Die Goldene Harfe

  • Die Goldene Harfe


    Im Herzen Talyras, am Ostende des großen Marktplatzes, findet sich die Goldene Harfe, der größte, älteste und angesehenste Gasthof der Stadt. Das Hauptgebäude der "Harfe" ist ein großes, dreistöckiges Haus mit einem gemauerten Fundament, einem Dach aus dunklen Schindeln und uraltem, silbergrauen Fachwerk. Es steht schon seit vielen hundert Jahren fest und unverrückbar an dieser Stelle und ist wohl seit gut vier Menschenaltern schon ein Wirtshaus. Die Nordseite und die Front der Harfe sind über und über von wildem Wein bewachsen, der im Frühjahr und Sommer einen grünen, und im Herbst einen leuchtend roten Mantel aus wispernden Blättern und verschlungenen Ranken um das alte Gemäuer mit seinen dutzenden, tief gesetzten Sprossenfenstern breitet.


    Aus den größeren, bleigefassten Fenstern der Großen Gaststube mit ihren gelben Butzenscheiben und dem kostbarem Glas dringt stets warmes Licht und Stimmengewirr, und über der eisenbeschlagenen, einladenden Holztür und dem Vordach mit seinen wuchtigen Schnitzereien baumelt eine vergoldete, gusseiserne Harfe von einer über und über verschnörkelten Halterung. Im Türstock der Harfe findet sich außerdem eine merkwürdige Schnitzerei, ein kleines Zeichen, unscheinbar und für den ahnungslosen Betrachter so gut wie unsichtbar, eingeritzt in den hölzernen Türpfosten: drei kleine Symbole, umeinander angeordnet: Tatze, Kralle und Schwinge. Dem unbedarften Beobachter sagen sie nichts, den richtigen Augen jedoch erzählen sie eine Menge: sie verraten, dass hier jeder Sithechjünger willkommen ist und Obdach und Hilfe findet, so er solches sucht.


    Vor dem Eingang zum Gasthof liegt ein nicht allzu großer, doch ausreichend Platz bietender Biergarten, schlicht der "Harfengarten" genannt. Im Frühling, Sommer und Herbst sind hier stets wuchtige Tische und Bänke zu finden, und drei junge Linden spenden Schatten und füllen die Luft mit dem Wohlgeruch ihrer Blüten. In den warmen Monden des Jahres finden die Gäste hier unter der Sonne oder des nachts auch unter dem Glanz zahlloser Laternen Bewirtung. Zur Harfe gehören außerdem ein stets sauber gefegter, ummauerter Hofplatz mit einem Brunnen, der sich an der Südseite an das Gasthaus anschließt und zahlreiche Nebengebäude wie eine kleine Schmiede, Stallungen, die Platz für etwa zwanzig Tiere bieten, Ställe für das hauseigene Kleinvieh, ein Räucherschuppen, das Waschhaus und so fort. Früher gehörten zum Gasthof auch eine eigene Mälzerei und eine Braustube, doch die wurden längst schon umgebaut und mit Gästezimmern, Wirtsstuben oder Gesindekammern versehen und seit einiger Zeit hat sich noch ein "Neubau" nach Osten hin dazugesellt, da Borgil, der Wirt, für sich und seine wachsende Familie ein Heim direkt anbauen ließ.


    Das Innere der Harfe wird ebenerdig fast vollständig von mehreren geräumigen Schankstuben eingenommen – da wären die große Schankstube und das Herz der Harfe mit ihrer gewaltigen, von Schnitzereien verzierten Theke und dem Großen Kamin. Dann gibt es das Ratszimmer, eine ruhiger gelegene, kleine Halle mit holzgetäfelten Wänden und einer gediegenen Tafel, wo adlige Gäste, reiche Kaufleute oder die Stadträte Gelegenheit haben, unter sich zu sein. Dann gibt es die Braustube, die auch heute noch so heißt, obwohl sich auch hier Tische und Bänke für Gäste in Hülle und Fülle und an den Wänden Haken aus Wacholderholz für Umhänge und Mäntel finden, die Jungfernkammer, von der kein Mensch weiß, warum sie so genannt wird, die jedoch ebenfalls ein wenig feiner eingerichtet ist, und schließlich das Wespennest im Nordosterker, der kleinste Nebenraum und eine halbe Etage höher gelegen als der Rest der ebenerdigen Schankstuben im Erdgeschoss der Harfe. Das Wespennest ist wabenförmig und ganz mit honigfarbenem Holz ausgestattet, was ihm seinen Namen eingebracht hat. Die Einrichtung aller Räume ist gediegen, aber nicht protzig, eher zwergisch-schwer und mit geraden, kantigen Formen, doch auch mit viel kunstfertigem Schnitzwerk verziert und immer einladend und gemütlich. Von der großen Gaststube aus führt ein breiter Gang ostwärts in die angrenzenden Räume, die große Küche und weiter zu einer Hintertür in den Hof hinaus und zu Borgils Privatgemächern über der alten Mälzerei. Auch gibt es eine Treppe in die oberen Stockwerke zu den Gästezimmern und hinter der gewaltigen Theke führt ein Felsenganggang in die weitläufigen Kellergewölbe der Harfe hinunter.


    Die Harfe verfügt über sechzig Gästezimmer und vier Gemächer für reiche oder adlige Gäste mit insgesamt hundertundzwanzig Betten. Es gibt Räume jeglicher Ausstattung, von der einfachen Kammer bis hin zum stilvoll eingerichteten Kabinett. Eine Heerschar von Schankmaiden und Mägden, die meisten von ihnen Menschen, doch es gibt auch einige Mogbars, Küchenjungen, sowie Pferdeknechten und Botenkindern arbeitet für Meister Borgil, den Wirt und sorgt für das leibliche und sonstige Wohl der Gäste. Schon seit Menschengedenken ist die Goldene Harfe weit über Talyras Grenzen hinaus berühmt und geschätzt für ihre vielgelobte Küche, ihren originellen Wirt, die Bardenwettstreite, die hier fast alljährlich ausgetragen werden, und die sauberen, behaglichen Zimmer, wenn sie auch nicht ganz billig zu haben sind. Nur eines sollte man in der Harfe tunlichst unterlassen, will man nicht mit Borgil oder einem der zahlreichen mächtigen Schutzzauber, die das alte Gemäuer und sämtliche dazugehörenden Gebäude förmlich durchdringen, aneinandergeraten: ohne vorherige Erlaubnis Borgils Magie zu wirken.

    Badassery is bringing knives to a gunfight. Then winning.

