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(Thema begonnen von: Nedjare am 26. Mai 2011, 10:43 Uhr)

Titel: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yir
Beitrag von Nedjare am 26. Mai 2011, 10:43 Uhr
Die Residenz von Saxon Verryl Dyth'Yîr

Außenansicht der Residenz Dyth Yîr (http://fc05.deviantart.net/fs71/f/2011/146/9/7/residence_of_dith__yir_by_s_h_a_d-d3ha77n.jpg)

Das Anwesen von Saxon ist wie jenes von Nêdjares Eltern hinter einem schweren Tor verborgen und direkt in einen Fels eingelassen. Über geheime Wege, welche nur von den miteinander verbundenen Anwesen betreten werden können, sind die Familienbesitze miteinander verknüpft, so dass sie einander besuchen können ohne das man sie ihr Haus verlassen sieht.

Der Innenhof, welcher vom Aufbau her an den von Nêdjares Elternhaus erinnert, ist jedoch deutlich größer und 3 Hauseingänge sind dort vorhanden. Eines für Saxon, selbstredend das größere, prunkvolle, mittig stehende Gebäude und die beiden Gebäude daneben gehören seinen verheirateten Söhnen und deren Familien.

Am Haupttor stehen vier große Sandnarge, welche durch Ketten davon abgehalten werden, das Anwesen zu verlassen. Die Ketten der Narge sind jedeoch lang, um ihnen genug Bewegungsfreiheit zu gewähren das Tor vor etwaigen Eindringlingen zu schützen.

Die Keller der drei sonst voneinander getrennten Häuser sind bis auf den obersten miteinander verbunden und es sind 3 Kellerebenen vorhanden, sowie 4 Etagen in die Höhe. Die beiden tieferen Kellerebenen, welche sich über die Größe aller drei Anwesen erstrecken sind die Sklavenquartiere, Zuchtquartiere und die Ausbildungsstädten. Diese Kellerräume sind nur von Saxons eigenem Anwesen aus zugänglich. Der obere Keller ist unterteilt, so dass jedes Haus dort seinen eigenen Keller für die Quartiere der Haussklaven, die Küche und Vorräte hat.

Wenn man die 3 Anwesen betrachtet, so wird man feststellen, dass die Anwesen der Söhne des Saxon nur 3 Etagen haben, wohingegen sein eigenes Anwesen gigantisch erscheint. In Wahrheit hat das Anwesen des Saxon aber nur eine Etage mehr. Es wirkt lediglich deutlich größer, da die einzelnen Etagen zum Einen deutlich höher sind und zum Anderen befindet sich das Erdgeschoss des Anwesen Saxon in etwa auf der Höhe der 3. Etage der beiden anderen Anwesen, so dass es einfach deutlich höher erscheint. Der oberste Keller des Saxon befindet sich damit über dem Erdgeschoss der anderen beiden Anwesen und steht auf einer offenen Säulenhalle, welche im Innenhof steht. Dort findet man auch auf der linken Hand zur Treppe den Brunnen des Anwesens. Dort neben ist ein Gebäude, von welchem die Sklaven ihre Kellerquartiere erreichen können. Die Sklavenkeller befinden sich weit im steinernen Grund, unter dem Innenhof.
Jedes der drei Anwesen hat einen eigenen Opferaltar, welcher nahe des Hauses zu finden ist. Der des Saxon befindet sich auf der Terasse mittig der beiden Haupteingänge seines Anwesens.



Das Anwesen des Saxon

Das Anwesen des Saxon hat zwei Eingänge, welche gleich erscheinen, so dass der Haupteingang vom Seiteneingang nicht zu unterscheiden ist.

Der Haupteingang führt in eine große Eingangshalle, hinter der sich ein großer Ballsaal befindet, an dessen Rändern Stehtische und Sitzgelegenheiten zu finden sind. Auf der hinteren Seite der ersten Etage erstreckt sich ein großer Speiseraum, der für besonders große Feste und Anliegen vorgesehen ist und zur rechten Hand des Anwesend, hinter dem Seiteneingan verborgen, liegt eine weitere Halle, in welcher die Sklavenauktionen und Vorführungen stattfinden.

Die Eingangshalle selbst ist ein Meisterwerk der Handwerkskunst und steinerne Statuen aller Ahnen und ranghohen Mitglieder der Familie Dyth’Yîr stehen in originalgetreuer Größe zu beiden Seiten der Halle. Eine Tür geht zu einem weiteren Raum ab, in welchem einige exquisite Sitzgelegenheiten und Stehtische aus den edelsten Steinen zu finden sind. Bilder zieren die Wände. Diese Bilder sind alle samt auf den teuersten und seltensten Häuten gemalt und die Linienführungen der Bilder, welche alle samt besondere Ereignisse und Feierlichkeiten der Familie festhalten, sind fein und präzise. Am Ende des Raumes befindet sich ein Rundbogen, welcher von einem schweren roten Vorhang verschlossen ist.

Auf der Rückseite des Anwesens befindet sich der Speiseraum. Die Tafel ist U-Förmig aufgebaut und mittig vor Kopf sitzen selbstredend die Hausherren selbst und die engsten Familienangehörigen. Danach die Plätze werden strikt nach Rängen vergeben.

Auf der anderen Seite der Eingangshalle befindet sich ebenfalls ein Rundbogen. Hinter diesem befindet sich die größte Halle des Anwesens. Meist steht diese nahezu leer. Einzig ein Podest am Ende der Halle ist immer vorhanden. Zu den Auktionen werden zusätzlich auf der Außenseite des Saals Käfige und ähnliches aufgebaut, um die Sklaven nach ihrer zur Schaustellung noch zu präsentieren. Auf der Gegenüberliegenden Seite finden sich zu den Veranstaltungen zahlreiche Sitzecken, von denen aus, die Shebaruc die Veranstaltung beobachten können. Die Halle ist schlicht und steinern. Doch schwere Ringe und Ketten, welche fest in den Wänden verankert sind, zeugen von den vielen Auktionen, welche hier veranstaltet werden. Vor Kopf der Halle, auf der gegenüberliegenden Seite des Podestes ist eine kleine Empore, auf der die Ehrengäste und die Familie selbst sitzt um die ganze Auktion bestmöglich im Blick zu haben. Unter der Empore sind schwere Tore, welche zu einem Vorraum führen, von welchem ein langer Abstieg in die Kellerebenen führt. Die Besonderheit dieses Abstiegs ist, dass es sich um keine Treppe sondern eine Schräge handelt, um auch Zentauren und anderen Kreaturen den Aufstieg leichter zu machen.

In der ersten Etage sind die Quartiere der Kinder, welche derzeit ebenso leer sind, wie jene bei Nêdjares Eltern.

In der zweiten Etage waren die Jugendlichen und Erwachsenen Kinder untergebracht, doch jetzt, wo nur noch Xandria und Queven übrig sind, teilen sie sich die große Etage lediglich zu zweit.

In der dritten Etage sind die Privatgemächer der Eltern, sowie das Arbeitszimmer des Vaters, welches zwei Türen hat, eines zu dem Flur und den Treppen, so dass niemand durch die Privatgemächer zu dem Raum muss und eine andere Tür führt zu seinen Privatgemächern.

Die 4. Und letzte Etage wird von den hochwertigsten und edelsten seiner Sklaven bewohnt. Eigentlich schickt es sich nicht, dass die Sklaven über einem selbst wohnen, doch Saxon ist dies gleich, seine Sklaven wissen, wem sie gehören und dass der Ort ihrer Schlafstädte keinerlei Bedeutung hat. So muss man zumindest erst an ihm vorbei um ihm sein kostbarstes Eigentum zu stehlen und eben aus diesem taktischen Grund, sind die Quartiere der Privatsklaven von ihm und seiner Gemahlin genau richtig gewählt.



Familienangehörige:

Saxon Verryl Dyth’Yîr (http://fc07.deviantart.net/fs71/f/2011/148/2/6/saxon_by_s_h_a_d-d3hfc7t.jpg)
Er ist der Ältere Bruder von Seldszar, Nêdjares Vater und das Oberhaupt dieser Familie Dyth'Yîr. Er ist stattliche 1,90 Schritt groß.

Zaryna Tamris Dyth’Yîr (http://fc02.deviantart.net/fs70/f/2011/148/f/7/zarnya_by_s_h_a_d-d3hflk4.jpg)
Sie ist die Gemahlin von Saxon, welche schon vor der Schande der Familie an seiner Seite stand und damals aus einer adligen Familie in eine Familie mit anerkanntem Ruf eingeheiratet hat. Ihr fällt es schwer die Situation zu akzeptieren und doch trägt sie ihr Schicksal mit Würde und hat ihren Gemahl stets unterstützt.

Cedry, Sancezs, Îlandess, Uwylja & Xandria – die Töchter von Saxon und Zaryna, welche jedoch bis auf Xandria alle samt vermählt sind und nur noch zu Besuch oder zu den Feierlichkeiten das Haus ihrer Eltern besuchen.

Vuzlyn, Quevven & Kelnozz die Söhne von Saxon und Zaryna, von denen zwei inzwischen selbst verheiratet sind und mit ihren Familien direkt nebenan, einer zur linken Seite und einer zur rechten des Elternhauses leben. Einzig Quevven, der Jüngste ist noch nicht verheiratet. Trotz des Rufes der Familie, hätte er alleine aufgrund seines Vaters zwar die Chance zu heiraten, aber er schlägt ganz nach seiner Familie und sieht davon ab, bis der Ruf wiederhergestellt ist.



Angestellte des Hauses Dyth'Yîr:

Skorzdrizs
Dieser Narg ist entgegen der anderen Narge keiner von Saxons Sklaven, sondern ein Angestellter der Familie. Der 2,40 Schritt große Krieger ist Sklavenjäger und Ausbilder und arbeitet für Saxon. Ab und an fungiert er auch als Wächter, Leibwächter oder hilft dabei die Kinder des Hauses im Kampf zu unterrichten.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 28. Mai 2011, 23:43 Uhr
31.07.510


<--- Dror Elymh – Das Anwesen von Seldszar Dyth’Yîr (http://forum.weltenstadt.de/?board=reisen;action=display;num=1306296826)

