Die Unterstadt

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  • Die Unterstadt


    Tief unter den kopfsteingepflasterten Straßen der Stadt, ja teilweise selbst noch unter den Kanälen und Abwassertunneln Talyras liegt jener Bereich verborgen, denn man abfällig als "Unterstadt" bezeichnen. Jeder kennt ihn, auch wenn nicht viele wissen, wie man dort hinuntergelangt - und viele fürchten ihn, denn jener Teil der Stadt ist nichts für zarte Gemüter. Zwielichte Gestalten, Schmuggler, finstere Halunken, Gesindel aller Art, Diebe und Vogelfreie und noch Schlimmere treiben dort ihr Unwesen, und die verschworene Diebesgilde hat hier ihren Sitz – auch an der Oberfläche mag es Beutelschneider, Taschendiebe und Langfinger geben, doch es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die meisten Diebe in der Unterstadt wohnhaft sind. Städte verändern sich im Laufe der Zeiten, das ist allseits bekannt: ein Feuer bricht aus und vernichtet einen ganzen Stadtteil, ein Krieg zerstört vielleicht zahllose Gebäude, ein Dämonenangriff macht ein ganzes Viertel dem Erdboden gleich... und so türmt sich bald Stadt auf Stadt, Neues wird auf den Resten von Altem errichtet. Wie verschiedene Gesteinsschichten, so lagern auch verschiedene Epochen einer Stadt übereinander. Die Unterstadt Talyras ist ein ebensolcher ein Bereich. Auf ihren Ruinen wurde das Talyra errichtet, das wir heute kennen und lieben. Einige Schichten tief reicht die Unterstadt in die Finsternis und bietet dunklem Gezücht und allerlei Schattengestalten Zuflucht. Sie ist das Schandmal, der finstere Fleck der Stadt, und gibt jenen eine Heimat, die im herrlichen Glanz der prachtvollen Oberstadt, wie die Bewohner der Unterstadt Talyra nennen, nicht leben können, weil ihr Reich die Dunkelheit und ihr Gewerbe das Gesetzlose ist.


    Die Unterstädter müssen nicht einmal großartig Razzien oder massive Einmischung der oberirdisch überall präsenten Blaumäntel fürchten, denn erstens schützt die Diebesgilde eifersüchtig ihr Reich, zweitens leben dort unten genug Bettler, Obdachlose, Krüppel, Straßenkinder und ähnliche arme Seelen, um finsteren Gestalten als lebende Schutzschilde zu dienen, und drittens weiß man auch beim Stadtrat und der Stadtgarde, dass selbst Ratten und Küchenschaben irgendwo ein Plätzchen zum Leben brauchen. Abgesehen davon ist trägt auch die Schattenwirtschaft der Unterstadt zum allgemeinen Wohlstand Talyras bei, und das nicht einmal in unerheblichem Maße. Und so floriert der Schwarzmarkt in Unterstadt, der Wolfsmarkt, ohne dass wirklich etwas dagegen unternommen wird. Leichte Mädchen sind an jeder Straßenecke käuflich zu erwerben, Diebesgut an jedem Stand zu erstehen und verbotene Waren ohnehin, seien es häretische Schriften, tödliche Gifte, oder schwarzmagischer Ritualbedarf. Sein Geld verliert man als Besucher der Unterstadt (aus welchen Gründen auch immer man sich dort hinabwagt) jedoch in jedem Fall, sollte man sich hier nicht wirklich gut auskennen - wenn nicht an den erstbesten Weiberrock in einer schummrigen Gasse, dann eben an einen der zahlreichen Diebe, und nicht wenige bezahlen ihren Ausflug in die unteren Gefilde gar mit ihrem ach so kostbaren Leben, dass urplötzlich nicht einmal mehr einen Pfifferling wert ist.