  • Verantwortliche der Harfe:


    Borgil Blutaxt,
    ein Eisenzwerg, seines Zeichens Wirt und Stadtrat Talyras, Meister der Flüsterer und Ohrenbläser, sagenhaft reich, ein ehemaliger Abenteurer, Söldner, Kriegstreiber und Tausendsassa,(SC)


    Azra Blutaxt
    ,
    seine Frau, die Liebe seines Lebens und Mutter seiner ständig wachsenden Kinderschar, ein Shebarucmischling, (SC)


    Tiuri
    ,
    Borgils ältester Ziehsohn und längst ein erwachsener Mann, Loaritter und Offizier der Stadtgarde (SC)


    Halla, Oberste Schankmaid der Harfe, eine Mogbar und ein talyrisches Original, (NSC)

    Sigrun, eine walkürenhafte Menschenfrau und die weithin berühmte Oberste Köchin der Harfe, außerdem Schwester von Rhordris Frau Morna, (NSC)


    Liuda, Birin, Waimer, weitere Köche und Köchinnen der Harfe, (NSCs)


    Seam, Oberster Knecht der Harfe, Borgils rechte Hand, ein Mann von sehniger Kraft und wenigen Worten, der die Sechzig schon bald erreicht hat (NSC)


    Marthea, eine Menschenfrau mittleren Alters und Mutter einer vielköpfigen Kinderschar, die ebenfalls alle in der Harfe ihr Auskommen gefunden haben, Oberste Zimmermagd des Gasthauses und überaus warmherzig und gastfreundlich, (NSC)


    Grid, eine Schankmaid, Martheas älteste Tochter, (NSC)

    Nalla, Hayla, Bria, Aelis, Haud und Mildid - allesamt Mogbarmädchen und Schankmaiden in der Harfe, (NSCs)


    Belador, Herannuen, Meliann, Ceri, Myfanwy, Ellyn, Gwen, Nest, Marued - allesamt Menschenfrauen und Mädchen von der Jungfer bis zum gestandenen Weib, Schankmaiden in der Harfe, (NSCs)


    Ruthin, genannt die "Alte Ruthin", Wynn, Benbra, Guthra, Enith, Seysild, Heylinn, Lianor, Herleva, Giso – die sorgsamen, fleißigen Mägde der Harfe, (NSCs)


    Gereon, Reol, Lull, der Lange – Knechte der Harfe, (NSCs)


    Ninio, Pferdebursche in der Harfe, ein verkrüppelter junger Mann mit dem Herz am rechten Fleck und einem guten Händchen für Tiere, (NSC)

    Razo, Taino, Reuben, Liufwin – Küchenjungen der Harfe, (NSCs)

    Badassery is bringing knives to a gunfight. Then winning.

  • Sturmwind 525


    "Wo. Sind. Sie.”


    Für gewöhnlich ist Azra eine Augenweide aniranischer Ruhe und Gelassenheit. Egal ob die Harfe zum Bersten voll ist mit Gästen und ihnen der Wein ausgeht – was nur ein einziges Mal vorgekommen ist und danach nie wieder -, Tallard oder Gwyned sich nach einer Stadtsitzung einmal mehr bei ihr über ihren rüden und fürchterlich anmaßenden (aber bedauerlicherweise auch unersetzlichen) Ehemann beklagen – sind sie sich ansonsten spinnefeind, ist es Borgil gelungen gleich beide gegen sich aufzubringen -, Niniane in einem Wirbel aus flirrendem Gold mitten in ihr Kaminzimmer platzt, weil sie dringend Hilfe beim Flicken eines Kleidersaums benötigt – auch nur ein einziges Mal passiert und danach nie, nie, absolut nie wieder, das schwören zwei hochrote Hohepriestershenrahenkelhalbelbenohrenspitzen... -, oder wieder einmal ein Dämonenprinz versucht Talyra dem Erdboden gleichzumachen - wenn sie nicht gerade unter seinem Einfluss steht. Es gibt im Grunde genommen nichts, was Azra nachhaltig aus der Fassung bringen kann.

    Außer...


    “Wo sind sie?”


    Es ist ein später Sturmwindnachmittag, der die ganze Stadt im Schlamm versinken lässt. Schon seit Tagen wird das talyrische Umland von sturmartigen Wolkenbrüchen gebeutelt, die genauso plötzlich aufhören, wie sie angefangen haben. Doch die vereinzelten Flecken blauer Himmel dazwischen halten nie lange genug an, um Land und Leute wieder richtig trocken werden zu lassen. Deshalb ist die Harfe bereits fast zwei Siebentagen bis unter den First voll ist mit einem kunterbunten und sehr lauten Pulk wettergestrandeter Frühlingskarawanenhändlern, deren mindestens genauso lauten Frauen und Kindern und ihren nicht ganz so lärmenden, dafür überaus trinkfreudigen Wächtern und Handlangern. Im Harfenstall stehen anstatt dem handelsüblichen Verder Kaltblut oder dem gelegentlichen Renairer jetzt vier grunzende Kamele, ein singendes Dromedar, eine über beide Nüstern hinaus verwöhnte Imazighalstute und eine ganze Horde verfressener Schafe und Ziegen ungeklärter Herkunft. Es überrascht daher niemanden, dass es in der Harfe drunter und drüber geht, wenn man auch noch für jeden armen, verschlotterten Asylsuchenden ein Plätzchen gefunden hat.

    In dieses kakofonische Chaos hinein rauscht Azra. Rock- und Schürzensaum in einer Hand, ein zusammengeknülltes Leinentuch in der anderen. Das Leinentuch ist einmal schneeweiß gewesen, sorgfältig gewaschen, getrocknet und bis auf die letzte kleine Knitterfalte mit einem heißen Eisen geglättet. Jetzt sieht es aus, als hätte man damit einen Regenbogen aus dem Himmel gewischt und es dann großzügig in Diamantenstaub gewälzt. Azras Nase zuckt, wie bei einem Jagdhund auf der Pirsch und ihre zu schmalen Schlitzen verengten Augen suchen die Menge ab.


    “WO sind sie?”


    Haud, rund bis unter die Ohren mit ihrem dritten Kind, schüttelt nur hastig ihre rotblonden Locken und beeilt sich aus der Schusslinie zu kommen. Auch alle anderen, die ihren Ausruf durch den allgemeinen Lärm mitbekommen haben, sehen zu, dass sie wegkommen. Denn jeder weiß sofort, wer mit ‘sie’ gemeint ist. Und was 'ihnen' für ein Donnerwetter bevorsteht.

    Nur die arme Lyall, die in diesem Moment die Harfe betritt, ist völlig ahnungslos und Azra einen Herzschlag später auch schon bei ihr. “Lyall, Liebes," begrüßt sie die Wargin mit einem zuckersüßen Lächeln "genau dich brauche ich jetzt." Sie nimmt die tropfend nasse Wargin an der Hand und zieht sie sanft, aber bestimmt ein Stück mit sich zur Seite. Daraufhin fällt ihr erst auf, dass die junge Frau in Begleitung ist, doch aufgrund der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze erkennt sie weder, dass es sich um den Zuckerbäcker handelt, noch in was für einem bedenklichen Zustand sein Gesicht sich befindet. “Oh, verzeiht, ich muss mir Lyall für einen Moment ausleihen. Es dauert nicht lange. Warum macht ihr es euch in der Zwischenzeit nicht schon gemütlich? Am dritten Tisch von hinten direkt neben der Wabe sind noch Plätze frei.”

  • Miles clutched Quinn's elbow. "Don't Panic."

    "I'm not panicking," Quinn observed, "I'm watching you panic. It's more entertaining .”