Nêdjare klopft an die Hintertür und ein Narg öffnet ihr die Tür und zieht sich alsgleich zur Seite zurück, damit die Edle an ihm vorbei ins Innere gelangen kann. Lyanrae starrt das riesige Geschöpf, angewidert an, ehe sie ihrer Herrin mit einem Gefühl des Ekels und des Unbehagens folgt und Nêdjare macht sich innerlich eine Notiz ihre Sklavin später dafür zurechtzuweisen. So verhält man sich als Sklavin nicht gegenüber Sklaven anderer Herren, schon gar nicht, wenn es sich bei dem Besitzer um den hohen Onkel ihrer Herrin handelt. Diese Notiz fest in ihren Gedanken verankert macht sie sich auf, ihren Onkel zu suchen. Gäste sind zum Glück noch keine da, doch in dem großen Saal stehen an einer Wand zahlreiche Pranger und Käfige, um die später bei der Auktion hineingeführten Sklaven zur Schau zu stellen. In Mitten des Raumes steht auch ihr Onkel und gibt seinen Sklaven Anweisungen. Nêdjare schwebt zu ihm und lächelnd begrüßt Saxon seine schöne Lieblingsnichte. Es freut mich wahrhaft dich zu sehen, Nêdjare. und Nêdjare erwidert höflich, aber nicht minder freundlich und mit einem herzlichen Lächeln: Die Freude ist ganz meinerseits. Es ist mir, wie immer eine Ehre und Freude, deinen Feierlichkeiten beizuwohnen.
Nun, wir sollten uns etwas zurückziehen und deine Pläne besprechen, Liebes, ich möchte nicht, dass es hier bei mir zu Unruhen oder dergleichen kommt und meine Geschäfte in Mitleidenschaft gezogen werden. Dein Bruder kam heute sehr wütend hier an und er fürchtet, du könntest alles ruinieren. Seine gerade noch liebevolle und sanfte Art wird nun drohend und wachsam. Auch die Betonung, die er in das Wort Liebes zeigt, dass es ihrem Onkel ernst ist. Überhaupt nennt er sie so nur, wenn sie irgendetwas gemacht hat, was ihn nicht gerade freundlich stimmt.
Onkel Saxor, das würde ich nie wagen! entfährt es Nêdjare eine Spur zu erbost. Wie konnte ihr Bruder es wagen, zu seinem Onkel zu rennen? Saxor winkt ab. Das kannst du mir gleich erklären! Dann ruft er seinen Sklaven noch letzte Befehle zu, damit diese sich auch ja richtig um alles kümmern und alles vorbereitet ist, ehe die Gäste erscheinen. Dann stiefelt er vor, schreitet die schweren Stufen zu seinen Privatgemächern hinauf und Nêdjare folgt ihm, nicht jedoch ohne ihre eigene Sklavin anzuweisen: Bleib hier und warte bis ich zu dir zurückkomme, fass nichts an und wage es nicht mir Schande zu bereiten!
Ja, meine Gebieterin, ich werde hier warten und mich kein Stück von der Stelle bewegen!  versichert die Hochelbe ehrfürchtig. Sie kennt Saxor zu gut und würde sich hier nie einen Fehltritt erlauben und so eilt Nêdjare ihrem Onkel hinterher. Er führt sie in sein Arbeitszimmer und nimmt hinter seinem schweren Schreibtisch Platz. Nêdjare wartet bis er sie dazu auffordert und setzt sich dann auf die Schreibtischseite der Kunden und Geschäftspartner.
„Berichte mir, was du zu tun gedenkst!“ verlangt ihr Onkel zu wissen und ungesagt fügt er hinzu, du solltest den jungen Servyxen fallen lassen, dein Bruder hat dir eine Lösung gezeigt, wo wir keine Drecksarbeit für Ha’ar erledigen müssen und du verfolgst deinen Weg weiterhin?! Sein Blick ist streng und bohrend und Nêdjare fühlt sich fast wie ein kleines Kind unter dem aufmerksamen Auge ihres Onkels. Einen kurzen Moment muss sie sich sammeln und kann ihre Gefühle nicht beherrschen, was ihrem Onkel ein kaltes Lächeln abverlangt. Du wirst, Nachlässig, Liebes! ertönt seine scharfe Stimme in ihrem Kopf und wieder benutzt er dieses Kosewort, dass er nur zu nutzen pflegt, wenn er sehr unzufrieden mit ihr ist. Nêdjare schüttelt ihre Gefühle ab und kehrt zu ihrer kalten, berechnenden Mine zurück, alle Gefühle drängt sie weit von sich fort, um ihre Masken wieder aufzubauen und nichts preiszugeben. Der Blick ihres Onkels ruht nun nicht mehr nur kalt sondern fast schon abwertend auf seiner Nichte und Nêdjare spürt einen kurzen Anflug von Wut, welcher ihren Onkel zu einem lauten Lachen ermunternd und ihren Zorn nur noch schürt.
Was beim Dunklen hat mein Bruder ihm erzählt und was nur hat der Narr sich dabei gedacht?
Der Blick ihres Onkels wirkt nun amüsiert und erheitert, als Nêdjares Stimme kalt wie Eis die Luft des Raumes schneidet: „Was immer mein Narr von Bruder dir auch erzählt haben mag. Er hat keine Ahnung. Was glaubst du wird passieren, wenn Ha’ar Chyazal herausbekommt, dass ich nicht an dem jungen Servyxen dran bleibe. Ich mache dies um auf Zeit zu spielen!“ Fast hätte sie ein ‚Du Trottel‘ angehangen, doch kann sie sich gerade noch beherrschen diese unschickliche Antwort hinab zu schlucken. Stattdessen führt sie fort: „Außerdem kann uns der Junge nützlich sein, ich habe ihn in der Hand, auch wenn ihm das missfallen wird und ich gedenke ihn in unsere Angelegenheit zu verwickeln. Ihm wird nichts bleiben, als an Jyzreds Seite zu kämpfen und beide werden als Helden heimkehren. Die Verbindung zu dem Helden des Rîm wird uns nutzen und außerdem…“ Nêdjares Blick bohrt sich kalt in den ihres Onkels, als sie weiterspricht, „wird es Chyazal noch mehr verärgern, denn wenn wir fertig sind und sei dir gewiss mein Plan wird aufgehen, dann bedeutet es, dass er uns nichts mehr anhaben kann.“ Sie schenkt ihrem Onkel ein kaltes Lächeln, in dem sich all ihre Berechnung und List widerspiegelt und ihrem Onkel bleibt nichts, als das Lächeln zu erwidern, ehe er milde gestimmt fortführt: „Also hast du nicht vor, das Gastrecht zu verletzen sondern nutzt das Gastrecht lediglich um unseren Feind – dessen Namen ich im Übrigen nie wieder aus deinem Munde und schon gar nicht in meinem Haus hören möchte – hinzuhalten und ihn am Ende noch tiefer zu treffen.“ Es handelt sich um keine Frage, vielmehr um die einzig richtige Schlussfolgerung ihres Onkels und Nêdjare nickt und ihre Stimme wird wieder milder: „Ganz genau, Onkel Saxon. Im Übrigen habe ich dir nie Grund gegeben an mir zu zweifeln und gedenke dies auch künftig nicht zu tun, ich bin keine dieser arroganten Gänse wie meine Schwestern es sind und möchte auch nicht wie eine solch mindere Kreatur behandelt werden!“
Nun erhebt sich ihr Onkel, beugt sich vor, so dass sein Gesicht direkt vor dem seiner Nichte ist und seine Stimme ist nun nicht mehr nur drohend, sondern schon als offen aggressiv zu bezeichnen: „Deine Schwestern mögen naive Narren sein, Nêdjare, aber sie sind keine minderen Kreaturen! Nennst du sie so beleidigst du deine Eltern und dich selbst und was noch schlimmer ist...“ Seine Stimme nimmt noch einen zischenden Ton an: „…Mich und ich lasse mich in meinen eigenen  Wänden von niemanden beleidigen!“ Nêdjare blinzelt nicht, zuckt nicht zurück, senkt aber nach kurzem Zögern den Blick und erwidert: „Vereih mir, Onkel Saxon.“ Ob dieser Geste, welche den Rang ihres Onkels anerkennt und der Worte die ihm Recht geben und um Verzeihung bitten, wendet er sich von seiner Nichte ab. „Es ist alles vorbereitet, das Gastgeschenk hergerichtet und alles wird geschehen, wie es geschehen soll. Ich muss jetzt zurück hinunter und du kannst machen was immer du beliebst. Es gibt für dich keine Vorbereitungen mehr zu treffen. Aber ich werde dafür sorgen, dass ihr euch im späteren Verlauf des Abends ungesehen unterhalten könnt, damit der Junge sich ob seiner Jugend nicht verplappert oder seine Emotionen nicht unter Kontrolle behält, wenn er nur halb so kitzköpfig wie dein Bruder ist, wird es nötig sein, dass ihr weit von allen entfernt seid, die seine Gefühle lesen könnten. Ihr könnt daher mein Arbeitszimmer für eure Unterredung nutzen.“ Mit einem arroganten Lächeln ergänzt er: „Und wenn du nicht lernst dich besser zu beherrschen, werden wir auch dich ob deiner verräterischen Gefühle verstecken müssen, Liebes.“
Wieder dieses verhasste Wort. Nêdjare wendet sich ohne ein Wort ab und stapft die Treppe hinunter. Eigentlich wollte sie sich selbst um das Geschenk für den jungen Seryvxen kümmern, doch ihr Onkel hat ihr – wieder einmal – alles aus der Hand genommen – und mehr noch, er hat es wie immer und wie kein anderer es vermag, geschafft ihre Mauern so spielend leicht zu durchbrechen, dass sie ihre Gefühle nicht verbergen kann. Sie würde üben müssen, wenn sie weiterhin bei den großen Tieren würde mitspielen wollen und doch weiß sie, dass keiner es schafft ihre Masken so spielend wegzuwischen, wie ihr Onkel. Nichts desto trotz fürchtet sie, dass solange er es vermag, es auch jemand anderes können würde. Ein Umstand, der ihre Stimmung nicht gerade hebt.

Wieder unten angelangt schaut sie dem Treiben zu und beobachtet wie ihr Onkel prüfend die Vorbereitungen begutachtet, als Nêdjare plötzlich einen bohrenden Blick in ihrem Rücken spürt. Anmutig mit spöttisch vorgerecktem Kinn, wendet sie sich um und blickt in die wütend lodernden Augen ihres Bruders. Jyzred?!? Für einen Moment versteht sie nicht, doch er verdeckt seine Gefühle nicht einmal sondern schleudert ihr seine Wut offen entgegen, ehe er sich abwendet und die Stufen zu seinem Cousin Quevven hinauf eilt. Nêdjare versteht nicht Recht, was ihren Bruder geritten haben mag. Zugegeben, er ist sauer, dass er nicht als erstes von ihren Plänen erfahren hat, aber so wütend?
Irgendetwas stimmt hier nicht… stellt sie wachsam fest und ihr Blick gleitet wie desinteressiert zurück zu den Sklaven und deren Tätigkeiten, doch in ihrem Innern ist sie ganz woanders und so bemerkt sie kaum, wie die Vorbereitungen fortschreiten und letztendlich beendet sind. Erst als ihr Onkel zu ihr tritt, erwacht sie aus ihren Gedanken. „Die ersten Gäste werden bald hier sein. Wir werden den Empfangsbereich nun verlassen und alles weitere den Sklaven überlassen. Nêdjare nickt ihm zustimmend zu und kurz darauf folgt sie ihrem Onkel in einen anderen Raum, in welchem einige Stehtische und edle Sitzgarnituren stehen und dichte rote Samtvorhänge sich von der Decke herab wölben und in den Ecken wie Vorhänge zusammengebunden den steinernen Raum einsäumen. Gemälde mit Blut und Kohle auf Haut gemalt zieren die Wände und einige Skulpturen aus Knochen stehen in gewölbeartigen Wandnischen, ausgeleuchtet von dicken roten Kerzen. Nêdjare gesellt sich gemeinsam mit ihrem Bruder zu seinem Onkel und deren Kinder, kurz darauf erscheinen auch ihre Eltern durch den selben Hintereingang, den auch Nêdjare nahm und als erste Gäste, welche den Haupteingang passieren, tauchen ihre Schwestern mit ihren Familien auf.
Ein Wunder, dass sie sich überhaupt dazu herablassen, sich hier sehen zu lassen… Vermutlich nur ob sich die neusten und besten Sklaven für ihre neuen Häuser zu sichern. Nêdjare hasst ihre Schwestern wirklich und gleich was ihr Onkel auch sagen mag, diese beiden so auf ihren eigenen Ruf bedachten Wesen, konnten nie und nimmer mit ihr oder gar ihren Eltern verwandt sein! Lächelnd begrüßen die Familien einander, selbstredend dem Rang nach und nun ist auch Nêdjare dran und neigt vor den Männern ihrer Schwestern leicht den Kopf, wie es sich für die rangniedrigere Person einer niedrigeren Familie gebührt und drückt anschließend ihre Schwestern kurz und ein wenig zu steif an sich. Erst dann widmet sie sich den Kindern, selbstredend dem Alter nach. Zuerst die Kinder ihrer ältesten Schwester, denn sie gehören der höheren Familie an und dann jene der Jüngeren. Ganz, wie es sich gehört.

Immer mehr Gäste kommen, doch Nêdjare grüßt keine von ihnen, denn all diese Familien haben nichts mit ihr zu schaffen und so benimmt sie sich, wie immer man es von ihr erwartet, distanziert und kalt. Ihre Sklavin steht ein wenig abseits, bei den wenigen anderen elbischen Sklaven, denn die Narge von Saxon scheinen ihr nicht geheuer und so senkt sie unterwürfig den Blick um den Zorn keines der anderen Shebaruc auf sich zu lenken. Nêdjare ist stolz auf ihr Werk, wie diese so regungslos dort steht, demütig den Kopf gesenkt, abseits der hohen Rasse der Shebaruc und darauf wartend, das ihre Herrin etwas von ihr verlangt. Auch wenn sie ihre Bestrafung selbstredend nicht vergessen wird, erfüllt der Anblick ihres Eigentums Nêdjare mit einer Spur Freude.

In ihren seidigen schwarzen Gewändern mit edlen blauen und silbernen Stickereien mit den Zeichen ihres Hauses und ihrer Familie und blausilbrigen Schmuck behangen wartet sie ab und beobachtet desinteressiert die immer zahlreicheren Gäste und lauscht den Fetzen des ein oder anderen Gespräches in der Hoffnung, etwas interessantes herauszufiltern, bei dem man genauer zuhören könnte, aber selbstredend drehen sich alle Gespräche um nichts als Belanglosigkeiten. Besonders die Fetzen, welche sie von ihren Schwestern vernimmt sind so unwichtig, dass es Nêdjare schwer fällt nicht die Augen zu verdrehen oder verräterische Gefühle nach außen dringen zu lassen. Diese  gesellschaftlichen Ereignisse und politischen Spiele langweilen sie zutiefst.

Während Nêdjare abwartend bei ihrer Familie weilt, hat Cyrsad das Anwesen des Saxon Dyth’Yîr erreicht. Er hatte es an der falschen Eingangstür versucht, doch der 2,40 m große Narg, Skorzdrizs, welcher die Tür bewacht, hat den jungen Seryvxen bemerkt und ihm die richtige Tür, welche sich zur linken Hand der Vorterasse befindet, geöffnet. Der Narg mustert den Besucher kurz prüfend. Auch neigt er nicht, wie man es von einem Sklaven gewohnt ist, sein Haupt vor dem Shebaruc. Doch wendet er den Blick rasch ab und weist mit der Hand zu dem Rundbogen zur linken Hand der Eingangshalle, wo sich der Hausherr, seine Familie und die Gäste befinden, um auf die letzten Ankömmlinge zu warten.

Nêdjare ist zutiefst gelangweilt, als der junge Shebaruc den Raum betritt  und so blickt sie mit einem kurzen Lächeln auf, als Cyrsad den Rundbogen passiert. Viele Gäste halten den Atem an, haben sie den Helden des Rîm oder dessen Familie doch bisher nie hier gesehen. Für gewöhnlich treiben sich keine Mitglieder des Hauses Mondsteins hier herum und so folgen ihm auch einige der Blicke durchaus feindlich. Erst als sie bemerken, dass Nêdjare ihm ihre Aufmerksamkeit schenkt und ihn genau aber auch freundlich beobachtet, schlägt die Feindlichkeit ein wenig in Überraschung, Neugier und Interesse gepaart mit Eifersucht, um. Hier und da vernimmt die Shebaruc zwar noch immer eine gesunde Spur Argwohn, doch die Wut und die offene Feindlichkeit sind nun anderen Gefühlen gewichen.
Nêdjare ist gespannt, wie sich der Junge machen wird. Er wird viele der Gäste nur vom Sehen kennen, aber es würde genügen ihren Onkel, ihre Familien und sie selbst in angemessener Reihe zu begrüßen. Sie ist gespannt in wie weit er sich vorbereitet und informiert hat und wie seine Ansicht nach die Rangverteilung aussieht. Auch ist sie gespannt, an wievielter Stelle er sie begrüßen wird und ob er ihren Schwestern und deren Familien überhaupt Beachtung schenkt. Eigentlich wären sie ob den Namens den sie nun tragen vom angesehensten Hause, zumindest wenn man von den anderen Gästen absieht und nur die Dyth’Yîr betrachtet. Doch sie haben geheiratet und waren nur zu Gast, was so viel heißt, dass es ihm als Neuankömmling genügen könnte den Gastgeber selbst und die Person, welche ihn eingeladen hat – zu begrüßen. Anstandshalber sollte er auch ihre Eltern nicht übergehen und sich noch ihrem Bruder vorstellen, doch ihre Schwestern waren unnötig. Würde er das erkennen und genügend Nachforschungen angestellt haben um zu wissen, wie er sich bestmöglich verhält? Nêdjare weiß es nicht, doch wird sie gleich erfahren, wie der junge Shebaruc die Spiele der Politik und Macht zu spielen versteht und all das wird ihr Aufschluss geben und nur hilfreich sein, denn bisher konnte sie nur in Erfahrung bringen, dass er sich aus politischen Intrigen und Spielen fern zu halten pflegt.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Cyrsad am 29. Mai 2011, 12:22 Uhr
--> Dror Elymh - Die Mondsteintiefe (http://forum.weltenstadt.de/?board=reisen;action=display;num=1286915277)

