leute leben hier alle zusammen im östlichen Teil des Friedhofs - ja, wenn du's noch nicht bemerkt hast, es handelt sich um einen Friedhof - und zu Vollmondzeiten steigen hier die geilsten Partys. Entschuldigung, dass ich zu Anfang etwas mystisch geplappert habe, aber das macht echt Spaß... nur so unheimlich, wie alle denken, ist es hier gar nicht. Ich zeig euch mal die Örtlichkeiten."
Akt eins, Szene zwei
Beginnt loszugehen, stoppt dann, Aufnahmen ziehen an ihr vorbei.
Cecilia: "Also das ist Platon. Sag "Hallo" Platon!"
Platon bellt.
Cecilia: "Ist er nicht niedlich, unser Höllenhund? Ein echter Luciferus Daemonicaes, reinrassig und total kinderlieb. Gut, das ein oder andere hat er schon gefressen, aber das passiert einfach schon mal beim Spielen. Hier drüben ist die Gruft der Familie von Grünhochhügel. Abgefahrene Familie, echt. Eigentlich gehören die hier nicht hin, in den Ostteil, find ich, aber die wohnen halt schon immer hier. Die Tochter ist eine absolute Zicke, so eine kleine adelige Schlampe aus dem sechzehnten Jahrhundert. Ich meine, so ein bisschen Rumflirten ist ja okay, aber was die macht, ist wirklich niveaulos. Okay. Da drüben ist die Kapelle. Tagsüber werden dort die Neuankömmlinge aufgebahrt und wir werfen durch ein Loch im Altar schon einmal einen Blick drauf. Aber wie gesagt, die letzten zehn (bis auf den, der gestern hier ankam), war nichts gescheites dabei. Zu unserer Rechten befindet sich das Haus des Friedhofswächters und der Totengräber. Seltsame Gestalten. Ziemlich depressiv und schweigsam, ganz anders als wir. Na ja, Lebende sind sowieso etwas eigenartig. Dennoch würde ich sie nie beißen, wenn ihr versteht... jeden Tag räumen die hier auf und halten die Gräber, also unsere Wohnungen sauber. Das ist sehr praktisch. Alles in Allem ist es gar nicht so übel hier, anfangs hat man ein wenig Eingewöhnungsschwierigkeiten. Die Ungestorbenen nennen diesen Ort Friedhof, doch wir nennen ihn den... Totenacker.
Regie: "Stopp, Cut, verdammt! So geht das nicht. Du musst das "Totenacker" viel unheimlicher, dämonischer, verschworener aussprechen. Ach, es ist zu spät, machen wir eine Pause, Schluss für heute. Morgen um neun Uhr möchte ich euch bei den Proben sehen, wir haben nur noch eine Woche bis zur Generalprobe und dann ist Premiere."
Ende Hauptprobe
Ende

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