    ― Lois McMaster Bujold, Brothers in Arms



    Anfang Sturmwind 525


    --> Der Marktplatz


    >>„Wie wär’s damit: Statt einem billigen Kräuterschnaps im Regen – ein warmes Mittagessen unter einem Dach? Ich geb einen aus. Du hast mir immerhin fast in die Arme gekotzt. Das verpflichtet.“<<

    Mit einem schmalen Lächeln und kurzem Nicken signalisiert sie ihm ihre Zustimmung, auch wenn sie das benutzte Wort „Kotzen“ nicht in diesem Zusammenhange gewählt hätte. Schließlich hatte sie nur aus Leibeskräften heraus gehustet und geröchelt, aber zum Kotzen war ihr keinen Herzschlag lang zu Mute gewesen. Still und mit mittlerweile wieder zittrigen Händen bezahlt sie der Frau die zwei getrunkenen Becher Wasser, bevor sie sich beide schweigend in Richtung der Goldenen Harfe aufmachen. Der Adrenalinschub von eben ebbt langsam in ihrem Körper ab und auch ihre damit offenbar verbunden gewesene energiegeladene Affektiertheit fließt spürbar aus ihr heraus. Sie will einfach nur weg von dem Platz der Scham und auch vor Aneirin schämt sie sich gerade sehr, da ihn die „Darbietung“ (anders kann sie es gerade nicht betiteln) wohl ebenfalls peinlich berührt zurück gelassen hatte, wie seine steife Umarmung ihr zumindest suggeriert.

    Dabei war nichts gespielt gewesen, kurz hatte sie eine Art echte Todesangst gehabt (oder besser gesagt ihr Körper), da ihr solch eine Unfähigkeit zu Atmen noch nie vorher widerfahren war. Nicht mal an dem Tag, als Uio…

    In Erinnerung an den schicksalhaften Tag fährt sie sich kurz mit der Zunge über die Narbe an ihrer Lippe und schließt einen Herzschlag lang fest die Augen. Sie will nicht daran zurückdenken. Nicht jetzt und hier. Sie möchte einfach nur raus aus dem Getümmel, weg von dem Ort der Schande und den starrenden Augenpaaren und vor allem an einen Ort, an dem es wieder etwas zu trinken gibt, denn ihre Kehle beginnt wieder unangenehm zu stechen.


    Ohne sich etwas anmerken zu lassen (hofft sie zumindest), schluckt sie drei Mal feste, um ihre Kehle zu befeuchten, schließt ihren Griff fester um die Henkel des Korbes, bevor sie zu dem blonden Bäcker aufsieht und versucht einen möglichst neutralen Blick auf ihn zu richten. Ihre schamhaft angelegten Ohren sprechen jedoch ihre eigene Sprache.

    „Nein, nein… Schnaps wäre jetzt tödlich für mich! Ich dachte an etwas weniger Aggressives, wie äh… Kamillentee? Oder… so?“ Da sie seinen Blick aus den, von der Kapuze beschatteten, Augen nicht wirklich deuten kann spricht sie hastig weiter: „Und danke für die Einladung. Für eine kleine Mahlzeit ist sicherlich Zeit. Dann gebe ich dir das nächste Mal ein Essen aus. Und einen Kamillentee.“ Sie hofft, dass ihn die letzte Aussage zumindest etwas amüsiert, er die unterschwellige Einladung tatsächlich als eine solche versteht und nicht nur als leere Floskel ohne tiefere Bedeutung. Oft haben sie sich in der letzten Zeit nicht gesehen und Lyall wünscht sich ehrlich ihren langjährigen Freund häufiger sehen zu können. Seitdem sie jedoch auf Gly-y-Defaid wohnt und er so viel mit den Belangen der Bäckerei zu tun hat, sind ihre Überschneidungspunkte an einer Hand abzuzählen. Ihre Besuche in der Goldenen Harfe hingegen kann man, mit diesem Maßstab gemessen, fast schon als häufig bezeichnen.

    Sobald die Wargin alleine oder mit ihrem Elben in die Stadt kam und eine längere Besorgung zu tätigen war, versuchte sie auch bei Borgil und seiner Frau Azra einzukehren, welche Lyall mit ihrem ätherischen Äußeren jedes Mal aufs Neue faszinierte. Das Wohnen im Umland Talyras ist wunderschön und Lyall würde es nicht mehr missen wollen, jedoch bedeutet dies auch, dass sie nicht mehr so nah bei ihren Freunden wohnt, wodurch sie jede Einkehr in die Stadt auch automatisch mit einem Besuch bei solchen zu verbinden versucht.


    Den Weg bis zur schweren Tür der Harfe haben beide recht zügig im Entenmarsch zurückgelegt, trotz der vielen Marktbesucher, die sich wieder zu kleineren oder größeren Menschentrauben um die Stände herum eingefunden haben, jetzt, wo der Himmel kurz kein Wasser speit.

    Doch VOR der Harfe zu sein heißt noch lange nicht IN diese hineinzukommen, wie sich schnell zeigt. Augenscheinlich hat sich der Großteil aller Besucher während dem Schauer in die Harfe geflüchtet und strömen nun ohne größere Unterbrechung wieder hinaus. Lyall empfindet es als eine halbe Ewigkeit, bis die Tür sich hinter einem der Harfenbesucher zumindest so lange schließt, dass die Wargin ihre Chance ergreift und sich in den Menschenstrom wirft, die nach Innen schwingende Tür dabei wir einen wuchtigen Schutzschild nutzend.

    Sie will sich gerade umsehen, ob ihr Freund Aneirin es hinter ihr ebenfalls in die trockene Wärme der Harfe geschafft hat, da schießt blitzschnell ein schneeweißer Arm aus den ausströmenden Leibern hervor, die alabasterfarbenen Finger schlängeln sich gekonnt um die ihren. Die Wargin hat gerade noch Zeit verdattert auf Azra und Aneirin zu blicken, da wird sie auch schon sanft aber bestimmt durch den Schankraum bugsiert. >>„Lyall, Liebes, genau dich brauche ich jetzt. Oh, verzeiht, ich muss mir Lyall für einen Moment ausleihen. Es dauert nicht lange. Warum macht ihr es euch in der Zwischenzeit nicht schon gemütlich? Am dritten Tisch von hinten direkt neben der Wabe sind noch Plätze frei.“<< Lyall versucht krampfhaft Borgils Frau nicht in die Haken zu treten, während sie hinter dieser her stolpert, verzweifelt versuchend den Inhalt ihres Korbes nicht zu verlieren, welcher immer wieder gegen die Kniekehlen oder Beine von Umstehenden knallt. „Wie? Was? Ausleihen?... Wohin? Wofür? Äh…Azra?!“ Ein letzter verwirrter Blick trifft Aneirin, bevor die Wargin von der Menge verschluckt wird.

    'Er, excuse me,' said the man as Nanny Ogg turned away, 'but what is that on your shoulders?'
    '
    It's. . . a fur collar,' said Nanny.
    'Excuse me, but I just saw it flick it's tail.'
    'Yes. I happen to believe in beauty without cruelty.'

    Terry Pratchett

    3 Mal editiert, zuletzt von Lyall ()

  • “In a crowd of thousands, I still felt alone.”