    In diesen Gassen, die alle verdreckt und schmutzig sind, und nach den nahegelegenen Kloaken richten, triffst du mit Sicherheit auf den windigen Tarot, einen Dunkelzwerg wie er im Buche steht. Meistens treibt er sich im Bereich des unteren Wehrs herum, doch nicht selten trifft man ihn auch in der Schwarzen Allee oder am Wolfmarkt im Herzen der Unterstadt. Suchst du etwas, so frage als erstes Blade, er wird dir gewiss weiterhelfen, oder dich wenigstens von der großen Last deines Geldbeutels erlösen. Denn wisse dies: Tarot ist ein Hehler und Gauner, wie er im Buche steht; der Beste in ganz Unterstadt. Niemand kennt sich in den verruchten Straßen besser aus als Tarot Streitaxt. Sein Clanbruder Baril Faustkeil, ein findiger kleiner Wicht mit einer Armbrust, die beinahe genauso groß ist, wie er selbst, bewacht mit seinen Kumpanen die Eingänge in die Unterstadt, und verlangen dort von Passanten und Besuchern so etwas wie Wegzoll. Das Haupttor zur Unterstadt liegt im Keller eines schon lang verfallenen Hauses am Blaupfuhl, gut verborgen hinter einer dichten Rosenhecke und einer eisenbeschlagenen Tür, und von Barils Schergen bewacht. Es gibt noch mindestens drei weitere Zugänge hinab in die Tiefe, einer beispielsweise im Brunnenschacht der Dicken im Fliegengrund, doch sind sie nur wenigen bekannt und alle gut verborgen. Kein Talyra, der halbwegs rechtschaffen und bei Verstand ist, würde allerdings die Unterstadt besuchen wollen – auf ortsfremde Abenteurer, nicht ganz so rechtschaffen gesonnene Reisende, auf Schurken, Assassinen, Munduskinder, Hexer und Schattenwanderer oder sonstige zwielichtige Gestalten – oder schlicht Verbrecher - aus allen Ecken und Enden der Immerlande übt sie jedoch immer wieder einen schier unwiderstehlichen Reiz aus. Eines aber wissen alle, die sich dort hinabwagen: geh niemals ohne Waffen und Schutz in das dunkle Herz der Stadt, sonst bist du verloren. Doch wie sagt Madam Grappe, die Inhaberin des "vornehmsten" Etablissements am ganzen Wolfsmarkt, so treffend:


    "Abenteuersüchtige, Haudegen, Spieler, Habenichtse und Taugenichtse sind bei uns immer herzlich willkommen, Hauptsache sie bringe ordentlich Zaster in die Kasse."



    NSC's der Unterstadt:


    Tarot Streitaxt

    bekanntester Hehler am Wolfsmarkt, ein Zwerg mit dem selten gut Kirschen essen ist.


    Baril Faustkeil

    Tarots "Bruder" und Steingartenvetter, bewacht mit seinen Schergen und seiner Armbrust "Singende Lilly" das "Haupttor" zur Unterstadt unter dem Blaupfuhl. Wer in der Unterstadt keinen Namen hat oder als Fremder schlicht nicht auffallen und keinen Ärger haben will, muss bei ihm Wegzoll bezahlen.


    Madame Grappe

    Die Besitzerin und Hurenmutter des Bordells "Schwarze Orchidee", eine dicke Matrone mit einem ebenso dicken, langfelligen weißen Kater. Sie legt gelegentlich für auserwählte Besucher die Karten, doch ob etwas Wahres an ihren Prophezeiungen ist, weiß niemand zu sagen.


    Krätze,

    ein Unterstädter, ehemaliger Schmuggler auf der "Kreischenden Nymphe", Gefolgsmann Baertrams, meistens in einer der Spelunken rund um den Wolfsmarkt anzutreffen. Ein guter Führer durch diese Schattenstadt, solange man ihm nicht den Rücken zukehrt und entweder genug Gold hat, ihn zu bezahlen, oder ihm genug Angst machen kann.


    Baertram,

    ehemaliger Kapitän der "Kreischenden Nymphe", ein abgewrackter Schmuggler und Pirat, meistens in einer der Spelunken rund um den Wolfsmarkt anzutreffen. Statt einer rechten Hand trägt er einen bösartigen Eisenhaken. Versäuft das letzte bisschen Hirn, das er noch hat und würde für ein wenig billigen Fusel alles tun.


    Thorfir Einauge,

    der einzige noch lebende ehemalige Gefolgsmann Blaerans, ein herrenloser Schattendieb


    Tote Unterstadtgrößen der Vergangenheit:


    Blaeran

    ehemaliger Anführer der Kanalratten, einer Bande von Assassinen und Dieben, von Caewlin von Sturmende verbrannt


    Whytfisk

    Blaerans rechte Hand, ein Schattentänzer, von Caewlin getötet


    Blutaxt, Rorge und der Rest der Kanalratten - ebenfalls tot und verrottet.

    Me? I'm dishonest, and a dishonest man you can always trust to be dishonest. Honestly. It's the honest ones you want to watch out for, because you can never predict when they're going to do something incredibly... stupid.
    Captain Jack Sparrow