Als Cyrsad zusammen mit seiner Leibsklavin den geräumigen Raum, in dem einige Stehtische und edle Sitzgarnituren stehen, um die sich schon eine große Anzahl Gäste gescharrt haben, betritt, ist er froh, das Geschenk seines Onkels, den Siegelring der Familie Seryvxen am Finger zu tragen. Heute Abend wird ihm das wertvolle Stück aus matt, silbrig-blau schimmernden Vyl und einem silbrig, blauen Nebelquarz, in dem das Zeichen der Familie Seryvxen kunstvoll eingeritzt worden ist, seine Dienste erweisen. Der Nebenquarz wird ihm dabei helfen zu verschleiern, seine Geheimnisse zu bewahren und seinen Geist und seine Gefühle gegenüber seinen Freunden und Feinden abzuschotten. Genau das richtige für einen aufstrebenden Seryvxen, der seinem Onkel in die Fußstapfen der Politik Dror Ehlyms folgen soll.
So ist dem jungen Sebaruc nichts anzumerken, außer eine stoische Ruhe und Selbstsicherheit, als er mit festen Schritte und dem ihm so eigenen verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht zu Saxon Dyth’Yir, dem Gastgeber, tritt. Das ihm die Blicke der Anwesenden folgen nimmt er zur Kenntnis, mehr aber auch nicht. Zen folgt dem Blutelben mit tief gesenktem Kopf in angemessenem Abstand.
Er vollzieht die Prozedur der Höflichkeiten und des Respekts, wie er es von seinem Onkel Xyntratos gelernt hat. Auch für Saxon hat der Shebaruc mit den roten Haaren ein Gastgeschenk dabei. Der Leibsklave seiner Mutter, Wallen Vren Tenkas, hat auf seine Abweisung hin aus der Schatzkammer des Anwesens einen Ring aus Mondsilber und einem wunderschön verarbeiteten Malachit, von satter grüner Farbe mit wilden giftgrünen Mustern, die als Flecken und Sprenkel, Bänder, Wirbel und Spiralen den Stein übersähen, geholt. Der Ring ist weder zu wertvoll noch zu gewöhnlich, als das die Überreichung als Gastgeschnek eine Beleidigung sein könnte. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Hausherrn und dessen Gemahlin, suchen Cyrsads Augen die Person, die ihm die Einladung ausgesprochen hat. Einen kurzen Moment zögert der Junge, dann legt er den Kopf schief und geht auf die schwarzhaarige Stadtbekannte Frau zu. Eigentlich wären nach dem langatmigen Begrüßungsprotokoll, das strickt die Rangfolgen der Häuser und Familien befolgt, erst ihre Eltern an der Reihe gewesen, doch Cyrsad wäre nicht der Sohn seines rebellischen Vaters, des Freigeistes der angesehenen Familie Seryvxen, wenn er sich nicht eine eigne Interpretation der geregelten Sitten und Gebräuche der Shebaruc erlauben würde. Lächelnd senkt er kurz das Haupt vor Nêdjare und kreuzt die Hände über der Brust, ein altes Symbol des Respekts und Freundschaft zwischen den Shebaruc, denn wer beide Hände seinem Gegenüber zeigt, kann damit nicht nach einer Waffe greifen. Hinter sich vernimmt er leises Getuschel. Sehr gut, da hat der Pöbel wenigstens einen weiteren Grund, über ihm sich das Maul zu zerfetzen.
„Ich danke Euch für die Einladung“, sagt er mit ruhiger und fester Stimme, dann hebt er wieder den Kopf. Ein Grinsen wandert über sein blasses Gesicht als er mit einer Handbewegung Zen zu verstehen gibt, sich neben ihm zu stellen. Mit tief gesenkten Kopf und einem hochrotem Gesicht überreicht sie ihrem Herrn eine Tasche, die sie die ganze Zeit mit äußerster Vorsicht getragen hat. Ein kurzen Handgriff und Cyrsad holt die Statue der Neferat heraus. Sofort ist Zen wieder zur Stelle und nimmt ihrem Herrn fast schon liebevoll die Tasche wieder ab.
„Dies ist für Euch! Es ist ein Werk aus meiner Sammlung und ich hoffe es wird Euch dieselbe Freude bereiten, wie mir als ich es erschaffen habe.“
Selbstsicher überreicht der junge Blutelb Nêdjare die wünderschön verarbeitete Skulptur. Dieses Geschenk hat eine ganz andere Dimension als der Ring für ihren Onkel und weckt den einen oder anderen überraschten Blick der Umstehenden. Es ist ungewöhnlich, wenn nicht gar unpassend, oberflächlichen Bekannten ein so persönliches Geschenk, wie ein selber geschaffenes Kunstwerk zu überreichen. Doch Cyrsad findet, dass sich der sich der neue Held der Mondsteintiefe auch ein paar Besonderheiten erlauben darf. Er verschenkt was er will, wann er will. Wäre sein Vater hier würde er über seinen Sohn vermutlich amüsiert Lächeln, während Xyntratos missmutig die nächste Standpauke vorbereiten würde. Der junge Sebaruc senkt den Kopf, so dass ihre beiden Gesichter ein wenig näher aneinander rücken.
„Es tut mir leid, aber die Pflicht ruft. Ich werde noch das eine oder andere Gespräch über mich ergehen lassen müssen. Danach jedoch können wir uns gerne unterhalten.“
Er streicht sich eine seiner wirrabstehenden Haarsträhnen hinter das Ohr und schenkt seinem Gegenüber ein typisches Cyrsad Lächeln.
„Ich freue mich auf später“, sagt er nun wieder etwas lauter, bevor er sich wieder den anderen Gästen zuwendet. Diesmal beachtet der Junge alle Regeln, die ihm sein Onkel beigebracht hat, um die aufwendige Begrüßungsprozedur hinter sich zu bringen. Niemand wichtiges wird ausgelassen, aber Cyrsad ist auch klug genug niemanden mit seiner Aufmerksamkeit zu beehren, der es nicht wirklich verdient hat.
Nach einem längeren Gespräch mit dem Oberhaupt der Familie Fezvar‘ Hex, der mit dem Ha'ar Deassem aus dem Haus Morion, Lord des Hauses Morian und Maskenrat verwandt ist, der ebenfalls ein angesehener Gast bei der Sklavenauktion ist, wendet sich Cyrsad einen der Sklaven zu, um sich etwas zu Trinken einschenken zu lassen.
Er genießt den Geschmack des würzigen Weines, der ihm nach dem vielem höflichen Geplänkel die Kehle hinunterläuft.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 29. Mai 2011, 15:52 Uhr
31.07.510


Nêdjare ist ob des selbstbewussten Auftreten ihres Gastes ein wenig überrascht. Nicht eine einzige Gefühlsregung enthuscht dem jungen Shebaruc und Nêdjare muss widerwillig anerkennen, dass sie den blutjungen Seryvxen unterschätzt hat. Auch wenn sie sich selbst davon nichts anmerken lässt und emotionslos beobachtet, wie der Shebaruc ihren Onkel grüßt und ihm ein Gastgeschenk überreicht. Dann tritt Cyrsad zu ihr, übergeht ihre Eltern und grüßt sie direkt an zweiter Stelle, was Nêdjare nicht minder überrascht. Was sie jedoch noch mehr überrascht ist sie, als er offen betont, dass sie es war der ihn eingeladen hat, was die anderen Gäste ein wenig zu verwirren scheint, wie die Blutelbe amüsiert feststellt. Aber Cyrsad setzt noch einen oben drauf, als er ihr sein Geschenk übergibt und beiläufig erwähnt, dass er die wunderschöne Statuette selbst angefertigt hat. Mit solch einem persönlichen Geschenk hatte sie nicht gerechnet und auch die anderen Gäste wirken sichtlich überrascht. Vermutlich denken diese nun, dass Nêdjare und Cyrsad sich besser zu kennen scheinen, als es zuerst den Anschein erweckte und hier und da kann Nêdjare ein kurzes Aufflackern von Eifersucht wahrnehmen.
Mit welcher Selbstsicherheit mir Cyrsad dieses sehr persönliche Geschenk überreicht hat. bewundert Nêdjare das Auftreten des jungen Assassinen des Hauses Mondstein. Ja, in der Tat, sie hatte nicht damit gerechnet, dass er so sicher, fast schon wie selbstverständlich hier auftaucht und ihr mit einem solchen Geschenk für die Einladung dankt. Freude kommt in Nêdjare auf, als sie beinahe schon ehrfürchtig die so präzise ausgearbeitete Statue in die Hände nimmt und mit einem Lächeln dankt sie dem jungen Seryvxen für seine Großzügigkeit. Selbstredend entschuldigt er sich kurz darauf um der Etikette folgend nun auch die restlichen Anwesenden zu grüßen. Nêdjare lässt immer mal wieder, wie beiläufig ihren Blick zu ihm hinübergleiten und muss feststellen, dass er genau weiß was er tut. Er kennt viele der Anwesenden und grüßt sie bewusst in der richtigen Reihenfolge, wobei er einige der Personen bewusst außen vor lässt. So wie sich der junge Held des Rîm durch die Reihen der anderen Gäste bewegt, wird nur zu deutlich, dass er sich in diesen Kreisen zu bewegen weiß. Abermals muss Nêdjare anerkennend zugeben, dass sie den Shebaruc unterschätzt hat und für den Anflug einer Sekunde überkommt sie der Gedanke, ob er nicht doch fähig gewesen wäre Ha’ar Chyazals Rîmsklaven zu besiegen. Nêdjare wischt den Gedanken fort.
Das ist zu lächerlich. Niemals hätte er Lérelion besiegen können.
Cyrsad hat sich unterdessen Wein einschenken lassen. Die lange Prozedur der Begrüßung hat er hinter sich gebracht. Doch zu einem Gespräch kommt es noch nicht, denn die letzten Gäste sind eingetroffen und ihr Onkel bittet seine Gäste in den Speiseraum, um diese vor dem eigentlichen Höhepunkt des Abends, mit einem aufwendigen Menü zu erfreuen. Und so bleibt Cyrsad und Nêdjare nichts anderes übrig, als mit dem Gespräch zu warten und sich den anderen Gästen anzuschließen. Menschliche Sklaven zeigen den Gästen ihre Plätze und rücken ihnen die Stühle zurecht, damit diese sich setzen können. Gemäß der Etikette sollte Nêdjare bei ihrer Familie sitzen und Cyrsad an einem Platz bei den anderen Gästen. Doch Nêdjare tritt anmutig auf den Shebaruc mit den flammend roten Haaren zu und führt ihn mit zu ihrer Familie, wo sie auf den Platz neben ihrem eigenen weist. Die Anwesenden nehmen dies überrascht zur Kenntnis und Nêdjare fragt sich, wie viele Überraschungen sie den Gästen wohl noch präsentieren werden.

Nachdem alle Gäste an der großen Tafel Platz genommen haben und Saxon eine kurze Rede gehalten hat, eilen die ersten Sklaven mit silbernen Tabletts herein, unzählige Schalen und Platten mit erlesenen Leckereien werden auf der Tafel platziert, Wein wird nachgeschenkt und höflich werden den Gästen auch ihre Teller befüllt und das Essen beginnt. Nêdjare findet es wie immer langweilig. Es schmeckt gut, keine Frage, aber die Gespräche, welche sich um so viele Belanglosigkeiten drehen, ermüden sie. Selbstredend lässt sie sich auch davon nichts anmerken und genießt das Essen so gut es eben geht. Das Cyrsad wie selbstverständlich bei dem Gastgeber und seiner Familie diniert wird nach der anfänglichen Überraschung nun auch nicht weiter beachtet. Doch Nêdjare weiß, die Gerüchte werden sich wie ein Feuer durch die Ebenen Dror Elymhs ausbreiten und alsbald selbstredend auch Ha’ar Chyazal erreichen. Bisher läuft alles nach Plan, mit Ausnahme des doch sehr persönlichen Geschenkes von Cyrsad, dies könnte den Eindruck erwecken, als wäre es nicht das erste Treffen und könnte vermuten lassen, dass Nêdjare bereits Chancen hatte, den Assassinen auszuliefern. Andererseits, wenn sie des Öfteren miteinander zu tun hätten, wäre auch dies bereits bekannt und so baut Nêdjare darauf, dass Ha’ar Chyazal der Meinung bleibt, dass alles nach seinem Plan läuft. Unwissend, dass Nêdjare eigene Pläne hat.

Endlich haben sie das Essen hinter sich gebracht und Saxon läd seine Gäste nun zum Höhepunkt des Abends ein. Zufrieden und gesättigt machen sich die Shebaruc auf zu der Veranstaltungshalle und nehmen an den zahlreichen kleinen Tischen Platz, von welchen sie die Auktion zu verfolgen gedenken. Die Familie Dyth’Yîr nimmt gegenüber von der Bühne auf der kleinen Empore Platz. Selbstredend durfte Cyrsad nicht nur an der Tafel mit der Familie speisen, sondern darf auch hier Platz nehmen. Seine Sklavin folgt ihm in gebührendem Abstand und verhält sich, wie es sich für eine gutausgebildete Sklavin gebührt. Nicht einen einzigen klitzekleinen Fehler macht die Menschenfrau und Nêdjare muss an ihre eigene Sklavin denken, welche den Narg am Eingang so widerwillig gemustert hat. Cyrsads Sklavin würde ein derartiger Fehler gewiss nicht passieren, aber Cyrsads Sklavin war auch ein Mensch. Dumm und kurzlebig. Nichts für die Ewigkeit. Zu schnell altern sie und sterben.

Nêdjare hätte sich nun gerne mit Cyrsad zurückgezogen um ihre Unterredung zu führen, aber leider ist ihr dies ob der beginnenden Auktion nicht möglich, denn gerade wird der erste Sklave, ein Narg, hereingeführt und präsentiert. Nach und nach werden nun Narge, Menschen und Goblins hereingeführt, vorgestellt und an den dafür vorgesehenen Orten platziert. Erst nachdem alle Sklaven gezeigt und präsentiert wurden, beginnt die eigentliche Auktion. Schließlich wollen die Anwesenden erst die ganze Ware begutachten, ehe sie sich entscheiden, welche sie für sich mit nach Hause nehmen wollen. Nun, wo die Auktion beginnt, wird der erste Sklave wieder nach vorn geführt und die Gebote beginnen. Nach und nach, wechseln die Sklaven ihre Besitzer und auch dieser Teil der Veranstaltung neigt sich dem Ende zu. Doch Saxon hat eine weitere Überraschung parat.  Erhebt sich und tritt vor seine Gäste. Mit erhobener Stimme dankt er den Anwesenden für die Käufe. Es sei wie immer eine Ehre mit ihnen Geschäfte zu machen. Aber er hätte noch einige kleine Präsente für seine Familie und andere der höheren Anwesenden, welche er nun vorstellen möchte. Als gleich kommen zwei Narge herein und führen einen weiteren Narg herein. Ein Geschenk für seinen Bruder, wie Saxon betont. Der Narg ist ein wahrer Krieger und von imposanter Größe und Statur. Nêdjares Vater tritt hervor, dankt seinem Bruder angemessen und nimmt sein Geschenk entgegen. Unterdessen kommen die beide Narge zurück und führen dieses Mal eine Azadoura herein. Ein Geschenk für seine Schwägerin. Nêdjares Mutter ist ob der Großzügigkeit ihres Schwagers gerührt, nimmt ihr Geschenk mit tiefem Dank entgegen und nimmt ebenfalls wieder Platz. Dass Saxons eigene Frau und seine Kinder übergangen wurden, ist selbstverständlich. Ein jeder weiß, dass diese ihre Geschenke kaum bei einer öffentlichen Veranstaltung erhalten sondern der Sklaven ohnehin nur die Edelsten ihr Eigen nennen. Die Familien von Nêdjares Schwestern werden mit keinem Geschenk bedacht. Doch Jyzred erhält nun ebenfalls sein Geschenk. Natürlich bekommt er keinen Sklaven, denn Jyzred sammelt etwas ganz anderes. Seine Sammlung bewohnt unzählige Käfige in seinen Zimmern und er sammelt die seltensten und ungewöhnlichsten Kreaturen. Und so führen die beiden Narge nun einen angeketteten Panther herein, dessen Maul durch einen eisernen Korb verborgen ist, damit er niemanden der Gäste beißen kann. Auch die Pfoten des tobenden Tieres sind unter dicken ledernen Stulpen verborgen, damit die Krallen des Raubtieres niemanden verletzen können. Jyzred tritt vor, dankt seinem Onkel und die Narge helfen ihm das große tobende Tier zu einem der Käfige zu zerren. Wo es für den Abend bleiben wird, ehe Jyzred es mit nach Hause nimmt. Nun ist auch Nêdjare an der Reihe und tritt anmutig zu ihrem Onkel. Einer der Narge führt nun eine Elbe herein, welche noch sehr jung zu sein scheint. Eine Waldelbe, wie Nêdjare anerkennend feststellt. Die braunen langen Haare trägt sie zurückgebunden und ihre rehbraunen Augen blicken wie die Augen einer Jägerin um sich, ehe sie den Blick senkt, wie es ihr gelehrt wurde. Nêdjare ist ob dieses Geschenbks entzückt und dankt ihrem Onkel angemessen. Sie führt ihre Sklavin ebenfalls zu der Seite des Raumes, an der alle Sklaven auf das Ende des Abends warten, und kettet sie an der Wand fest. Sie würde dort weilen müssen, bis der Abend vorüber war. Anmutig will Nêdjare zu ihrer Familie zurücktreten, doch ihr Onkel hält sie davon ab und so bleibt Nêdjare an seiner Seite stehen, als der andere der Narge eine weitere Elbe, eine noch sehr junge Hochelbe, hereinführt. Die Elbe ist noch sehr jung und obwohl man schon weibliche Rundungen erkennen kann, befindet sich das junge Ding noch in seiner Jugend und ist gerade erst dabei ihre Weiblichkeit zu entwickeln. Die blonden Haare des Kindes sind hochgesteckt und ihre blauen Augen sind kalt und emotionslos zu Boden geneigt. „Das nächste Geschenk, ist nicht von mir – jedenfalls nicht ausschließlich – es ist ein Geschenk meiner Nichte für den ehrenwerten Cyrsad Xrelyselc Seryvxen.“ Als Cyrsad nun nach vorne geht um sein Geschenk entgegen zu nehmen, erhebt Nêdjare ihre Stimme und betont: „Denn wem sollte die Tochter Lérelions sonst zustehen, wenn nicht dem Helden, der ihren Vater besiegte?“ Die Augen ihrer eigenen Sklavin heben sich und starren auf die Szene vor sich. Selbstredend war der Name Lérelion nicht notwendig, um ihr klar zu machen, dass es ihre Tochter ist, welche nun den Besitzer wechseln wird. Nach einer kurzen, aber dafür umso emotionsgeladener Gefühlsregung, senkt sie wieder den Kopf und versucht die Geschehnisse nicht zu beachten. Nêdjare macht sich eine weitere gedankliche Notiz.