    Lang Leav



    Anfang Sturmwind 525



    Aneirin blinzelt überrascht, als ein schneeweißer Arm wie aus dem Nichts zwischen den ihnen entgegenkommenden Menschen hindurchschießt und Lyall wie ein verloren geglaubtes Küken an sich zieht. Ein kurzes, schiefes Lächeln huscht über sein Gesicht, doch es weicht rasch einem Ausdruck von Verwirrung, als Azra ihn anscheinend nicht erkennt. Vielleicht liegt es an der Kapuze. Vielleicht an seinem Gesicht. Vielleicht… an beidem.


    „Dritter Tisch von hinten, neben der Wabe“, murmelt er leise und sieht Lyall noch einen Moment hinterher, während sie, leicht stolpernd, mit festem Griff am Korb, von Azra durch den Schankraum bugsiert wird.


    Dann seufzt er leise und bahnt sich seinen Weg zum besagten Tisch. Die Wärme der Harfe umfängt ihn sofort – nicht nur körperlich, sondern auch in Form des prallen, lauten, würzig riechenden Lebens, das überall um ihn herum pulsiert. Stimmengewirr, das Knistern des Kamins, der Duft von gebratenem Fleisch, nassem Fell und billigen Parfums – ein kontrolliertes Chaos, wie er es mit der Harfe verbindet.


    Er erreicht den Tisch, legt seinen tropfnassen Mantel über die Lehne eines freien Stuhls und setzt sich mit einem weiteren, fast unhörbaren Seufzer. Mit einer gewohnten Bewegung fährt er sich durch das nasse Haar, zieht einige der blonden Strähnen etwas in sein Gesicht über sein linkes Auge, im Versuch es etwas zu verbergen. Das andere, das rechte, sieht ruhig durch den Raum, tastet sich an Gesichtern vorbei, bleibt aber nie zu lange bei einem haften.


    Sein Blick bleibt kurz an einem der Kinder hängen, das mit einem der Karawanenhändler streitet – oder handelt, man weiß es nicht genau. Ein alter Mann schläft mit offenem Mund über seinem dampfenden Eintopf ein – der Löffel noch in der Hand, die Suppe ungerührt. Ein junger Bursche lacht laut über einen Witz, den wohl nur er verstanden. Zwei Mädchen stecken leise kichernd die Köpfe beieinander, während sie Burschen an einem anderen Tisch verstohlene Blicke zuwerfen.


    Aneirin greift er zu dem einfachen Trinkbecher, der umgekippt auf dem Tisch liegt, richtet ihn auf, dreht ihn einmal in der Hand – eine kleine Geste, beschäftigt, fast meditativ – und lässt ihn dann wieder los.


    Er denkt an Lyall. Und daran, wie sehr er das Zusammentreffen mit ihr heute gebraucht hat, ohne es zu wissen. Ihr Husten, ihr Blick, die Art, wie sie sich schämte – all das brennt noch immer leise in ihm nach. Er hatte sie fast verloren, für einen Moment, auch wenn es nur die Kehle war, die versagte. Doch der Schreck saß tief und machte ihm wieder bewusst, wie selten sie einander zuletzt gesehen hatten. Wie sehr ihm ihre Nähe fehlte. Der Alltag hatte ihn langsam verschluckt, ohne dass er es recht bemerkt hätte. Um nicht ganz darin unterzugehen, streifte er seit einigen Monden nachts durchs Hafenviertel – auf der Suche nach Momenten, in denen er sich wieder lebendig fühlte.


    Ein Lächeln, kaum merklich, zupft an seinen Lippen.


    „Kamillentee, hm…“ murmelt er in seinen Bart. „Rettende Blumen statt tödlichem Schnaps…“ Er lehnt sich etwas zurück, lässt den Blick ein weiteres Mal durch die Harfe wandern – und wartet.

    • Offizieller Beitrag

    Sturmwind 525


    Die arme Wargin weiß gar nicht wie ihr geschieht und Azra lässt ihr keine Zeit sich zu fangen. Unter den mitleidigen Blicken von Haud und Halla - die sich in die vermeintliche Sicherheit hinter dem Tresen geflüchtet haben - zieht sie Lyall aus der Menge die vier Stufen hinauf ins Wespennest, das eine halbe Etage höher liegt als der Rest der Gasträume. Aufgrund von Zimmermannsarbeiten ist der Raum aktuell für Gäste gesperrt, weshalb sie von herrlicher Stille umschlossen werden, kaum lässt Azra die Tür hinter ihnen ins Schloss fallen.


    "Also, Lyall-Liebling...", wendet sich Azra der jungen Frau zu, die sie unlängst ins Herz geschlossen hat. Aber wer könnte Lyall nicht mögen? Die Wargin hat ein sanftes, liebenswertes Gemüt, ist tapfer und, wenn man sie erst einmal aus ihrem Schneckenloch gelockt hat, ein solides Mitglied des wöchentlichen Teekränzchens mit einem überraschend aufmüpfigen Humor. Azras Miene ist ein Sinnbild völliger Unschuld, als sie Lyall die Kapuze vom Kopf und ihr eine nasse Strähne aus dem Gesicht streicht, "es ist so: Zwei meiner Kinder...", sie nennt keine Namen, aber das braucht sie auch nicht. Wenn es Ärger im Hause Blutaxt gibt, der sie und nicht Borgil auf den Plan ruft, kann das nur eines bedeuten: Die Zwillinge. "... hielten es für eine gute Idee - ach herrje, du bist ja ganz nass... - in der Waschküche, wo gerade meine persönlichen... - komm, gib mir deinen Mantel... - extra gestärkten, blütenweißen, von mir persönlich bestickten... - ich hänge ihn vor den Kamin, damit er schneller trocknet... - Bettlaken zum Trocknen hingen, ein regenbogenfarbenes... - bei Nebres Regenkleid, sogar dein Unterleibchen tropft! - Glitzerchaos zu veranstalten."


    Um der Wargin das ganze, schreckliches Ausmaß der Missetat zu veranschaulichen, hält Azra ihr das runierte Laken unter die Nase. "Natürlich haben sie sich sofort aus dem Staub gemacht und weil die Harfe so voll ist, habe ich nicht die Zeit das ganze Haus nach ihnen abzusuchen, aber wenn die zwei Strolche meinen, sie würden einfach so davonkommen, dann haben sie sich gehörig getäuscht." Das Blitzen in Azras milchhellen Augen verspricht nichts Gutes für Brion und Branon, die als Streichespieler weit und breit gefürchtet sind. Aber jetzt haben sie es zu weit getrieben. Wenn es um ihre hochheiligen Laken geht, versteht Azra keinen Spaß.


    "Denn", und sofort kräuselt sich das kleine, honigsüße Lächeln wieder auf ihren Lippen, "danksei deiner Nase werden wir sie in null Komma nichts finden, nicht wahr?" Silberhelle Wimpern klimpern die Wargin von unten heraus an, während sie ganz nebenher von ihrem schweren Lodenumhang befreit wird. "Und nachdem wir sie gefunden und du einen Tee getrunken und etwas gegessen hast - selbstverständlich alles aufs Haus -, nimmst du am Besten ein warmes Bad. Ich gebe einem der Mädchen Bescheid, dass sie eines einlassen und dir ein paar trockene Kleider dazulegen soll. So kannst du dich auf keinen Fall auf den Rückweg nach Glyn-y-Defaid machen. Cinéad schert mich, wenn du am Ende noch krank wirst."

