Lieder über Geschichten Roha´s

  • Cobrins Wacht


    Ein kleines Dorf am Ildorel,

    von Fischern, die Frieden wie Krieg nur zu gut kannten.

    In Hütten aus Holz, aus Stein und Lehm lebten sie glücklich –

    mit Freunden, Nachbarn, Verwandten.


    Doch fern im Norden zog ein Gerücht durch die Nacht.

    Ein Heer rüstet sich schon für eine grausame Schlacht.

    Jedes Dorf auf ihrem Wege wird niedergebrannt,

    sie kommen durch die stürmische See, durchs bergige Land,

    nichts hält ihnen stand.


    Im Dorf begann die Unruh’ leis zu wehn,

    man sah die Fischer schweigend an den Ufern stehn.

    Die Netze ruhten – Kinder brachte man in Sicherheit,

    denn jeder spürte: Bald naht schreckliches Leid.


    Dann brach der Morgen an, die Flüsse färbten sich rot,

    die Fischer griffen nach allem, was sie fanden in der Not.

    Mit Netzen, Stangen, Messern zogen sie in die Schlacht,

    und stellten sich dem Sturm der Barbaren und ihrer Übermacht.


    Doch als die Kräfte schwanden, Hoffnung kaum noch stand,

    da hob sich fern ein Staubschleier überm Land.

    Ein Priester kam, im Mantel weiß wie Licht,

    und mit ihm ein Heer – das durch die Reihen der Barbaren bricht.


    Schwer gebrandmarkt überstand das Dorf die Schlacht,

    dank Priester Cobrin überlebten die Fischer die Nacht.

    Doch er zog weiter, als er sah, dass neue Hoffnung bei den Überlebenden entfacht –

    seitdem trägt das Dorf den Namen Cobrins Wacht.




  • Hymne der Ersten Morgenstunde


    Als noch kein Licht die Leere kannte,

    kein Atem wehte, und keine Hand sich erhob,

    da war nur Stille, tief und ohne Namen,

    ein endlos Dunkel, das im Nichts verflog,


    Da hob sich Rohas’ Wille aus den Schatten,
    ein Funke, kaum geboren, doch voller Macht.
    Der Wandel kam mit unbändiger Kraft,
    und aus der Leere wurden Tag und Nacht.


    Sil formte die wilden Länder, aus Fels,

    Staub, aus Erde und Stein.

    Berge erhoben sich wie Riesen über Täler,

    und Felder blühten, die in Ewigkeit gedeihn.


    Da hob Shenrah das erste Licht aus Schatten,

    und goldener Glanz durchströmte weit das Land.

    Dann spann Faêyris Nacht mit leuchtenden Sternen,

    ein stilles Funkeln im dunklen Gewand.


    Amur, Herr des Wassers, schuf Wellen und Wogen,

    und Ströme rauschten durch die junge Zeit.

    Vendis ließ Stürme über weite Meere toben,

    und Winde trugen selbst das Wolkenkleid.


    Sithech ließ Winter über weite Lande schreiten,

    und Frost erstarrte Fluss und Feld im eisigen Wind.

    Die Raben riefen Seelen in die weißen Weiten,

    wo sie im Schweigen seiner Macht geborgen sind.


    Doch über allem steht das Erste Feuer,
    der Funke, dem die Leere einst erlag.
    Und jeder Atem, jedes Herz der Schöpfung
    trägt einen Hauch von Rohas’ erstem Tag

  • Hymne der ersten Gaben



    Als die ersten Völker einst erwachten,

    noch suchend in einem wilden Land,

    da wandelten die Götter unter ihnen

    und wachten über sie mit weisender Hand.


    Da trat Lyr aus den stillen Schatten,

    der Hüter aller Worte dieser Welt.
    Er lehrte Schrift und Klang den jungen Völkern,
    damit ihr Denken Form und Richtung hält.


    Aus sanfter Stille wuchs die Welt in Inari´s warmem Schein,

    sie hauchte Leben in die Lüfte, ließ Licht in jedes Herz hinein.
    Webte Frieden in die Felder, schenkte jedem Wesen Zeit
    und lehrte in jedem Anfang eine Spur von Ewigkeit.


    In den Schatten hoher Tannen, lauerte Anukis auf ihre Beute.
    Sie lehrte Ehrfurcht vor der Wildnis
    und Mut, wenn man die Jagd nicht scheute.


    Aus stillen Keimen wuchsen grüne Wunder,
    Amitari´s Hauch erweckte Wald und gab den Völkern Rat.

    Sie lehrte Pflanzen, Saat und Frucht zu hüten
    und gab den Völkern den Segen ihrer Saat.


    Da flammte Loa´s Feuer in den Herzen,

    ein warmer Funke, hell und voller Mut.
    Sie zeigte, wie man Glut in Stärke wandelt
    und schuf aus Flammen Wärme, Werk und Gut.


    Als erste Stürme über Länder rollten,

    trat Bran hervor, ein Schild, wenn Dunkelheit naht.
    Er lehrte, wie man Furcht in Stärke wandelt

    und dass ein tapfrer Geist die Welt bewahrt.


    Eisen formte sich an Sil´s Amboss,

    er schlug mit seinem Hammer kräftig im Funkenflug,
    er lehrte, wie man Feuer Kraft verleiht,
    und zeigte Menschen das Schmieden in lodernder Glut.


    Im Schweigen hüten sie die alten Pfade,

    ihr Wille webt sich durch die Dunkelheit.
    Unhörbar tragen sie die Welt im Wandel
    und bleiben nah, auch jenseits unsrer Zeit.

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