Selbstredend ist das Geschenk, welches sie Cyrsad soeben macht, überdimensioniert und fast schon unangemessen übertrieben. Aber ihre Aussage hat das Geschenk zu einem notwendigen Ereignis gemacht, denn selbstredend erkennen alle Gäste an, dass dem Helden des Rîm diese Beute, die Tochter des Lérelion, zusteht und so wird das Geschenk von den anderen Anwesenden anerkennend zur Kenntnis genommen. Cyrsad bedankt sich ebenso, wie es sich geziemt. Er dankt sowohl ihr als auch ihrem Onkel, denn auch wenn Nêdjares Sklavin die Mutter der noch unberührten Kleinen sein mag, hat die Sklavin die Ausbildung und Erziehung in den Kellern ihres Onkels genossen. So dass es sich in der Tat um ein Geschenk ihrer Beide handelt. Nêdjare und Cyrsad nehmen weder Platz und auch einige der wenigen anderen Ehrengäste erhalten Geschenke des guten Willens, für eine so langjährige Zusammenarbeit und dann ist auch dieser Teil des Abends hinter sich gebracht. Die Gäste trinken Wein, reden und begutachten die Sklaven, welche sie erworben haben. Für Nêdjare ist dies nun der beste Moment, sich mit Cyrsad zurückzuziehen und so wendet sie sich ihm mit einem Lächeln zu. Cyrsad Xrelyselc Seryvxen, wenn ihr mich ins Arbeitszimmer meines Onkels begleiten mögt. Dort können wir ungestört sprechen.
Und schon bahnen sie sich den Weg durch die Gäste und auf die Treppe in der Eingangshalle zu. Lyanrae, folge mir! sendet sie noch an ihre eigene Sklavin, und  so folgt die Elbe ihrer Gebieterin und ihren Begleiter anmutig in angemessenem Abstand. Vor der Tür des Arbeitszimmers weist Nêdjare die Elbe an, dass sie hier warten und sichergehen soll, dass sie niemand stört, ehe sie eintritt und auf dem Stuhl ihres Onkels Platz nimmt und Cyrsad geheißt auf der gegenüberliegenden Seite vor Kopf des Schreibtisches Platz zu nehmen.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Cyrsad am 30. Mai 2011, 10:11 Uhr
Cyrsad bringt die Begrüßung und das Essen ohne mit der Wimper zu zucken hinter sich. Obwohl er innerlich bis zur Schmerzgrenze gelangweilt ist, lässt sich der junge Shebaruc nichts anmerken. Mal hält er ein nettes Schwätzchen mit der Gemahlin von Saxon Dyth’Yir, mal redet er mit einem entfernten Bekannten seines Onkels Xyntratos oder lässt sich auf einen politischen Plausch mit Elroyn Fezvar‘ Hex ein. Die Floskeln, das geheuchelte Interesse und die Ehrbekundungen gehen dem Jungen völlig automatisch von den Lippen, ohne das auch nur einer auf Cyrsads Unlust hätte schließen können.
Zur Sklavenauktion hat er sich in einem großen Ohrensessel auf der Empore bequem gemacht. Dort sitzt er, die die Beine übereinander geschlagen, den Kopf auf die Hand aufgestützt und beobachtet wie ein Sklave nach dem anderen seinen Besitzer wechselt. Ab und zu wirft er Nêdjare einen kurzen Blick zu, in dem ein leichtes spöttisches Schmunzeln liegt, bevor er wieder mit gespieltem Interesse die Geschehnisse in der Veranstaltungshalle verfolgt. Viel mehr, als dieses Sklavenpack, fesselt den Jungen die Frage nach dem Grund für sein Hier sein. Noch immer hat er nicht herausfinden können, was Nêdjare so dringendes von ihm möchte, dass sie ihn, hier in das Haus ihres Onkels eingeladen hat. Je länger seine Gedanken um die Frage kreisen, umso sicherer ist er, dass seine Anwesenheit nicht mit seinem kürzlich erworbenen Heldenruhm zusammenhängt. Eine Frau wie Nêdjare, mit dem Ruf Männern nie offen ihre Gunst zu zeigen, würde sich von so etwas ganz sicherlich nicht blenden lassen. Nachdenklich fahren seine Finger über den Katardolch, während sein Blick auf der Szenerie unter ihm ruht, ohne das er richtig die eintönigen Geschehnisse, die sich dort abspielen, wahrnimmt.
Plötzlich fällt sein Name.
„Das nächste Geschenk, ist nicht von mir – jedenfalls nicht ausschließlich – es ist ein Geschenk meiner Nichte für den ehrenwerten Cyrsad Xrelyselc Seryvxen.“
Überrascht zieht der rothaarige Shebaruc eine Augenbraue nach oben. Saxon steht vor seinen Gästen, neben ihm hat sich Nêdjare gestellt und beide schauen ihn erwartungsvoll an. Der Junge erhebt sich mit einer geschmeidigen Bewegung und geht auf die Beiden zu. Ein wenig verwundert ist Cyrsad schon, dass ihn Saxon und Nêdjare Dyth’Yir mit einer Sklavin beehren. Aber gut, dies scheint ein Tag voller Überraschungen zu sein. Seine Augen wandern kurz über das elbische Sklavenmädchen, das mit gesenktem Kopf neben dem Hausherren steht, während sich der junge Blutelb überlegt, sie als Geschenk für seine Mutter mit zu bringen. Er selbst hat nur wenig Interesse an der Erziehung von Sklaven. Doch da fordert Nêdjares selbstbewusste Stimme schon wieder seine Aufmerksamkeit.
„Denn wem sollte die Tochter Lérelions sonst zustehen, wenn nicht dem Helden, der ihren Vater besiegte?“
Nur mühsam kann Cyrsad ein Entgleiten seiner Gesichtszüge verhindern. Es kostet seine ganze Kraft auf sein blasses Gesicht, das für ihn so typische überhebliche Lächeln zu zaubern. Innerlich hat der Junge das Gefühl, plötzlich dem Ausbruch eines Vulkans beizuwohnen.
Lérelions Tochter? Kann das wirklich sein?
Als würde es nicht reichen, dass der Shida’ya Abschaum ihn in seinen Gedanken heimsucht und tag täglich seine Selbstzweifel nährt, nein jetzt verfolgt ihn auch noch Lérelions Brut. Je genauer er das Elbenmädchen betrachtet, desto mehr Ähnlichkeiten zwischen Lérelion und seiner Tochter glaubt er fest zu stellen können: diese widerlichen hellen Augen, die Aussehen als wäre kein Leben in ihnen, das blasse, längliche Gesicht, die hellen Haare. Angewidert senkt er den Kopf. In diesem Augenblick ist er mehr als nur froh, über den Siegelring an seinem Finger. Ohne seine schützende Aura hätte ihn sein Gefühlsausbruch verraten. So schließt der Junge nur kurz die Augen, um sich zu sammeln und ein festes und selbstsicheres: „Habt Dank für das großzügige Geschenk!“ an die beiden Shebaruc zu richten.

Cyrsad ist froh, als er sich wieder setzen und seine zum Zerreißen angespannten Nerven mit einem großen Schluck Wein beruhigen kann. Nachdenklich fährt er sich über das Gesicht und mustert die Anwesenden, die schon bald wieder in die unterschiedlichsten Gespräche verwickelt sind. Du wolltest doch Ablenkung haben Cyrsad, nun jetzt hast du deine Überraschung.
Cyrsad Xrelyselc Seryvxen, wenn ihr mich ins Arbeitszimmer meines Onkels begleiten mögt. Dort können wir ungestört sprechen, reißt ihn Nêdjare aus seinen Gedanken. Der junge Blutelb nickt ihr nur kurz zu, als Zeichen, dass er verstanden hat. Seiner Leibsklavin gibt er die Anweisung auf der Empore auf ihn zu warten, während er selber der schwarzhaarigen Frau in das Arbeitszimmer des Hausherrn folgt. Er lässt sich auf den ihm angebotenen Stuhl nieder und mustert unverholen sein Gegenüber.
Ihr wolltet mit mir sprechen, sendet er.
Der rothaarige Blutelb hat sich in dem Stuhl zurück gelehnt, seine Hände liegen entspannt auf den Stuhllehen. Der Tisch, die Schränke, das Arbeitszimmer, all das erinnert ihn an Onkel Xyntratos und seine endlosen Lehrstunden und hilft ihm seine aufgewühlten Gedanken zu sammeln und sich auf das anstehende Gespräch zu konzentrieren. Halte deine Freunde eng und deine Feinde noch enger und lasse dich nie von deinen Gefühlen leiten, denn sie sind deine Schwäche. Der Verstand muss scharf sein, wie die Klinge deines schärfsten Dolches. Ein schmales, undurchsichtiges Lächeln wandert über Cyrsads Gesicht.
Gut, hier bin ich. Nun seid Ihr am Zuge!

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 30. Mai 2011, 17:15 Uhr

31.07.510


Endlich liegt der langweilige Teil des Abends hinter ihnen und der eigentliche Höhepunkt – zumindest jener für Nêdjare und Cyrsad – kann beginnen. Die Dyth’Yîr hat sich gut auf das Gespräch mit dem Seryvxen vorbereitet. Dennoch bleibt eine leichte Spur von Zweifeln, ob das Gespräch wirklich so nach Plan verlaufen würde. Immerhin hatte der Shebaruc für manch eine Überraschung gesorgt. Aber auch Nêdjare hatte ihn überrascht und gedenkt das Ganze noch zu toppen. Cyrsad hatte ob des Geschenks kein verräterisches Gefühl offenbart und inzwischen ist Nêdjare sich sehr sicher, dass mehr als bloße Selbstbeherrschung dahinter steckt. Wenn er Lérelion wirklich nicht besiegen konnte, und dessen ist sie sich sehr sicher, dann hätte er ob des Geschenkes, welches ihn immer an seine Niederlage erinnern würde irgendeine Reaktion preisgeben müssen. Aber das hatte er schlichtweg nicht.
Ihr wolltet mit mir sprechen sendet ihr der Blutelb zu, Gut, hier bin ich. Nun seid Ihr am Zuge!

Ja, Cyrsad, dass hast du richtig erkannt, ich bin am Zuge…
Weder ihre Mimik, noch ihre Gefühle verraten ihrem Gegenüber irgendetwas, denn Nêdjare ist geschult darin diese zu verbergen und sich nur seltenst zu einer verräterischen Gefühlsregung hinreißen zu lassen. Ihr Gegenüber ist ebenso emotionslos, trägt seine Gefühle wie hinter einer dicken Mauer verborgen, einzig seine Selbstbeherrschung und Selbstsicherheit dringen nach außen durch. Aber diese würde sicher alsbald bröckeln.

Nun, Cyrsad Xrelyselc Seryvxen, ihr könnt euch sicher kaum vorstellen, dass euer Sieg über Lérelion der einzige Grund für diese Einladung ist. bestätigt sie nichtssagend die Vermutungen, welche er ohnehin schon gehabt haben musste. Ihre Gefühle, tragen eine gleichgültige Note mit sich, als sie das Gespräch fortführt: Ihr habt allerdings nur zum Teil Recht, denn ohne Lérelion wäre es soweit wohl nie gekommen. Beiläufig streicht sie sich eine Strähne ihres nachtschwarzen Haares aus dem Gesicht und mustert den Shebaruc aus dem feindlichen Hause prüfend. Beinahe, aber nur beinahe hätte sie vergessen, dass er selbst dem verhassten Hause Mondstein angehört. Aber letzten Endes ist und bleibt Cyrsad ein Feind, auch wenn sie ihn zu nutzen gedenkt und so wird sie selbstredend nur das nötigste Preis geben und fährt fort: Seit eurer Bluttaufe ist euer Namen in aller Munde. In allen Tiefen Dror Elymhs hat man von euch gehört. Manche mögen euch als Helden sehen und feiern. Aber andere… sind weniger erfreut über das Ende eurer Bluttaufe. Ihr Blick bohrt sich kalt und berechnend in den seinen, auf der Spur nach irgendetwas das ihn verraten könnte, doch was immer ihn vor seinen Gefühlen schützt, es ist gut und lässt sich nicht erschüttern – noch nicht. Scharf wie eine frisch geschliffene Klinge sendet Nêdjare weiter: Und jene, die Lérelion kannten, bezweifeln, dass ihr ihn besiegt haben könnt. Nêdjare schenkt Cyrsad ein kaltes Lächeln, welches weder ihre Augen noch ihre Gefühle zu erreichen scheint. Auch ich kannte Lérelion und ich weiß, dass euer Sieg weder ehrenhaft noch rechtens war. Jetzt hat sie ihn soweit, denn seiner Haltung und der Gesichtsmimik nach zu urteilen, fällt es ihm sehr schwer die Beherrschung zu wahren und mit einem amüsierten Lächeln fährt sie fort: Mir ist das alles letztendlich herzlich gleich und wenn ich euren heldenhaften Ruf gefährden wollte, so hätte ich dies unlängst getan. Aber auch daran bin ich nicht interessiert. Cyrsad hat seine Fassung sehr schnell wiedererlangt und seiner Mimik ist nun keinerlei Regung mehr anzusehen. Kühl und berechnend ist sein Blick und die Härte welche aus seinen Augen spricht, lässt Nêdjare vermuten, dass er am liebsten seine Hand auf den Griff seiner Waffe legen würde, doch macht er dies nicht. Er ist weder so töricht noch so naiv ihr hier im Hause ihres Onkels offen zu drohen und so mustern sich ihre kalten Blicke eher testend. Beide scheinen zu prüfen, wie viel der Andere wohl wissen mag und versuchen auch nur die kleinsten Anzeichen zu deuten. Wäre Cyrsad nicht so jung, hätte Nêdjare ihn beinahe als ebenbürtig erachtet. Aber selbstredend hat er als Sohn des Hauses Mondsteins alles über Verhandlungen, Politik und dergleichen von Kindesbeinen an gelernt und wusste, wie man sich in solch einer Unterredung verhält. Mit Ebenbürtigkeit hatte all dies deswegen aber noch lange nichts zu tun.