  • Life throws challenges and every challenge comes with rainbows and lights to conquer it.

    ~ Amit Ray


    Anfang Sturmwind 225


    Ohne wirkliche Gegenwehr lässt sich Lyall von Azra bemuttern, noch unfähig die Situation in Gänze zu begreifen. Sie lauscht den Ausführungen von Borgils Frau aufmerksam, lässt sich brav die Kapuze zurückschlagen und stellt dann auch ihren Korb geflissentlich auf einem der nahen Möbel ab. Diese sind, aufgrund von Baumaßnahmen, in dicke Leinentücher gehüllt und auch sonst ist der Raum augenscheinlich im Umbau begriffen. Mehr als einen raschen Blick kann sie jedoch nicht für das Interieur erübrigen, da sie sich weiterhin bemühen muss, dem Redeschwall und den schnell eingeworfenen Zwischensätzen geistig zu folgen. Azra mag äußerlich noch recht gefasst wirken, doch innerlich scheint sie bald den Siedepunkt zu erreichen. Die Zwillinge haben sie - mal wieder – zur Weißglut getrieben. Eigentlich sind die Beiden, nach Lyalls Meinung zumindest, etwas zu alt, um Streiche zu spielen oder… ist es genau das Alter, um wieder damit anzufangen? Mit Kindern kennt sich die Wargin nicht wirklich aus. Ihr ist es nicht vergönnt eigene zu bekommen, aber bei dem was Azra ihr jetzt erzählt und sie bei so manchem Teestündchen schon mitbekommen hatte… ist sie am Ende solch elterlicher Klage nie ganz sicher, ob ihre Kinderlosigkeit Fluch oder doch eher Segen ist.


    Im Moment würde sie es eher in der Kategorie „Segen“ einordnen, denn das was Azra ihr als Bettlaken verkaufen will, erscheint ihr eher als lumpenartiges Gebilde, welches in schillernden regenbogenfarben glitzert. Ungläubig kratzt die schwarzhaarige Frau über die dicke Kruste, die der irisierende Flitter an manchen Stellen gebildet hat und den Stoff darunter hart und steif wirken lässt. Was, beim Dunklen, ist das für ein Zeug? Apfelgribs kann zwar auch etwas Glitzer produzieren, aber nur als eine Art Illusion und nicht so wie… nun ja…wie das hier.

    Das Geräusch des über die Glitzerkruste schabenden Fingernagels muss eine weitere Welle der Wut bei ihrem Gegenüber losgelöst haben, denn die Drachenländerin kann förmlich spüren, wie Azras Zorn, einem warmen Hauch gleich, zu ihr herüberschwappt. Als Lyall hochschaut und direkt vom durchdringenden Blick aus den Perlmuttaugen getroffen wird, will sie auf gar keinen Fall in der Haut der Zwillinge stecken. Sie mögen viel Unfug anstellen, aber offenbar haben sie mit diesem Streich eine empfindliche Grenze bei der Harfenwirtin überschritten.

    Obwohl Lyall weiß, dass sie nicht Ziel des Ärgers ist, tritt sie sicherheitshalber (und möglichst unauffällig höflich) mit beschwichtigend angelegten Ohren einen Schritt zurück. Doch da erscheint wieder ein Lächeln im makellosen Alabastergesicht und mit einem beherzten Schritt hat Azra die Distanz zwischen ihnen wieder verringert, um Lyall den Mantel abzunehmen und zeitgleich die wahre Absicht zu offenbaren.

    >>"Denn danksei deiner Nase werden wir sie in null Komma nichts finden, nicht wahr? Und nachdem wir sie gefunden und du einen Tee getrunken und etwas gegessen hast - selbstverständlich alles aufs Haus -, nimmst du am Besten ein warmes Bad. (Das >>wir<< lässt Lyall leicht Schaudern. Nein, sie will definitiv nicht in der Haut der Zwillinge stechen!) Ich gebe einem der Mädchen Bescheid, dass sie eines einlassen und dir ein paar trockene Kleider dazulegen soll. So kannst du dich auf keinen Fall auf den Rückweg nach Glyn-y-Defaid machen. Cinéad schert mich, wenn du am Ende noch krank wirst."<<


    Als erste, recht dümmliche Antwort (falls diese so zu bezeichnen ist), erhält Azra von Lyall ein „Äh..“ gefolgt von einem längeren „Ääääh, nun…“ bis sie die ganze Tragweite der Worte verstanden hat, inklusive der Einladung zu einem Essen, Bad und frischen Kleidern.

    Azra will die beiden Zwillinge wirklich finden. Nicht erst, wenn beide hungrig aber weiterhin nichtsahnend belustigt zum Abendessen in Azras Arme zurück stolpern, sondern möglichst schnell. Am besten sofort. Bevor ihr Zorn auch nur um einen Sekhelrin verraucht sein könnte. Da kommt eine Wargin doch wie gerufen, das muss Lyall ihr lassen. Die Idee ist perfide brillant.

    „Ja, nun äh. Natürlich helfe ich dir. Aber…“, und mit einem Blick an sich herab muss Lyall zwar zugeben, dass ihre Hosenbeine und Ärmelsäume recht nass sind aber der Rest für sie selbst noch passabel trocken aussieht, „das Bad und die frischen Kleider kann ich nicht annehmen. Das ist zu viel des Guten. Ich helfe dir gerne! Ein Happen zu Essen reicht völlig!“ Die Drachenländerin will keine Umstände machen und hebt beschwichtigend die Hände. Sie weiß, wie viel Arbeit ein Bad vorzubereiten mit sich bringt und auch wenn die Kessel in der Harfe mindestens drei Mal so groß sind, wie auf dem Schafhof, so möchte sie auch den Mägden keine zum Tagesgeschäft hinzukommende Arbeit aufbrummen.

    „Ich bräuchte nur etwas, was von den Beiden ist. Möglichst vor kurzem angefasst oder getragen. Ich bin nicht ganz sicher, ob das Bettlaken dafür ausreicht, wenn sie die Glitzerbombe nur darauf losgelassen, es aber nicht angefasst haben. Und äh… Azra… du bist sicher?!… Ich meine ja, ihr habt hier allerhand Völker unter einem Dach versammelt und man ist hier viel gewohnt, aaaaabeeeer… Bist du sicher, dass ein Schattenwolf in der Harfe keinen Tumult verursacht?“ Als Wolf ist sie hier schon ein Mal gewesen, aber da war weit und breit kein Gast im Schankraum zugegen gewesen, grübelt sie während ein schwarzpelziges Ohr verlegen zuckt.



    'Er, excuse me,' said the man as Nanny Ogg turned away, 'but what is that on your shoulders?'
    '
    It's. . . a fur collar,' said Nanny.
    'Excuse me, but I just saw it flick it's tail.'
    'Yes. I happen to believe in beauty without cruelty.'