Nêdjare fährt ihre Erzählungen fort: Leider ist meine Meinung in dieser Angelegenheit nicht gefragt und manch einer euer Feinde ist gar so erbost über die Tatsache, dass ihr trotz eures Versagens als Held gefeiert werdet dass es sich für euch zu einem großen Problem entwickelt hat. Selbstredend wurde euch dieser Rîmsklave gewiss nicht zugeteilt, damit ihr diesen am Ende besiegt. Nêdjare erwähnt nicht, das sie selbst angeheuert wurde, dem jungen Shebaruc den Garaus zu machen, bzw. ihn ans Messer zu liefern, auch der Name Chyazal fällt selbstredend nicht, soll sich der Shebaruc alles selbst zusammenreimen und seine Schlüsse aus der Situation ziehen. Wer den Sklaven für Cyrsad ausgewählt hat ist schließlich kein großes Geheimnis und so würde er sich selbst alles zusammenreimen können und wenn er es nicht längst erkannt hat, spätestens jetzt sehen, dass er hätte im Rîm sterben sollen.

Auch geht es in dieser Angelegenheit nicht nur um euren Tod. Vielmehr geht es darum, eure ganze Familie weit tiefer zu treffen. Und der Feind lauert nicht irgendwo, Cyrsad, er gehört eurem eigenen Hause an und seid euch sicher, dass er immer siegt, bzw. immer gesiegt hat. Aber diesmal werden wir zurückschlagen. Nun, wie es der Zufall will ist euer Feind auch der Meine und daher gedenke ich euch und selbstredend dadurch auch mir selbst in dieser misslichen Lage zu helfen. fährt sie nunmehr nahezu offen fort. Dass sie ihm nicht um seinetwillen helfen würde, wird dem Seryvxen ohnehin klar sein. Die Lage ist sehr heikel und nicht nur für euch steht dabei sehr viel auf dem Spiel. Aber ich spiele gerne und nun frage ich euch, Cyrsad, wollt ihr euren Feind am Ende doch den Sieg schenken oder den Tanz auf des Messers Klinge wagen?

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Cyrsad am 31. Mai 2011, 09:51 Uhr
Entspannt sitzt der junge Blutelb auf dem Stuhl und hört seinem Gegenüber schweigend zu. Kein einziges Mal unterbricht er seine Gesprächspartnerin, stattdessen fixiert er sie mit seinen schwarzen pupillenlosen Augen. Ab und zu huscht ein spöttisches Lächeln über sein blasses, jugendliches Gesicht, während sie ihm eine gefühlte Beleidigung nach der nächsten entgegenschleudert. Doch innerlich ist Cyrsad alles andere als ruhig. Er ist wütend, wütend wie dieses dreckige Weibsstück aus dem Hause Dyth’Yîr, es wagen kann ihn der Lüge zu beschuldigen.
Vielleicht weil es die Wahrheit ist?
Unsinn, sie kann nicht wissen, dass er den Nelschar nicht besiegt hat NIEMAND außer ihm kann das wissen.
Für einen kurzen Moment verkrampfen sich seine Finger in das Holz der Armlehnen seines Stuhles, dann liegen sie wieder genauso entspannt da wie vorher.
Die Lage ist sehr heikel und nicht nur für euch steht dabei sehr viel auf dem Spiel. Aber ich spiele gerne und nun frage ich euch, Cyrsad, wollt ihr euren Feind am Ende doch den Sieg schenken oder den Tanz auf des Messers Klinge wagen?
Ein böses Lachen entfährt seinem Mund, als Nêdjare ihre stille Ansprache beendet und ihn durchdringend ansieht. Langsam, mit der kontrollierten Bewegung eines Nebelparders vor dem Absprung lehnt er seinen Oberkörper vor und betrachtet die Frau mit einem kalten Blick. Die Gemächlichkeit seiner Bewehung, die lässige Körperhaltung, als das dient dazu seinen Feind in Sicherheit zu wiegeln, ihn von seiner Friedfertigkeit zu überzeugen, während er sein Innerstes zum reißen gespannt ist, wie die Sehne eines Bogens.
So, Ihr seid also der Überzeugung ich könne diesen dreckigen Nelschar nicht besiegt haben. Ihr behauptet mein Kampf war nicht ehrenhaft und rechtens?
In den emotionslosen Augen seines Gegenübers versucht der Junge irgendeine Regung, irgendein Gefühl abzulesen, das ihm einen Hinweis darauf geben könnte, ob sie nur blufft, um ihn zu provozieren oder wirklich etwas weiß. Doch Nêdjare aus dem Hause Dyth’Yîr zählt zu den Meister-Assassinen der Tiefen Dror Elymhs und Meister-Assassinen leisten sich keine dummen Fehler.
„Ihr beleidigt mich, meine Familie und mein Haus“, zischt er leise. Die Stimmung zwischen den beiden Blutelben knistert als wäre die Luft im Arbeitszimmer plötzlich mit magischer Elektrizität gefüllt. Nur zu gern, würde der Junge aufspringen und dem Miststück seinen Dolch zwischen die Rippen bohren. Sie hat die ganze Zeit ein abgekartetes Spiel mit ihm gespielt. Das Geschenk, Lérelions Brut, sollte ihn irritieren und aus der Reserve locken, um ihm zu einem Fehler hinzureißen. Und Cyrsad hasst es benutzt zu werden!
Nur widerwillig folgt sein Köper seinem Befehl sich wieder zurück zu lehnen und die Wut aus seinem Kopf und seinem Herzen zu verbannen. Noch vor ein paar Jahren, hätte der Junge den Hass und Zorn nicht kontrollieren können, zum Glück hat er viel dazu gelernt.
Ihr spielt also gerne Spiele? Gut zu wissen. Aber denkt daran, an mir werdet Ihr Eure Finger verbrennen. Ich habe Lérelion besiegt, wie es die Regeln der Bluttaufe fordern, etwas anderes zu behaupten, kommt einer Hausforderung gleich, die ICH nicht dulden werde! Ihr versteckt Euch mit Euren Anschuldigen hinter einem nebulösen Feind, der den Namen meiner Familie beschmutzen will. Ich neige eher zu der Ansicht, Ihr schiebt jemand anderen vor, weil IHR zu feige seid, mich selber offen anzuklagen. Also, Nêdjare aus dem Hause Dyth’Yîr, welchen Tanz der Klingen wollt Ihr wagen?
Den Oberkörper zurückgelehnt, betrachtet der junge Shebaruc sein Gegenüber. Er hat den Kopf auf seine gefalteten Hände abgelegt und mustert die schwarzhaarige Frau ohne mit der Wimper zu zucken.
Wollt Ihr Eure Beleidigungen zurück ziehen, oder steht Eure Familie ab diesem Tag mit der meinigen in einem offenen Konflikt. Einem Konflikt mit allen Konsequenzen…..Einem Konflikt, der sich Eure Familie bei Leibe nicht leisten kann, denn wenn ich richtig informiert bin, seid Ihr doch darauf bedacht den Namen Eurer Familie wieder von jeglicher Schande rein zu waschen, nicht wahr? Wir Seryvxen werden keine Beleidigungen dulden!

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 31. Mai 2011, 15:12 Uhr

31.07.510


Der kleine Narr aus dem Hause Mondstein wagt es doch tatsächlich ihr ins Gesicht zu Lachen, ehe er sich Raubtiergleich nach vorne beugt und sie mit einem kalten Blick aus seinen schwarzen Augen mustert. Ganz leise, aber nicht minder feindlich zischt seine Stimme an ihr Ohr: >Ihr beleidigt mich, meine Familie und mein Haus<
Nêdjare mustert ihren Feind emotionslos.  Noch nicht einmal mit der Wimper zuckt sie, ob seines Ausbruches und Cyrsad lehnt sich wieder beherrscht zurück, während er seine Gedanken an sie richtet und sie wissen lässt, dass er ihr kein Wort glaube. Sein Sieg sei rechtens und er sieht ihre Aussagen als nichts anderes, als eine offene Herausforderung. Aber das ist nicht alles, der junge Narr setzt doch gleich noch einen oben drauf, indem er sie fragt, ob sie ihre Beleidigung nicht zurückzuziehen gedenke und nun ist es an Nêdjare laut zu lachen. Ihr Lachen klingt fröhlich und hell. Beinahe könnte man es gar mit dem hellen Klingen von Glocken vergleichen, wäre da nicht eine minimal scharfe Note in dem Laut, welche ihr Lachen eher wie das metallene Kreischen zweier Klingen, die sich im Kampfe kreuzen, ertönen lässt. Nêdjare ist wirklich erheitert und Cyrsad scheint dies alles andere als zu gefallen und die Beleidung welche er ihr entgegen schleuderte klingt in den Ohren der Shebaruc nach. Ihr schiebt jemand anderen vor, weil IHR zu feige seid, mich selber offen anzuklagen.
Der kleine Wurm, hat es doch tatsächlich gewagt, sie, Nêdjare Izdarî Dyth’Yîr, als feige zu titulieren. Nêdjares Gelächter verklingt so schnell wie es ertönte und als Cyrsad sie nun auch noch offen darüber belehrt, dass sich ein großer Konflikt zwischen ihrer und seiner Familie anbahnen wird, wenn sie ihre Aussage nicht zurückzuziehen gedenke, wird Nêdjares Blick eisig und ihre Stimme zischt drohend, als sie erwidert: „Es spielt keine Rolle ob ich die Worte, welche wie Beleidigungen in euren Ohren klingen, zurückziehe oder nicht. Es ist für den Ausgang dieses Konflikts gänzlich unerheblich. Es wird weder euch noch eurer Familie nutzen. Was glaubt ihr wohl, wer mich in diese Angelegenheit gezogen hat? Und womit glaubt ihr wohl, verdiene ich mein Geld?“ Mit einer spöttischen Note sendet sie: Wohl kaum damit, einem blutjungen Shebaruc wie euch schöne Augen zu machen. Ihr solltet besser genau überdenken, wen ihr hier als FEIGE bezeichnet! Bei dieser Botschaft lässt sie ihren Blick einmal vom Gesicht über den Körper ihres Gegenübers gleiten, ein wenig geringschätzig, beinahe so, als würde sie eine Ware prüfen und für nicht gerade würdig erachten.

Dieser Narr, sein Sieg hat ihn so hochmütig werden lassen, dass er doch tatsächlich glaubt, die ganze Welt der Shebaruc würde ihm zu Füßen liegen. Dabei ist er es, der auf dem besten Weg ist, bald auf dem Boden zu liegen, während die Hohen seines eigenen Hauses über seinen leblosen Körper hinwegstolzieren und weiter ihres Weges ziehen.

Sie schenkt Cyrsad noch ein kaltes Lächeln, ehe sie weiter sendet: Niemand geringeres als Ha’ar Chyazal wünscht deiner Familie das gleiche Schicksal, wie es meine Familie ereilte und ob es euch passt oder nicht, er wird die besten auf euch ansetzen und nicht eher ruhen, bis der Name Seryvxen in Schande versinkt und ihr selbst an eurem eigenen Blut erstickt… Genaugenommen hat er bereits damit begonnen Pläne zu schmieden und diese in die Tat umzusetzen. Fragt ihr euch allen Ernstes, woher ich das weiß und woher ich solche Anschuldigungen beziehe? Ihr behauptet, wir würden uns einen solchen Konflikt nicht leisten können und doch erkennt ihr nicht wie unerheblich es ist, was wir uns selbst leisten können und was nicht. Es ist ebenso unerheblich, wie das was ich wirklich über euren Sieg denke. Ihr fürchtet euch vor meinen Beleidigungen? Das was ihr zu fürchten habt, junger Seryvxen wiegt weit schwerer als eine Beleidigung es je vermag. Mit Chyazal als Feind solltet ihr vielmehr um euren Namen selbst fürchten. Mit ihm in unserem Rücken werden wir Möglichkeiten aufbringen, die selbst deine Familie an eure Grenzen bringt. Aber ich wäre eine Närrin, wenn ich einen solchen Konflikt anstreben wollte und auch ihr seid kein solcher Narr, denn ihr könnt kaum tatsächlich glauben, dass es hier genau darum ginge. Ha’ar Chyazal macht dies nicht zum ersten Mal und sagen wir… Nun ich kenne seine Vorgehensweisen und bin nicht gewillt zusehen, wie er eine weitere Familie mit hinabzieht. Genau genommen will ich es also gar nicht erst soweit kommen lassen. Was ihr daraus macht ist eure Sache. Erzählt es rum, hängt es an die große Glocke und plaudert es wie ein Klatschweib weiter. Nur zu, es wird mir den Tod bringen und genau das wünscht ihr mir doch gerade, nicht? Ihr Lächeln ist wissend und fast schon ein wenig verspielt, als sie noch hinzufügt: Nur, was meint ihr, wird das Spiel mit meinem Tode enden oder gerade dann erst richtig beginnen?

Ihr Blick bohrt sich blauglühend in Seinen und ihr Lächeln wirkt nun beinahe freundlich oder wohlwollend. Ja, jetzt müsste selbst ein so junger Shebaruc wie Cyrsad erkennen, wie ernst die Lage tatsächlich ist und dass das Spiel nur allzu rasch eine gefährliche Wendung nehmen könnte. Sie hat den Feind benannt, was Cyrsad auf der einen Seite ermöglicht selbst zu handeln, auf der anderen Seite jedoch, hat sie ihm auch offenbart, dass der Feind bereits zu handeln begonnen hat und nun sollte er sich auch zusammenreimen können, was eine Meister-Assassine wie sie in dem Spiel verloren hat. Nêdjare hat sich im Spiel der Politik und der Intrigen stets an eine Faustregel gehalten, mit der sie es sehr weit gebracht hat und auch jetzt gedenkt sie sich diese zu nutzen:
Der Feind meines Feindes ist mein Freund… Zumindest solange bis der Feind bezwungen ist…

Aber würde Cyrsad dieses Bündnis eingehen, wohl wissend dass er dafür sein Haus hintergehen müsste? Doch was bliebe ihm anderes und war es nicht sein eigenes Haus, welches ihn zuerst hinterging und seine Familie zu ruinieren gedenkt? Nun sollte dem Shebaruc auch aufgehen, weshalb ihm dieser Rîmsklave angedacht gewesen war und da er vermutlich selbst am besten weiß, wie es ihm überhaupt möglich war Lérelion zu besiegen, würde er auch wissen, dass Ha’ar Chyazal wirklich sehr… sehr sauer ist und Cyrsads Lage einer Zwickmühle gleicht, denn wie er sich auch entscheiden mag, sauber da heraus wird er kaum mehr können und selbst wenn würde Chyazal das einfach nicht zulassen. Das Schicksal von Cyrsad war längst besiegelt. Doch würde er versuchen Nêdjare mithinab zu ziehen oder könnten sie einander, wie es Nêdjares Plan ist, helfen und ihre Namen gemeinsam retten?

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Cyrsad am 20. Juni 2011, 23:13 Uhr
Dem jungen Shebaruc fällt es immer schwerer seine kühle, emotionslose Fassade aufrechtzuhalten. Nêdjares Anschuldigungen treffen Cyrsad an einer äußerst empfindlichen Stelle. Denn obgleich ihre Behauptung, er könne Lérelion niemals besiegt haben, ihn in rasende Wut versetzt, so weiß er selbst doch nur zu gut, dass sie recht hat. Er hat versagt und diese Erkenntnis schmeckt in einem Augenblick wie diesen noch bitterer, als sie es sonst schon tut. Ihre scharfen Worte, die sie an ihn sendet, lassen den Jungen kurz zusammenzucken. Fieberhaft versucht er den Sinn ihrer stillen Ansprache zu erfassen, während seine Gedanken hastig und unruhig immer wieder hin und her wandern.
Ha’ar Chyazal. Der Ha’ar des Hauses Mondstein, seines Hauses, wünscht also Cyrsads Tod. Gut, das ist nichts Neues. Schon der dreckige Nelschar hatte so etwas angedeutet. Dies jedoch aus dem Munde einer berühmten Meister-Assassinin zu hören, ist jedoch ein ganz anderes Kaliber. Ihre Andeutungen sind wage und doch eindeutiger als ihm lieb ist und sie jagen dem Shebaruc mit den blutroten Haaren einen kalten Schauer über den Rücken. Seine Augen lassen die Gastgeberin nicht aus dem Blick, doch außer kaltem Spott, kann er keine Gefühlsregung ihn ihrem makellosen Gesicht erkennen. Ob der Ha’ar sie mit dem Auftrag betraut hat, ihn auszuschalten?
Reiß dich zusammen, Cyrsad und denk nach! Denk nach, verdammt noch mal.
Ihr interessiert mich nicht und Euer Leben oder Tod genauso wenig, sendet er ihr schließlich kalt. Er versucht in seine Worte all die Selbstbeherrschung und Kraft zu legen, die noch in ihm ruht. Und das wir Seryvxen, dem großen Chyazal ein Dorn im Auge sind, ist nichts Neues. Natürlich wies er mir Lérelion als Melyr zu, um mich sterben zu sehen. Nun….aber er hat sich in mir getäuscht! ICH habe gesiegt. Nicht mehr und nicht weniger! Sonst würde ich wohl nicht hier vor Euch sitzen und mir Eure jämmerlichen Beleidigungen anhören müssen.
Langsam lockern sich seine Finger wieder, die sich vor Wut und Anspannung in die gepolsterten Lehnen seines Sessels gebohrt haben.
Eure Worte sind voller Andeutungen, doch ich habe keine Lust auf Ratespielchen! Wenn Ihr etwas anderes von mir wollt, als einen Kampf unserer beiden Familien durch Eure Diffamierungen heraufzubeschwören, dann habt Ihr nun die Gelegenheit dazu, Euch zu äußern. Ihr seid also in die Pläne unseres Ha’ars eingeweiht? Gut…
Der rothaarige Shebaruc lehnt sich zurück und schenkt Nêdjare ein überhebliches Lächeln. Es ist künstlich und alles andere als echt, aber immerhin hat sich der Junge wieder soweit im Griff, dass er Kontrolle über sein rasendes Herz und seinen Verstand zurück erlangt
Ihr habt meine Aufmerksamkeit, zu mindestens vorerst.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 21. Juni 2011, 00:21 Uhr

31.07.510


Nêdjare musste einen kurzen Moment auf eine Antwort warten, auch ist ihr nicht entgangen, dass der junge Seryvxen zurückgezuckt ist. Doch kurz darauf hat sich der Blutelb wieder gefangen und die Worte die er sendet sind kalt und schneidend. Viel schlimmer jedoch, als die Art wie er die Worte sendet sind die Worte selbst. Er hält noch immer daran fest, dass er Lérelion besiegt habe und teilt ihr obendrein mit, dass er selbst weiß, dass seine Familie dem Ha‘ar ein Dorn im Auge ist. Ganz nach dem Motto, dass er sie nicht bräuchte um das in Erfahrung zu bringen. Nêdjare lehnt sich zurück. Ihr Blick ist emotionslos und sogar ein wenig desinteressiert, als sie den weiteren Worten, welche von jämmerlichen Beleidigungen sprechen, lauscht. Er habe keine Lust auf Ratespielchen und wenn sie keinen Kampf mit seiner Familie wünscht, soll sie sich jetzt äußern.
Der kleine Wurm wagt es doch tatsächlich, so mit IHR zu reden und glaubt scheinbar es wäre klug, sie zu provozieren. Für einen Moment fragt sich Nêdjare, ob dem kleinen Bastard sein Leben gleich ist oder ob er sich Dank all des Ruhmes gar für unbesiegbar hält? Seine überhebliche Art, passt der Meisterassassine jedenfalls gar nicht und sie ist auch nicht gewillt solch ein Verhalten irgendwem und schon gar keinem halben Kind, welches gerade erst die Bluttaufe hinter sich gebracht hat, durchgehen zu lassen. Blitzschnell springt sie über den Schreibtisch, eins iher Lor'Loaths gleitet dabei wie von selbst in ihre Hand, so routiniert sind diese Bewegungen.

Cyrsad versucht aufzuspringen, doch zu spät. Nêdjare ist bereits neben ihm, drückt ihm die Klinge an die Kehle und mit der anderen Hand drückt sie ihn bestimmt auf den Stuhl zurück. Die Klinge weicht dabei keinen Sekhel von seiner Kehle. Sie selbst gleitet hinter den Stuhl auf dem der junge Narr sitzt. Die Klinge liegt eng an dem Hals des Shebarucs. Auch wenn sie die Haut noch nicht durchschneidet, ist es offensichtlich, dass die kleinste Bewegung seines Kopfes ihm zumindest einen ordentlichen Schnitt zufügt. Wenn nicht gar schlimmeres. Aber Nêdjare ist nicht gewill ihn jetzt und hier zu töten. Sollte er sich aber weiterhin so dämlich anstellen, könnte sie ihn immer noch an Ha’ar Chyazal ausliefern. Statt sich jedoch weiter mit Gedanken über das Kommende zu beschäftigen, beugt sie sich von hinten zu Cyrsad hinab. Ihr Kopf ist ganz dicht an seinem und ihre Lippen nah an seinem Ort. Die Klinge nach wie vor an der Kehle des Jungen. Leise und sehr feindlich zischt sie: „Du bist so ein Narr… Was glaubst du, was du hier tust, bist du des Lebens müde? Wenn dem so ist, tue dir keinen Zwang an. Mach nur weiter so. Ich jedenfalls höre mir deine Beleidigungen nicht länger an!“ Einen Moment wartet sie. Der Schock des Jungen darüber, wie schnell er sich hat von ihr überrumpeln lassen, durchströmt den ganzen Raum und Nêdjare lächelt kalt, was der Shebaruc aber nicht sehen kann. Er ist  dank des Lor'Loath noch nicht einmal fähig seinen Kopf soweit zu drehen, dass er sie sehen könnte. Wütend zischt sie: „Du redest von Krieg unserer Familien? Nun, wenn du es dir so sehr wünscht, kannst du diesen tatsächlich haben. Allerdings wird deine Familie dir keine Hilfe sein, denn wenn ich dich Chyazal ausliefere, können sie nichts mehr für dich tun.“

Ihre Stimme wird noch böser, als sie ihn wissen lässt: „Meine Familie jedoch, könnte sich ihren Namen durch eine Zusammenarbeit mit dem Ha’ar deines Hauses reinwaschen und da du ja gerade alles darauf anlegen magst, dass ich DIESEN Weg vorziehe, bin ich sogar bereit dir diesen Gefallen zu tun.“ Sie wartet eine Weile. Lässt das Gesagte wirken, ehe sie fortführt: „Das einzige Problem dabei ist, dass Chyazal seinen Willen bekommt und das gefällt mir gar nicht… Also, wirst du dich jetzt entschuldigen? Damit wir wie kluge, erwachsene Shebaruc miteinander reden können oder möchtest du weiter das überhebliche, stolze und vor allem sehr dumme Kind spielen?“ Ihr Stimme ist verächtlich, auch lockert sie die Klinge nicht, damit er ihr antworten kann. Er wird wohl senden müssen, wenn ihr eine Antwort geben möchte und Nêdjare wartet ab, ob der Junge zu noch weiteren Narreteien fähig ist oder ob er doch einen kleinen Funken Verstand hat.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Cyrsad am 21. Juni 2011, 13:52 Uhr
Nêdjare ist schnell, verdammt schnell. Eine fließende Bewegung aus dem Handgelenk und ihr Lor'Loath befindet sich zwischen ihren Fingern. Noch bevor der junge Blutelb seinem Körper auch nur befehlen kann, den Sessel zu verlassen und zur Seite auszuweichen, hat die Assassinin den Schreibtisch übersprungen. Die Klinge der scharfen Waffen befindet sich an seiner Kehle. Zwar hält auch er seinen Katardolch in seiner rechten Hand, doch nur eine falsche Bewegung, nur ein unbedachtes Schlucken und sie wird ihm mit dem Lor'Loath die Luftröhre durchschneiden. Er kennt den Ek’scha-Schnitt nur zu genau, schon oft durfte er ihn unter Aufsicht von Gulmar, dem alter Schwertmeister des Hauses Seryvxen, bei besiegten Kampfsklaven anwenden. Durch eine seitliche Führung des Dolches vermeidet man es die Halsschlagader zu durchtrennen, und sich selbst mit dem Blut der Beute zu besudeln. Die Beute erstickt an ihrem eigenen Blut, das durch die Wunde  in die Lunge fließt. Im Idealfall ist das Opfer nicht einmal mehr in der Lage, ein Winseln von sich zu geben.
Es ist das zweite Mal, dass du in kürzestes Zeit besiegt wirst, Cyrsad, stellt er nüchtern fest. Sein Kopf ist erstaunlich klar und trotz der unmittelbaren Bedrohung, schlägt sein Herz nicht schneller als noch vor ein paar Augenblicken. Seine Gegnerin ist um Längen besser als er. Ehrlich gesagt, hat er diesbezüglich auch nichts anderes erwartet. Nêdjare gilt eine der besten ihres Metiers. Schon als kleines Kind hat er Gerüchte über diese unnahbare Frau gehört, der man besser nicht in die Quere kommt und die sich durch ihre Präzision, Schnelligkeit und besonders durch ihre Kompromisslosigkeit in der Ausführung ihrer Aufträge einen Namen in Dror Elymh gemacht hat. Er spürt ihren warmen Atmen ihn unangenehm an seinem Ohr kitzeln, doch der Junge erlaubt sich kein noch so kleines Zucken. Ein leichter Duft nach Parfüm steigt in seine Nase, es ist kaum wahrnehmbar und doch ebenso wie ihre scharfe Stimme, die ihm seine derzeitige Situation harsch verdeutlicht, bar jeglichen Kompromisses.
Es war dumm und leichtsinnig sie zu provozieren, durchzuckt es seine Gedanken. Wüsste Onkel Xyntratos von diesem Zusammentreffen und von Cyrsads Verhalten, er würde seinem Ziehsohn, eine deftige Abreibung verpassen. Er hatte die Regeln der Vernunft, des politischen Spiels und des gegenseitigen Belauerns in den Wind geschlagen. Stattdessen hat er die direkte Konfrontation, den Angriff gesucht, etwas was kein Meister des politischen Spiels je tun würde. Niemals! Einen kurzen Augenblick fragt sich der rothaarige Junge, was sein Vater wohl in einer Situation wie dieser getan hätte. Nun vermutlich hätte er dem Miststück schon nach ihrer ersten Anschuldigung die Brust aufgeschlitzt, bevor sie ihren Dolch auch nur hätte ziehen können. Ein schmales Lächeln, wandert über das jugendliche Gesicht Cyrsads.

„Das einzige Problem dabei ist, dass Chyazal seinen Willen bekommt und das gefällt mir gar nicht… Also, wirst du dich jetzt entschuldigen? Damit wir wie kluge, erwachsene Shebaruc miteinander reden können oder möchtest du weiter das überhebliche, stolze und vor allem sehr dumme Kind spielen?“ zischt ihm Nêdjare ins Ohr.
Eine Entschuldigung wirst du von mir nicht bekommen. Eher lasse ich mir die Kehle aufschneiden und winde mich vor dir sterbend zu deinen Füßen, sendet Cyrsad der Assassinin zu. Auch er wechselt wie selbstverständlich zu dem vertraulichen Du. Wenn das, was du sagst, der Wahrheit entspricht, ist mein Leben sowieso verwirkt, da Chyazal meinen Tod schon längst beschlossen hat und ihn nichts davon abhalten kann. Wenn du es nicht tust, wird er einen Anderen anheuern. Ich habe also nicht mehr viel zu verlieren.
Der Junge schließt für einen Moment seine nachtschwarzen Augen, dann öffnet er sie wieder.
Aber ich habe keine Lust zu sterben, noch nicht. Deshalb sind meine Wahlmöglichkeiten begrenzt. Also, wenn du damit Leben kannst, dass ich nicht vor dir auf dem Boden krieche und dich um Verzeihung anwinsel, bin ich bereit dir zu zuhören. Du scheinst eine Verwendung für mich zu haben, ansonsten würdest du dich nicht mit mir abgeben. Lass uns reden.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 21. Juni 2011, 19:47 Uhr

31.07.510


Wie erwartet ist Cyrsad zu keiner Entschuldigung bereit. Nun damit kann Nêdjare leben, denn zumindest geht er seinerseits auf ihre Beleidigung nicht ein und lässt diese so stehen. Damit beschließt Nêdjare, sind sie fürs erste Quitt. Gut, setzen wir unsere Unterhaltung fort. Mit diesen telepathisch übermittelten Worten nimmt sie die Klinge zurück und steckt sie beiläufig weg, während sie dem jungen Shebaruc den Rücken zukehrt und gemächlich den Schreibtisch umrundet. Ihre Ohren sind trotz der ruhigen und absolut selbstbewussten Bewegung aufs äußere wachsam, damit sie bei der kleinsten Reaktion seinerseits, wieder herumwirbeln kann. Doch der junge Shebaruc belässt es dabei und begeht keinen weiteren Fehler. Nêdjare lässt sich wieder in den Sessel ihres Onkels sinken. Sie wirkt ruhig und gelassen und auch der junge Shebaruc scheint seine Kontrolle und Selbstbeherrschung schnell wieder gefunden haben. Vor allem aber, hat er sich ob ihres Tests zu keiner weiteren Narretei hinreißen lassen. Zumindest jetzt nicht. Nêdjare beschließt selbstredend weiterhin auf der Hut zu sein.