    Terry Pratchett

    2 Mal editiert, zuletzt von Lyall ()

  • Anfang Sturmwind 525


    Das Bad lehnt Lyall dankend ab, lenkt aber, als Azras Augenbraue prompt in die Höhe schießt, rasch ein, dass eine warme Mahlzeit und ein Tee hingegen äußerst willkommen wären. Zufrieden sieht Azra davon ab, die Wargin höchstpersönlich in die Wanne zu stecken, lässt es sich aber nicht nehmen ihr dafür eine Kutsche und eine Begleitung nach Hause anzudrehen. „Du würdest Ninio einen riesigen Gefallen tun“, schmunzelt Azra, weil sie an den entschuldigend angelegten Fellohren schon erkennen kann, dass Lyall auch dieses Angebot lieber ausschlagen möchte: „Er wäre froh für ein paar Stunden aus dem Stall rauszukommen. Das Dromedarlamento quillt ihm schon zu beiden Ohren raus.“ Der arme Mann hat es im Augenblick tatsächlich nicht leicht mit seinen exotischen Gästen und ihren exotischen Ansprüchen. Allen voran der Besitzer der wunderhübschen, aber auch fürchterlich kapriziösen Imazighalstute – die den malerischen Namen Raqhisa hal’asham, Tänzerin unter der Sonne, trägt – stellt den, für seine stoische Gelassenheit und sein besonnenes Gemüt bekannten, Stallmeister mit tausendundeinem Extrawunsch tagtäglich auf die Probe. Lyall kann also unmöglich widersprechen und das ist Azra nur Recht. Der Himmel sieht nicht aus, als würde er sich in den nächsten Stunden klären und obwohl sie weiß, dass die Frau nicht wehrlos ist, wäre ihr nicht wohl bei dem Gedanken sie bei Regen und Dunkelheit alleine nach Glyn-i-Defaid zurückkehren zu lassen.


    Auf Lyalls Frage hin, ob sich Azra das mit dem Schattenwolf auch gut überlegt hätte, legt diese den Kopf leicht schief und schürzt bedächtig die Lippen: „Richtig. Du wandelst dich in einen Schattenwolf. Hm.“ Die Harfe hat in ihrer Zeit nun wissen die Götter schon alle möglichen Tiere, Wesen, Kreaturen und Monster gesehen, manche davon auch beherbergt. Ein Dämon hat in ihrem Weinkeller gehaust, ein Seharim im ihrem Gastraum gespeist, ein Oger ein Humpen in ihrem Garten genossen und ein Dämonenprinz und eine Wasserfee haben sich in ihren Zimmern kennen und lieben gelernt. Von den gelegentlichen Vampiren ganz abgesehen. Und hat nicht ein Höllenogre einmal versucht durch das Küchenfenster zu klettern? Im Grunde genommen sind Azras und Borgils zahlreiche Shebarucmenschzwergmischlingskinder- die einzig bekannten ihrer Art in den gesamten Immerlanden- der beste Beweis dafür, was für Raritäten sich unter dem Harfendach sammeln. Aber ob schon jemals ein Schattenwolf (ein Lebender wohlgemerkt) das Gasthaus be- oder heimgesucht hat, kann Azra nicht sagen.


    „Du bist dann ungefähr so…“ Langsam hebt Azra ihre Hand in die Höhe, „… so?“, und noch ein Stückchen höher, „…so gross?“ Skeptisch schaut sie auf ihre Finger, die wenige Sekhel über ihrem Kopf schweben. Das ist ziemlich groß. Das sei allerdings schon bis zu den Ohren, wird ihr hastig beschieden, als ob ein Flankenmaß von ungefähr nur 120 Sekhel irgendwie beruhigend wäre. „Hm…“ Nachdenklich beißt sich Azra auf die Unterlippe und überlegt, ob und wie sie einen ausgewachsenen Schattenwolf ungesehen an den Gästen vorbeischmuggeln kann, als ihr Blick auf die abgedeckten Tische und Stühle fällt… und ihr eine Idee kommt. „Sag“, erkundigt sie sich unschuldig: „wie sehr würde ein dünnes Leinentuch deinen Geruchssinn einschränken?“

  • "Now I know what a ghost is. Unfinished business, that´s what."

    ~ Salman Rushdie, The Satanic Verses ~


    Anfang Sturmwind 525


    Offenbar teilt Azra die Bedenken der Wargin, dass ein Schattenwolf in einem Wirtshaus mit diverser Klientel durchaus ein neuer Gast wäre, der zu unvorhergesehenen Reaktionen der weiteren Besucher der Harfe beitragen könnte.

    Und auch ihre Größe wird ein weiterer Grund sein, dass ihre Anwesenheit nicht unbemerkt bleiben wird. Ja, die Gestalt ihrer Seelenwölfin ist imposant und ihr menschlicher Körper scheint ein solch großes Tier nimmer beherbergen zu können. Aber es sind tatsächlich zwei Körper in einem verbunden, zwei Seelen in einem Gefäß, unterschiedlicher Natur und doch eins.

    Sie wird die Harfenwirtin durchaus überragen, getrost könnte sie auf ihr reiten. Wie Atevora damals… lange ist es her. Was wohl aus ihr geworden ist? Plötzlich keine Spur mehr, wie vom Erdboden verschluckt. Aber ich habe sie auch nicht gesucht. Das… hätte sie nicht gewollt. Kurz hängen ihre Gedanken in der Spinnwebfäden der Vergangenheit, verhaken sich in den Erinnerungsfetzen der skurrilen Erlebnisse mit der exzentrischen Frau, doch schnell sind sie wieder bei Azra, als diese einen fast genauso skurril anmutenden Vorschlag macht.


    Die Augen der Wargin huschen ungläubig zwischen Azra und den abgedeckten Möbeln hin und her. „Du willst, dass ich… dass ich... hm.“ Nur ein leichtes nachdenkliches Zucken ihrer Ohren verrät, dass es in der Drachenländerin arbeitet, als sie versucht Azras Gedanken weiterzuspinnen.

    Es könnte durchaus funktionieren. Aber… nun… am Ende wird sie ein Wolf unter einem Tuch sein. Wen kann man mit solch einer Verkleidung narren? Hätte sie viereckige Schultern und ein breites Becken, könnte sie mehr schlecht als recht als wandernder Tisch durchgehen, aber so? Oder würde sie Lyall als Geschenk an ihre Kinder verkaufen, welches - der Überraschung wegen - bis zur Preisgabe verhüllt zu bleiben hätte? Der Blick aus den schillernden Augen der Harfenwirtin ist jedoch ernst (wenn auch leicht verschmitzt) und die zierliche Frau erwägt den Vorschlag offenbar wirklich.


    Ein langgezogenes „Hmmmm…“ ausstoßend, geht Lyall zu einem der abgedeckten Bänke hinüber, zieht den Stoff zu sich heran und anschließend über ihren Kopf.

    Prüfend dreht sie sich hier hin und dort hin, wendet den Kopf von Azra weg, dann zu ihr hin, bevor sie die Arme und damit auch das Tuch sinken lässt.