Wie ich bereits sagte ist Ha’ar Chyazal nicht gerade ein Freund von mir. Was du vermutlich noch nicht weiß:. Er war maßgeblich an der Intrige beteiligt, welche den Fall meiner Familie nach sich zog. Kurz hält sie inne, beobachtet, wie auch Cyrsad seine Klinge wieder verstaut und fährt dann fort: Nun, der Ha’ar deines Hauses hat mir ein Angebot gemacht, dich bezüglich. Das Angebot mag verlockend sein, steht doch als Preis eben die Anerkennung, welche meine Familie dringend braucht, um wieder zu altem Ruhme zurückzufinden. Doch bin ich nicht bereit auf ihn angewiesen zu sein. Für mich gibt es eine andere Möglichkeit, eine ohne sein Mitwirken. Und auch wenn diese weit schwieriger ist, ziehe ich diesen Weg vor, denn die Spiele deines elendigen Ha’ar möchte ich wahrhaft nicht mitspielen. Nêdjare mustert den jungen Shebaruc. Doch da dieser bisher noch nichts zu sagen bereit ist, führt sie weiter: Nun. Die Sache ist die. Ich biete dir nach wie vor einen Handel an. Mich interessiert euer Tod ebenso wenig wie euer Leben. Da euer Leben den Ha’ar jedoch zu ärgern scheint, bin ich gewillt euch zu helfen. Der Plan sieht folgender maßen aus. Wir werden uns regelmäßig treffen, nur müssen wir dafür sorgen, dass es an Orten geschieht, an denen wir nicht ungestört sind. Das ich euch heute hier nichts tun werde wird dem Ha’ar klar sein. Die Feierlichkeiten meines Onkels würden nicht mehr gut besucht, wenn bekannt wird, dass er seine Ehrengäste noch in seinem eigenen Haus an deren Feinde ausliefert. Dies ist schlecht fürs Geschäft und gewiss nicht in unserem Interesse. Du wirst also unbehelligt mit deinen Sklavinnen gehen können. Als Nêdjare die Mehrzahl benutzt, zuckt für den Bruchteil einer Sekunde Cyrs Mundwinkel verräterisch. Er ist über dieses Geschenk offensichtlich alles andere als erfreut. Und Nêdjare erklärt ihm auch diesen Schachzug: Nun. Nach allem was ich über deinen Sieg weiß, scheint das Geschenk auf dich eher wie eine Beleidigung zu wirken. Dem ist nicht so. Du und ich mögen wissen, dass sich hinter deinem Sieg manch ein Geheimnis verbirgt. Um ihn nicht zu provozieren benutzt sie das Wort Niederlage, welches zweifelsohne besser gepasst hätte, nicht. Es bringt ihr nichts, ihn weiter und weiter gegen sich aufzubringen. Sie will mit ihm zusammenarbeiten und ihn sich nicht endgültig zum Feind machen. Sie ergänzt: Das Geschenk wird auf die Meisten wie eine Anerkennung deines Sieges wirken und Ha’ar wird mit Sicherheit nicht begeistert sein. Genaugenommen wird es ihn verärgern, dass du Lérelions Brut dein Eigen nennst. Vermutlich wird er sich an dem Ding rächen wollen. Mir soll es gleich sein, aber es wird ärgern, dass sie nun dir gehört und das war der eigentliche Sinn dahinter.

Nach dieser kurzen, eingeschobenen Erklärung fährt sie mit dem eigentlichen Plan fort: Nun, wie ich bereits sagte, werden wir Zeit schinden. Nicht zu viel, dass es auffallen könnte, aber genug um die Vorbereitungen abzuschließen. Es ist wichtig, dass wir einander vor Zeugen treffen. Chyazal wird davon erfahren und davon ausgehen, dass alles nach Plan läuft. Ebenso wichtig ist es, dass es offensichtlich sein muss, warum es so lange dauert. Ziel ist es, dass wir Dror Elymh verlassen, um dann den eigentlichen Plan durchzuführen.

Nêdjare lässt es kurz wirken, doch Cyrsad gibt ihr unmissverständlich zu verstehen, dass er mehr hören möchte. Die Nachricht Dror Elymh zu verlassen scheint ihn nicht zu schockieren, zumindest ist davon nichts spürbar. Aber vermutlich, ist er selbst schon zu dem Schluss gekommen, dass etwas anderes für ihn mit einem solchen Feind kaum noch zur Debatte steht. Daher erklärt Nêdjare ihm was sie dann eigentlich zu tun gedenkt: Ich habe vor einen Unberührbaren zu jagen. Jenen Unberührbaren, welcher dereinst den Namen meiner Familie schändete. Mein Bruder hat Schriften ausgegraben, welche zeigen wo er sich aufhalten könnte. Wir werden seinen Spuren folgen und ihn hierher schleifen. Du und mein Bruder, ihr werdet als Helden heimkehren, denn Ha'ar Netayu und Ha’ar Nik'ua sind sehr an jenem Unberührbaren und vor allem seinem Ende interessiert. Wenn wir ihn ausliefern, stellen wir uns mit zwei anderen Häusern gut und Chyazal wird es sich nicht erlauben dich dann noch zu belangen. Du und mein Bruder, ihr werdet in Ruhm baden und Ha’ar Chyazal wird trotz seines Zornes nicht mehr offen gegen dich vorgehen können. Somit könnte er zwar versuchen dich zu meucheln, nicht aber deine Familie gänzlich in Schande versinken lassen. Ich gehe davon aus, dass er abwarten wird und auf eine neue Möglichkeit lauert. Nun, ab da obliegt es dir und den Deinen dafür zu sorgen, dass er sie nicht bekommt. Du könntest zumindest nach Dror Elymh zurückkehren und weiterhin ein angesehenes Leben führen.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Cyrsad am 22. Juni 2011, 13:50 Uhr
Still hört Cyrsad Nêdjare zu. Sie hat sich wieder gesetzt und weiht den jungen Shebaruc in ihre Gedankengänge und Pläne ein. Völlig entspannt, als hätte sie nicht gerade mit der Schnelligkeit eines Armbrustbolzens Cyrsad mit ihrer Klinge bedroht, trägt sie ihm ihr Anliegen vor. Ihr Gesicht strahlt nichts anderes als Gelassenheit und Selbstbewusstsein aus, während ihre blau schimmernden Augen auf dem Jungen ruhen. Schmerzlich muss er feststellen, dass das Weib in ihm alles andere als eine Bedrohung sieht. Sie weiß ganz genau, dass sie ihn vorerst in der Hand hat und sie weiß natürlich, dass er sich dieses Umstandes ebenfalls sehr wohl bewusst ist, was ganz empfindlich an dem sowieso schon demolierten Stolz des jungen Shebaruc kratzt.
Das der alte Sack Chyazal ihm einen Meuchelmörder an die Fersen heftet, hat den Jungen wirklich überrascht. Ja, natürlich hat er Lérelions Worte über die Absichten seines Herrn, den Ha’ar Chyazal, nicht vergessen und doch ist sich Cyrsad nicht bewusst gewesen, dass der Lord des Hauses Mondstein schon so rasch weitere Konsequenzen ziehen würde. Ob Onkel Xyntratos weiß, was das Oberhaupt ihres Hauses gegen die Familie plant? Xyntratos hat gegenüber Cyrsad nichts anklingen lassen. Doch bezweifelt der junge Shebaruc, dass sein Onkel ihn die Details seiner politischen Ränkespiele einweihen würde, besonders wenn es um den Ha’ar des Hauses Mondstein geht.

Also bleibt dem Jungen mit dem blutroten Haaren nichts anderes übrig, als böse Miene zum guten Spiel zu machen und der Assassinin seine Aufmerksamkeit zu schenken. Als Nêdjare die Notwendigkeit von weiteren Treffen zwischen ihnen beiden anspricht, kann Cyrsad nicht anders und verzieht sein jugendliches Gesicht zu einem spöttischen und wenig begeisterten Gesichtsausdruck. Die Aussicht sich mit dem Miststück aus dem Hause Dyth’Yîr  regelmäßig treffen zu müssen, löst bei Cyrsad keine Freudentaumel aus. Mag sein, dass die meisten Männer Dror Elymhs sich Arme und Beine ausreißen würden, um ein paar Stunden mit der unnahbaren und berüchtigten Schönheit zu verbringen, Cyrsad zählt sich nicht zu diesen Narren, zumindest nicht mehr nach dem Verlauf dieses Gesprächs. Außerdem fragt sich der junge Shebaruc, woher Nêdjare so sicher sein kann, das er Lérelion nicht besiegt hat. Sie redet von den Ereignissen seiner Bluttaufe, als wäre sie selber dabei gewesen. Dies macht den Jungen ziemlich skeptisch. Ein weiterer Punkt der einer genaueren Nachforschung verdient, genauso wie er sich tiefer in ihre Familiengeschichte einlesen muss. Irgendwo muss die gerissene Natter einen Schwachpunkt haben und den werde ich finden!

Als Nêdjare ihn in ihren Plan, Dror Elymh zu verlassen einweiht um den Unberührbaren zu jagen, der den Namen ihrer Familie geschändet hat, zieht Cyrsad seine Augenbrauen zusammen.
Dror Elymh verlassen?, sendet Cysrad mit einem leichten Anflug von Ironie in seinen Worten. Du benötigst die Hilfe, wie hast du es so schön ausgedrückt, eines stolzen und vor allem sehr dumme Kindes, um einen Unberührbaren zu jagen? Seit wann bist du bei der Ausführung von solchen Aufgaben auf fremde Hilfe angewiesen. Oh nein, ich verstehe schon…, entschuldigend hebt der rothaarige Junge seine Hand und zaubert ein selbstsicheres Lächeln auf sein Gesicht. Die Jagd nach dem Unberührbaren ist nur ein Angebot an mich, ein Angebot gemeinsam mit deinem Bruder zu Ehren zu kommen und dadurch meinen Hintern zu retten. Du brauchst meine Hilfe nicht, sondern du bietest mir eine Chance an, nicht wahr?
Langsam beugt er sich vor und mustert die um viele, viele Jahre ältere und erfahrenere Shebaruc auf der anderen Seite des Tisches.
Ich weiß, wenn meine Trümpfe verbraucht sind. Also werde ich dein „Angebot“ annehmen. Schlage einen Tag und eine Tages- oder Nachtzeit für unsere weiteren Treffen vor und ich werde da sein. Er wartet einen Moment dann erhebt er sich aus dem Sessel. Er senkt kurz das Haupt vor Nêdjare und kreuzt die Hände über der Brust, ein altes Symbol des Respekts und Freundschaft zwischen den Shebaruc, das er schon zur Begrüßung verwendet hat. Doch nun, nach all der Diskussion und des gegenseitigen Ausspielens, bekommt dieses Zeichen eine spöttische Note.
„Ich hoffe du verzeihst, dass ich mich nun zurück ziehe. Es war ein anregendes und interessantes Treffen auf dessen Wiederholung ich mich schon freue“.

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 22. Juni 2011, 15:31 Uhr
31.07.510


Cyrsad hat seine spöttische Seite schnell wieder gefunden, dennoch hält er sich insofern zurück, dass er sie nicht gänzlich provoziert. Hilfe, wie hast du es so schön ausgedrückt, eines stolzen und vor allem sehr dumme Kindes, um einen Unberührbaren zu jagen? Seit wann bist du bei der Ausführung von solchen Aufgaben auf fremde Hilfe angewiesen. Oh nein, ich verstehe schon… Die Jagd nach dem Unberührbaren ist nur ein Angebot an mich, ein Angebot gemeinsam mit deinem Bruder zu Ehren zu kommen und dadurch meinen Hintern zu retten. Du brauchst meine Hilfe nicht, sondern du bietest mir eine Chance an, nicht wahr? senden ihr der Blutelb zu. Nêdjare schüttelt ein wenig tadelt den Kopf. Ihre Funkeln dabei ein wenig amüsiert und auch ein Lächeln will sie sich gerade nicht verkneifen. Er hatte ihre Wortwahl also nur für den Moment übergangen. Alles andere wäre ihr zu wider gewesen. Allzu schnell hat Cyrsad seine Selbstsicherheit wiedergefunden.

Nêdjare sendet zurück: Nun, du hast mich beleidigt, ich habe dich beleidigt. Nêdjare macht eine Handbewegung, welche eindeutig demonstriert wie einerlei diese Worte doch sind. Letzten Endes haben sie Unfreundlichkeiten und Beleidigungen ausgetauscht. Einander gekrängt, denn zumindest der Stolz des anderen Shebaruc hat heute maßgeblich gelitten.

Du irrst. Ich brauche deine Hilfe tatsächlich. Selbstlos unterbreite ich dir das Angebot kaum, auch wenn ich zugeben muss, dass allein die Tatsache den Ha’ar deines Hauses damit zu verärgern, Grund genug ist, dich einzubeziehen. Aber ich müsste Lügen, wenn ich dich nicht wissen lassen würde, dass die Reise alles andere als leicht wird. Zwei meiner Geschwister haben bereits vor etlichen Jahren versucht ihn zu stellen. Er hat beide getötet. Er gilt als sehr gerissen und gefährlich. Wenn das Unterfangen einfach wäre, würde weder die Ehre meiner, noch deiner Familie durch diesen Schritt gerettet werden können. Wenn er kein Problem darstellte, wäre er bereits tot. Aber du genießt in der Tat obgleich du noch so jung bist, einen sehr guten Ruf in der Varna Shadrya und ich denke, dass wir zu dritt einfach die besseren Chancen haben werden.

Cyrsad beugt sich vor, mustert sie und lässt sie dann wissen, dass er ihr Angebot annehmen wird. Er tut es nicht gerne, aber er willigt ein und bittet sie einen Tag und einen Ort für ein weiteres Treffen vorzuschlagen. Mehr möchte Nêdjare von ihm vorerst auch nicht.
Die Bibliothek der Schatten kommt für ein weiteres Treffen nicht in Frage, auch eine privatere Veranstaltung, wie diese ihres Onkels, ist eher ungeeignet. Ich weiß nicht ob du die Taverne kennst, aber „zum schwarze Kelch“ hier in der Bernsteintiefe ist ein guter Treffpunkt. Die Räume sind verwinkelt und es gibt viele Ecken, in denen wir ungestört reden können. Frag bei der Wirtin nach mir. Ich werde uns dort ein geeignetes Plätzchen reservieren. Wir treffen uns dort am späten Abend, nachdem die Rituale in der schwarzen Zitadelle vollzogen wurden. Nêdjare hat nicht vor zu den Ritualen zu gehen, aber um eine ungefähre Uhrzeit festzulegen, erscheinen ihr die täglichen, abendlichen Riten eines der bekanntesten Tempels Dror Elymhs als eine gute Zeitangabe.