    „Das Riechen sollte kein Problem sein. Allerdings ist der Stoff nicht so fadenscheinig, dass ich alles um mich herum erkennen kann. Gerade dunkle Umrisse vor dunklem Hintergrund zu unterscheiden ist schwierig. Ich glaube, weit sehen können werde ich nicht.“ Verlegen streicht sie das schwarze Fell ihrer Ohren glatt, bevor Lyall mit einem schiefen Lächeln bemerkt: „Außer alle Harfengäste strahlen so ätherisch hell, wie du. Ich glaube, du wirst an meiner Seite bleiben müssen, damit ich mit keinem Gegenstand oder Besucher kollidiere. Das… wird eine interessante Erfahrung.“ Der Tag hat so normal und unaufregend begonnen wie die Tage davor, bis zu jenem Moment der fehlgeleiteten Nuss in ihrem Hals und nun entartete er weiter zu einem neuen sonderbaren Ereignis, welches die Wargin nicht im Geringsten hätte erträumen können. Irgendwie fühlt sie, dass dies nicht das Ende der Wunderlichkeiten an jenem Tage bleiben wird.

    'Er, excuse me,' said the man as Nanny Ogg turned away, 'but what is that on your shoulders?'
    '
    It's. . . a fur collar,' said Nanny.
    'Excuse me, but I just saw it flick it's tail.'
    'Yes. I happen to believe in beauty without cruelty.'

    Terry Pratchett

    4 Mal editiert, zuletzt von Lyall ()

    • Offizieller Beitrag

    Lyall zeigt sich nicht ganz so begeistert von der Idee kleines (in diesem Fall eher riesiges) Gespenst zu spielen und gibt nach einer flüchtigen Tuchinspektion zu bedenken, dass ihr Geruchssinn zwar keinerlei Einschränkung erfährt durch die Verkleidung – Azra aber als Blindenführerin fungieren müsste, um unangenehme Zusammenstöße zwischen ihr und, nun, allem und allen anderen zu verhindern. Es ist allerdings Lyalls Beschreibung von ihr selbst, die Azra kurz von ihrem innigen Bedürfnis, zwei ihrer Söhne die Ohren von hier bis nach Normand zu ziehen, ablenkt: „Ich strahle ätherisch hell? Meinst du damit meine schneeweiße Haut?“ Als ob sie sicherstellen möchte, dass sie nicht tatsächlich strahlt wie ein Glühwürmchen, sieht sie auf ihre Hände hinab. Es sind kleine Hände, schmal, mit grazil anmutenden Fingern, rosigen, beinahe durchscheinenden Nägeln und unter der perlenblassen Haut zeichnen sich in einem zarten Grau die Knöchel ab. Aber sie strahlen nicht.


    „Ich gehe einfach neben dir und verkaufe dich als, hm, zu groß geratener Arduner Wolfshund“, schlägt Azra zwei Fliegen mit einer Klappe und verdreht in einem Anflug mütterlicher Unmuts die Augen – was man kaum sieht, weil auch diese, bis auf einen zarten, taubengrauen Ring ganz weiß sind. „Mit dem Wunsch nach einem Hund liegen die Jungs mir schon in den Ohren, seit Colevar diesen einohrigen Flohfänger aus den Rhainlanden angeschleppt hat. Oder war es Normand? Wie auch immer. Das weiß auf jeden Fall inzwischen die ganze Harfe.“ Vielleicht auch schon das gesamte Marktviertel. Wenn ihre Söhne etwas nicht sind, kein Einziger von ihnen, dann ist es subtil. Es ist nicht so, dass Azra Hunde grundsätzlich nicht mag, sie ist eher generell etwas unbeholfen und zurückhaltend im Umgang mit Tieren. Und sieht es außerdem überhaupt nicht ein, neben 10 matschwütigen Dreckspatzen (gut, sieben, Braen, Heledd und Brevair führen ihre Toilette inzwischen mehrheitlich selbstständig durch) auch noch einen befellten Mitläufer regelmäßig in den Badezuber stecken zu müssen.


    Entschieden legt Azra das ruinierte Laken beiseite und zieht eines der alten, vergrauten Leinen von dem ovalen Tisch, der die Wabe dominiert. Da Lack- und Malerarbeiten durchgeführt werden, hat Azra den Raum vorab so lange geputzt, geschrubbt und gewienert, bis auch das hartnäckigste Staubkorn kapituliert, seine Koffer gepackt und ausgezogen ist. Das Tuch wirbelt deshalb keine einzige Fluse auf. Dann aber fällt Azra auf, dass sie in Wahrheit keine Ahnung hat, wie so eine Wandlung eigentlich vonstattengeht und das, obwohl sich in ihrem Bekanntenkreis mehrere Wandler finden, allen voran Karamaneh und die naseweise kleine Tochter von Calait und Colevar, Neirin. Letztere hat sie schon einmal in ihrer Bärenform im Vorratsschrank erwischt – und beinahe kreischend und besenschwingend aus dem Haus gejagt, wäre Colevar nicht rechtzeitig eingeschritten und hätte sich das mindestens genauso erschrockene und laut quietschende Bärenjunge nicht mit einer überstürzten Entschuldigung einfach unter den Arm geklemmt.


    „Mh… Musst du dich für die Wandlung, ähm, ausziehen? Falls ja, du kannst deine Sachen einfach hier lagern, ich schließe den Raum ab. Oh, und soll ich draußen warten?“ wie auch immer sich die Wandlung gestaltet, Azra geht davon aus, dass es sich um eine intime Angelegenheit handelt. Etwas, das man nicht mit jedem teilen möchte. „Oder soll ich einfach die Türe abschließen und dir den Rücken zudrehen? Wie es dir lieber ist.“

  • Anfang Sturmwind 525



    „Wie ein Arduner Wolfshund?“, wiederholt Lyall leise die Frage, geistig gleichzeitig damit beschäftigt in ihren Erinnerungen an Begegnungen mit Haus- und Hoftieren der Weltenstadt zu kramen. Dabei fällt ihr auf, dass sie zwar schon mehrere Hunderassen gesehen hat, sich in ihrem Gedächtnis allerdings keine Namen abrufen lassen. Oder liegt es auch nur an diesem seltsamen Tag?

    Komisch. Als hätte sie der Umstand nie wirklich gestört, die unterschiedlichen Hunde nicht mit Namen benennen zu können. Die Wolfsrassen ja, aber Hunde? Sie ist leicht amüsiert und gleichzeitig auch etwas bestürzt über diese seltsame Ignoranz, die ihr eigentlich gar nicht ähnlich sieht. Offenbar hat sie das Wissen um Rassen nie gebraucht und ist auch nicht auf die Idee gekommen, sich selbst motivierend mit den ihr eigentlich so nahen Verwandten zu befassen.

    Aber sobald sie Lady Aurian oder Cinaéd in die Finger bekommt, wird sie diese nach allen ihnen bekannten Rassen ausquetschen. So viel steht fest!

    Zumindest kann sie davon ausgehen, dass dieser Hund scheinbar nicht klein ist und sie diesem wohl ähnlich sehen muss.

    Die Wargin kann nicht umhin, sich auf die Wandlung zu freuen. Fast einen ganzen Monat hat sie ununterbrochen in der menschlichen Gestalt verbracht, ohne ihrer Seelenwölfin Zugriff auf ihren Körper zu gewähren … irgendwie ist die Zeit so schnell verflogen…


    Aber Lyall kann ihre Wölfin spüren, wie sie sich in ihrem Inneren zu regen beginnt, freudig dem Abenteuer entgegensieht, wie immer mit einem furchtlosen Enthusiasmus beseelt, welcher der Wargin in ihrer menschlichen Gestalt öfters abhandenkommt.