Cyrsad erhebt sich nun und auch wenn er sich wie bei der Begrüßung verneigt, so zeugen seine Gesichtszüge von Spott. Auch Nêdjare verabschiedet sich von ihm, lässt sich jedoch nicht dazu hinreißen, seinen Spott zu erwidern. Vielleicht ist es ein Fehler, Cyrsad hinzu zu ziehen… überlegt sie. Aber sollte es sich tatsächlich als Fehler erweisen, könnte sie ihn immer noch loswerden. Was für ein leichtes Spiel sie mit ihm hat, wurde ja heute zur Genüge gezeigt. Die Zeit wird zeigen, ob er sich meiner Hilfe als würdig erweist… Denn auch wenn sie ihm geschmeichelt hat und ihn wissen ließ, dass sie seine Hilfe tatsächlich benötigt, ist sie sich dessen nicht einmal sicher. Immerhin würde sie so auf zwei Grünschnäbel aufpassen müssen und sie selbst ist nicht mehr die Shebaruc, die dem Unberührbaren, der es nicht würdig ist den Namen ihrer Familie länger zu beschmutzen, damals nachstellte. Sie ist älter, geschickter und gerissener geworden. Wahrscheinlich bräuchte sie tatsächlich keine Hilfe, bei der Jagd. Aber da war eben die Tatsache, dass Ha’ar Chyazal toben würde und alleine diese Aussicht gefiel ihr so sehr, dass es einfach zu verlockend ist, Cyrsad außen vor zu lassen. Mit den Worten: „Ich hoffe du verzeihst, dass ich mich nun zurück ziehe. Es war ein anregendes und interessantes Treffen auf dessen Wiederholung ich mich schon freue“. Entschuldigt sich Cyrsad und Nêdjare lächelt: „die Freude ist ganz meinerseits. Auf ein bald, Cyrsad Seryvxen.“


---> Dror Elymh - Anwesen von Seldszar Dyth’Yîr (http://forum.weltenstadt.de/?board=reisen;action=display;num=1306296826)

Titel: Re: Dror Elymh – Residenz des Saxon Verryl Dyth’Yi
Beitrag von Nedjare am 03. Jan. 2012, 13:42 Uhr
Der Abreisetag ist angebrochen. Da es den Shebaruc am einfachsten fällt, des Nachts zu reisen, wo ihre empfindlichen Augen nicht dem viel zu grellen Licht der verhassten Sonne ausgesetzt sind, bleibt Nêdjare noch Zeit, ehe es soweit ist aufzubrechen und die Begleiter zu treffen. Vorbereitungen zu treffen gibt es keine mehr und auch die letzten Stücke des Reisegepäcks sind verstaut. Eines jedoch, muss sie vor ihrer Abreise noch erledigen. Sie muss ihren Onkel aufsuchen und so geht sie durch die verborgenen Gänge, welche das Anwesen ihres Vaters mit dem ihres Onkels verbinden und besucht Saxon in seinem Arbeitszimmer.
Nachdem dieser ihr mit einer Handbewegung geheißt, Platz zu nehmen, gleitet sie elegant auf den massiven Stuhl. Umfangreiche Karten, hat er ihr bereits vorher zukommen lassen. Da er viele Mittelsmänner, Sklavenjäger und andere Beschäftigte hat, welche auch außerhalb Dror Elymhs leben und dort für ihn einige Tätigkeiten verrichten, war es ihm ein leichtes, ihr hier aktuellere und bessere Ausfertigungen zukommen zu lassen. Nicht nur eine Karte der Immerlande sondern auch Stadtkarten der wichtigsten Städte und vor allem der Regionen, die für ihre Reise bedeutend sind, hat er ihr überlassen. Auch gibt es sonst nichts mehr von Bedeutung zu klären. Es ist alles gesagt und ihr Onkel hat ihr mehr Informationen und hilfreiche Tipps zukommen lassen, als sie es sich erträumt hätte.
Doch Nêdjare ist auch nicht wegen weiterer Hilfen oder Besprechungen hier. Für sie ist es an der Zeit aufzubrechen und Dror Elymh für immer hinter sich zu lassen. Sowohl ihr Onkel, als auch sie selbst, wissen, dass sie keine andere Wahl hat. Sie würde nie zurückkehren und sich damit begnügen, den Ruf der Familie wiederherzustellen und ihrem Bruder den Rest erledigen zu lassen. Ihr Onkel ist bezüglich der Widerherstellung des Familiennamens selbstredend mehr an seinen eigenen Söhnen gelegen. Dennoch liegt Saxon als Oberhaupt der Dyth’Yîr die ganze Familie am Herzen und egal ob die Söhne durch seinen eigenen hervorragenden Ruf weniger betroffen sind, als sein Neffe, so bedeutet Saxon das Wohl der gesamten Familie viel. Dass der Name wieder hergestellt werden muss, steht für ihn völlig außer Frage.
Dass jedoch seine Nichte Dror Elymh für immer fern bleiben muss, um dieses Ziel zu erreichen, ist ihm alles andere als Recht. Nêdjare ist, auch wenn er es nie zugeben würde, die Vielversprechendste von den Dyth’Yîr Kindern. Natürlich ist sie bereits sehr erfahren und vom Alter her wahrlich schon viel zu lange kein Kind mehr und doch fällt es Saxon schwer sie ziehen zu lassen. Ihre Loyalität der Familie gegenüber ist schier grenzenlos und kein Preis scheint seiner Lieblingsnichte zu hoch, wenn nur die Familie daraus ihre Vorteile hat. Obgleich er genau weiß, dass Nêdjare kein Freund von Politik ist, hat sie sich in politischen Dingen immer interessiert gezeigt um das Gelernte zum Vorteil der Dyth’Yîrs zu nutzen.

Saxons Augen ruhen nun auf seiner Nichte und auch wenn es ihm mehr als schwer fällt, sich einzugestehen wie sehr er die Assassinentochter seines Bruders liebt, so kann er diese Tatsache doch nicht von der Hand weisen. Sie würde ihm fehlen, doch ihre untypische Augenfarbe unterstreicht die Gerüchte der Feinde zu sehr. Einst ging es nur um ihren Bruder, der sich viel zu sehr zu den Elben hat hingezogen gefühlt. Elben mögen optisch zwar durchaus zu den ansprechenden Völkern gehören. Auch tut ihr Anblick weniger weh, als der eines gewöhnlichen Menschen, dennoch sind sie nicht grundlos die Feinde der Shebaruc und zu mehr als einem Sklavendasein oder einem besonders grausamen Opfertod dem Dunklen zu ehren, sind sie nicht wert. Sie sind schlimmer noch als alle anderen Lichtkriecher.  Es ist schlimm genug, dass Vyx Zaryn sich mit seinen elbischen Sklaven vergnügte, noch schlimmer aber ist es, dass der Feind keinen Hehl daraus gemacht hat, der ganzen Familie zu unterstellen, sich mit den verhassten Geschöpfen einzulassen und Nêdjares Augen sind der Schlüssel dazu. Auch wenn jeder in der Familie Dyth’Yîr weiß, dass es nicht mehr als eine Laune der Natur ist, welche der Shebaruc diese Augen schenkte, liegt es Nahe, dass sich der Feind diese Tatsache zu nutze machen würde. So blieb keine andere Wahl, als ihren Tod vorzutäuschen. Saxon war all dies von Anfang an klar und auch Nêdjare hatte eben diese Entscheidung für sich alleine ebenfalls als einzige Lösung gesehen. Doch der Rest der Familie dürfe davon nichts wissen, weder jetzt noch sonst irgendwann. Je mehr Personen Geheimnisse kannten umso größer ist die Gefahr, dass es enthüllt wird. Das größte Problem würde Jyzred darstellen, aber auch hier haben sie eine gemeinsame Lösung gefunden. Er würde den Tod seiner Schwester nur authentisch erzählen können, wenn er selbst daran glaubt und genau das war der Plan, den es später umzusetzen galt. Wäre Nêdjare einfach nicht zurückgekehrt, die Feinde würden sich bestätigt sehen und es abermals gegen die Familie wenden, doch solange die Behauptungen über ihre Familie im Verborgenen blieben und außer einer Hand voll Personen niemandem in den Weiten Dror Elymhs bekannt waren, würde man sie nach dem Tod Nêdjares kaum noch verwenden können. Wenn sie es doch täten, würden sie selbst mehr schaden als den Dyth Yîrs. Der Plan würde aufgehen. Musste aufgehen und doch war die Bürde schwer zu tragen. Er würde seine geliebte Nichte niemals wieder sehen.

Noch immer ruhen seine Augen auf Nêdjare. Auch Nêdjare selbst scheint der Moment schwerer zu fallen, als es zuvor schien. Oder aber hatte sie ihre Sorgen nur geschickt überspielt? Doch nun glitzern tatsächlich für einen Sekundenbruchteil Tränen in ihren Augen. Saxon steht mit einem traurigen Lächeln auf, umrundet den Tisch und bleibt neben Nêdjare stehen. Seine Hand hat er auf ihre Schulter gelegt. „Wir haben schon so viele Geheimnisse vor den Anderen, Nêd. Sei dir sicher, dass nichts was während dieses Abschieds gesagt oder getan wird, je diesen Raum verlässt.“ Keine Verachtung… Keine Zurechtweisung. Im Gegenteil, seine Stimme klingt ebenfalls traurig und sogar ein wenig verständnisvoll. Nêdjare wendet sich zu ihrem Onkel. Das verräterische Glitzern, welches gerade noch ihre Augen funkeln ließ, ist wieder verschwunden. Stattdessen erhebt sie sich und hier in den Räumen wo sie keiner sehen, hören oder beobachten kann, tritt sie zu ihrem Onkel und schließt ihn in die Arme. Öffentlich zeigen Shebaruc nicht einmal ihre Liebe zu ihrem Partner durch offene Zärtlichkeiten oder Berührungen, geschweige denn zu anderen Angehörigen ihrer Familie. Doch hier in den steinernen Hallen des Zimmers ihres Onkels ist ihr alle Etikette einerlei und auch ihrem Onkel scheint es gleich zu gehen. Er drückt sie kurz aber bestimmt an sich, ehe er sie wieder freigibt und auch sie sich aus der kurzen Umarmung löst. Sie könnte ihrem Onkel abermals versprechen, Vyx zu finden und zu töten. Aber all das ist bereits gesagt und Bedarf keiner Wiederholung. Sie könnte es einem Lichtkriecher gleichtun und kundtun, dass sie Dror Elymh, ihre Familie und vor allem ihn vermissen würde. Aber das dem so ist, ist mehr als offensichtlich und der Gefühle wurden genug gezeigt. Nêdjare verbirgt sich wieder hinter den allbekannten Masken der Gleichgültigkeit, der Kälte und der Berechnung. Und auch ihr Onkel, dem eben noch die Trauer anzuhören war, zieht seine Mauern wieder hoch. Sein eben noch freundlicher Gesichtsausdruck wird wieder zu einer kalten Maske, welche aussieht, als würde ihr Träger keine Gefühle kennen.
Der Moment der Gefühlsduseleien ist vorbei und die Stimme ihres Onkels ist wieder wie eh und je: Geschäftlich und Emotionsleer. „Du weißt, wo du den Einen oder Anderen meiner Mittelsmänner und Informanten finden kannst. Sie haben Anweisungen erhalten euch mit allem was ihr braucht zu unterstützen. Ihnen kannst du auch Nachrichten für mich hinterlassen. Wenn du mir etwas mitzuteilen hast, schicke es an sie. Sie wissen, wie sie Nachrichten nach Dror Elymh bringen lassen können.“
Nêdjare nickt, „Ich weiß, Onkel Saxon und werde dich soweit es mir möglich ist auf dem Laufenden halten.“
Nun wiederholt sich ihr Onkel doch. All das ist schon längst gesagt und schon längst geklärt, wie auch genügend andere Dinge. Sie weiß, wie sie sich unter Menschen zu verhalten hat, bestmöglich lässt sie niemanden einen zu genauen Blick auf sie werfen. Shebaruc werden nahezu überall ohne Verhandlung gerichtet. Die dunkle Sprache, wie man ihre Sprache allgemeinhin nennt, nutzt sie nicht, wenn Fremde sie hören könnten und überhaupt tut sie nichts, was darauf schließen lässt was sie ist und dass sie dem Dunklen huldigt. All das und vieles mehr ist allgemein bekannt. Demnach selbstredend auch, dass kein einfacher Bote eine Nachricht nach Dror Elymh zustellen wird. Es gibt nichts, was ihr Onkel ihr dazu noch sagen könnte. Das weiß er genauso gut wie sie und so fügt er dem auch nichts mehr hinzu. Mit einem einfachen „Gut,“ lässt er das Thema ruhen und kommt stattdessen auf einen anderen Punkt zu sprechen: „Wenn dein Auftrag beendet ist und Jyzred heimgekehrt, lass mich wissen, wie und wo ich dich erreichen kann. Wir bleiben in Kontakt und solltest du irgendetwas benötigen, lass es mich wissen. Auch ich werde mich an dich wenden. Es ist für die Geschäfte unserer Familie gut, jemanden außerhalb zu haben, der hier und dort nach dem Rechten sieht.“
Nêdjare nickt abermals, „das werde ich. Sobald ich weiß, wo ich regelmäßig sein werde oder wo ich dauerhaft bleiben werde, lass ich es dich wissen.“
Beide tun sie so, als sei es selbstverständlich, dass ihre Aufgabe nicht nur gelingt, sondern auch alsbald der Vergangenheit angehört. Selbstredend wissen sie, dass es viel Zeit in Anspruch nehmen wird, den Unberührbaren überhaupt erst zu finden und letztendlich zu stellen.

Nachdem nun auch das Letzte gesagt ist, fällt die eigentliche Verabschiedung eher emotionslos aus. Saxon wünscht ihr viel Erfolg bei der Jagd und sie bedankt sich und wünscht ihm gute Geschäfte. Noch während sie die Tür öffnet und sein Zimmer verlässt, lässt sie ihn wissen: „Wir werden uns bald wiedersehen!“ Damit verspricht sie zum Einen, dass ihre Aufgabe schnell erledigt werden wird und zum Anderen hat sie es laut und deutlich gesagt (ohne es zu übertrieben zu betonen), so dass eventuelle Mithörer nicht erahnen können, dass sie nicht zurückzukehren gedenkt, aber vermutlich wäre ohnehin niemand auf die Idee gekommen, dass ausgerechnet Nêdjare Dror Elymh für immer den Rücken kehren könnte. Sie verabschiedet sich noch von ihrer Tante Zarnya Tamris und eilt dann in das Anwesen ihres Vaters zurück, um ihre Sachen zu holen und auch ihren Bruder mitzunehmen.

Kurz darauf ziehen Bruder und Schwester durch Dror Elmyh, dem Ausgang des Blutberges entgegen, um sich mit Xrecyltres und Cyrsad zu treffen.



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