    Unbestreitbar ist Azras Vorschlag ein guter und die Drachenländerin wüsste in diesem Moment keine andere Herangehensweise zu nennen, aber es bleibt das mulmige Gefühl eine Panik unter den Gästen auszulösen, was zu Unannehmlichkeiten und Umständen führen würde, die Lyall gerne vermeiden möchte. Sie ist ein Kind der Stille und Zurückgezogenheit (enge Freunde mögen vielleicht etwas anderes behaupten, da nur diese auch die andere, verspieltere Seite zu sehen bekommen) und nichts liegt ihr ferner, als Aufmerksamkeit auf sich zu lenken oder für unangenehme Überraschungen zu sorgen. Das gelingt ihr meist, aber nicht immer, wie der halbe Erstickungsanfall nur zu deutlich gemacht hat. Fettnäpfchen sind halt meine Spezialität…


    Azra tauscht in diesem Moment das Beweisstück für die Ungezogenheit zweier Kinder (ein bisschen sieht das Laken im Licht der Kammer aus, als hätte sich ein Regenbogen darüber erbrochen) gegen eines der größeren Leinentücher ein, welches schützend über dem großen ovalen Tisch zu Azras Rechten liegt.

    Auf ihre Fragen antwortet Lyall mit einem Nicken. „Ja, ich muss mich dafür ausziehen. Es ist mir nicht oft passiert, dass ich mich in Kleidung verwandelt habe, aber es ist schon vorgekommen. Ich kann nur sagen, es ist unbequemer als man meint und sieht noch lustiger aus, als man denkt.“ Sie zwinkert der Harfenwirtin mit einem Lächeln zu, denn langsam erfasst die Spannung und Vorfreude der Wölfin auch ihr menschliches Ich.

    „Ich würde meine Kleidung und Habseligkeiten gerne hierlassen, wenn es für dich in Ordnung ist. Und… du kannst gerne hierbleiben, wenn du das möchtest. Ich warne dich aber, dass die Geräusche nun… gewöhnungsbedürftig sind. Solange du dich umdrehst, kannst du gerne mit mir im Raum bleiben. Es wird… eine Erfahrung.“ Sie lächelt Azra dabei verschmitzt an, denn sie selbst fand die ersten Verwandlungen, denen die Drachenländerin bei Kaney und Ragna beigewohnt hatte, selbst etwas befremdlich. Es ist eine Sache sich einen Wandler nennen und Tiergestalt annehmen zu können, aber die Transition von einer in die andere Gestalt als Außenstehender mitzuerleben eine ganz andere. Aber Azra würde dies gut wegstecken, zumal sie nur hören aber nicht zusehen muss. Und die Halbelbe hat schon ganz andere Erfahrungen auf Rohas weitem Rund gemacht, da ist sich Lyall mehr als sicher. Sie ist ihr jedoch auch dankbar dafür, dass Azra offenbar spürt, welch sensibles Thema dies für einen Wargen ist. Nach kurzem Überlegen nickt die Harfenwirtin entschlossen, doch bevor sie sich ganz von Lyall wegdrehen kann sagt diese noch schnell: „Und du leuchtest natürlich nicht. Nicht in einem… unangenehmen Sinne. Aber gegen die dunkleren Wände und das Mobiliar hebt sich deine Gestalt nun… deutlicher ab. Ich wollte dich damit nicht kränken. Nichts liegt mir ferner.“ Um ihrer Entschuldigung Nachdruck zu verleihen legt sie ihre rechte, zur Faust geballte Hand auf ihre Herzregion und deutet eine Verbeugung an.

    Dann besinnt sich die Drachenländerin auf das eigentliche Vorhaben sowie die Erfüllung von Azras Bitte und beginnt sich zu entkleiden. Sorgfältig faltet Lyall ihre Kleidung, wenn diese soweit trocken geblieben ist und legt sie, ordentlich zu einem kleinen Häufchen gestapelt, auf den ihr am nächsten gelegenen Tisch, während sie die nassen oder feuchten Teile über diverse Stuhlrücken drapiert. Vorfreude über die Wandlung wäscht über sie hinweg, gleichzeitig verspürt sich jedoch auch ein bisschen Mitgefühl mit den Jungs, wenn sich bald das Donnerwetter von Azras Zorn über ihnen entladen wird. Aber wirklich nur ein bisschen.


    Es beginnt mit einem Atemzug – tief, ruhig, wie vor einem Sprung ins kalte Wasser. Nur ein Flimmern unter der Haut, wie feine Funken, die sich durch ihre Adern ziehen. Ihr Körper kennt den Weg längst. Unzählige Male hat sie ihn beschritten und ist sicherer und stärker geworden. Der Pfad, erst schmal und von dornigen Sträuchern und stacheligen Hecken gesäumt, die peinbringend und ungnädig Schmerz und Leid bei der Wandlung verursachten, ist er nun breit, offen und vertraut. Nicht, dass die Wandlung vollkommen schmerzfrei wäre, das ist sie keinesfalls. Aber ihr Körper weiß mittlerweile, dass der Schmerz nur temporär ist und sie keine Angst verspüren muss, ein notwendig zu durchstehendes Unterfangen, um ihre zweite Gestalt freizusetzen. Ihre Schultern senken sich, während sich ihre Finger verkürzen und dunkle Krallen ihre Nägel ersetzen, die Wirbelsäule krümmt sich mit fließender Eleganz in ihre neue langgestreckte Position. Gelenke schieben sich annähernd lautlos in neue Winkel und mit einem leisen Knistern schiebt sich dunkles Fell durch die einst glatte Haut. Das Menschliche Antlitz schmilzt dahin wie Nebel in der Morgensonne, und stattdessen tritt sie hervor: die Wölfin. Tiefschwarz, mit glänzendem Fell und goldenen Augen, in denen noch immer etwas von Lyalls menschlicher Natur liegt – wach, ruhig, wissend.

    Auch Azra müssen diese Geräusche erreichen, dieses leise, rhythmische Knistern, als würde sich Holz im Feuer langsam winden. Da ist das sanfte Rascheln von Kleidung, die zu Boden gleitet. Das dunkle, ruhige Atmen – erst menschlich, dann tiefer, voller, fremder. Kein Schrei, kein Aufbegehren. Nur ein Flüstern von Bewegung, ein kaum wahrnehmbares, leicht morbides Knacken von Knochen, als würden Gelenke sich neu sortieren, als würde ein Körper sich erinnern, was er einst war. Es ist kein grausamer Klang, eher etwas... Altes. Ein Ritual. Fast meditativ.

    Dann ist die Wandlung auch schon abgeschlossen und die Wölfin schüttelt und streckt sich ausgiebig, um sich ihres Körpers bewusst zu werden, ihn sich vollends anzueignen. Ein letztes ausgiebiges Gähnen später, bei dem ihre Kiefergelenke knacken, trottet sie hinüber zu Azra und stupst als stillen Gruß leicht ihre Handfläche an.

    'Er, excuse me,' said the man as Nanny Ogg turned away, 'but what is that on your shoulders?'
    '
    It's. . . a fur collar,' said Nanny.
    'Excuse me, but I just saw it flick it's tail.'
    'Yes. I happen to believe in beauty without cruelty.'

    Terry Pratchett

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